Nahrungsergänzung im Überblick

Tagesbedarf, Höchstmengen und gängige Präparate – mit Quellen von DGE, EFSA und BfR. Für jeden Wirkstoff: Wer ihn wirklich braucht und worauf du beim Kauf achtest – so siehst du, welche Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind und welche nicht.

WirkstoffWofürWer profitiertHöchstmenge je Präparat
SchwarzkümmelölÖl aus den Samen von Nigella sativa; beworben bei Allergie, Blutdruck und Blutzucker, kein zugelassener Health ClaimNiemand braucht es; Vorsicht bei Medikamenten, Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern–
Vitamin AFettlösliches Vitamin für Sehen, Immunsystem, Zellentwicklung und die Entwicklung des EmbryosMeist niemand: Leber, Milchprodukte und orange-grünes Gemüse decken den Bedarf–
HagebuttenpulverGemahlene Früchte der Hundsrose; beworben für Gelenke, zugelassen ist nur der Vitamin-C-Claim zur KollagenbildungNiemand braucht es; Menschen mit Arthrose können es nach ärztlicher Rücksprache ergänzend probieren–
BitterstoffeBittere Pflanzenextrakte (z. B. Enzian, Wermut, Löwenzahn); beworben gegen Heißhunger und für die Verdauung, nicht zugelassenNiemand braucht sie; Schwangere, Stillende, Kinder und Menschen mit Magen- oder Gallenleiden sollen verzichten–
Vitamin B1Wasserlösliches B-Vitamin für die Energiegewinnung aus Kohlenhydraten und Eiweiß sowie für die Reizleitung der NervenGesunde meist nicht; bei Alkoholerkrankung oder schweren Magen-Darm-Erkrankungen nach ärztlicher Diagnose–
Vitamin B3 (Niacin)Wasserlösliches B-Vitamin für den Auf- und Abbau von Kohlenhydraten, Fettsäuren und Aminosäuren, Energiestoffwechsel und ZellteilungGesunde meist nicht; ein Mangel ist laut DGE in Deutschland selten–
Vitamin B2 (Riboflavin)Wasserlösliches B-Vitamin, Bestandteil von Enzymen für Zellwachstum, Energie- und EiweißstoffwechselGesunde meist nicht; bei veganer Ernährung auf Quellen achten–
Vitamin B5 (Pantothensäure)Wasserlösliches B-Vitamin für Aufbau von Cholesterin und Fettsäuren, Abbau von Fetten, Kohlenhydraten, AminosäurenPraktisch niemand: Ein Mangel ist bei gemischter Kost laut DGE nicht beobachtet worden–
AlgenölÖl aus Mikroalgen (meist Schizochytrium) mit den langkettigen Omega-3-Fettsäuren DHA und EPAVeganer und Vegetarier ohne Fisch, Schwangere und Stillende ohne regelmäßigen Fischverzehr–
Alpha-LiponsäureSchwefelhaltige Fettsäure (Thioctsäure) aus dem Energiestoffwechsel; als Arzneimittel bei diabetischer Polyneuropathie zugelassenGesunde nicht; nur nach ärztlichem Rat, am besten als Arzneimittel. Schwangere, Stillende und Kinder verzichten–
AshwagandhaPflanze aus dem Ayurveda (Schlafbeere), beworben gegen Stress und für besseren Schlaf; kein zugelassener Health ClaimNiemand braucht Ashwagandha; Kinder, Schwangere, Stillende und Menschen mit Lebererkrankung sollen laut BfR verzichten–
BerberinPflanzenstoff (Alkaloid) aus Berberitzenrinde; beworben für Blutzucker und Abnehmen, ohne zugelassene WerbeaussageNiemand; Kinder, Jugendliche, Schwangere, Stillende und Menschen mit Medikamenten sollen verzichten–
BiotinB-Vitamin für Energie- und Makronährstoff-Stoffwechsel; trägt zur Erhaltung normaler Haut, Haare und Schleimhäute beiGesunde mit gemischter Kost brauchen kein Präparat; nur bei nachgewiesenem Mangel oder seltener Erbkrankheit–
CalciumBaustein von Knochen und Zähnen; wichtig für Nerven, Muskeln und BlutgerinnungWer kaum Milchprodukte isst, etwa bei veganer Ernährung; bei Osteoporose nach ärztlicher Verordnung500 mg
CholinVitaminähnlicher Nährstoff für Zellmembranen, Leber, Fett- und Homocystein-StoffwechselMeist niemand; bei veganer Schwangerschaft nach ärztlicher Rücksprache–
ChromTrägt laut zugelassener Angabe zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen und einem normalen Blutzuckerspiegel beiGesunde mit gemischter Kost brauchen laut Verbraucherzentrale kein Präparat; bei Diabetes nur nach ärztlicher Rücksprache60 µg
Coenzym Q10Vitaminähnlicher Stoff für die Energiegewinnung in den Zellen; beworben für Herz, Energie und Haut, ohne zugelassene WerbeaussageGesunde brauchen es nicht; bei Statinen ärztlich klären. Schwangere, Stillende und unter 18-Jährige verzichten–
EisenBaustein des Hämoglobins: Blutbildung, Sauerstofftransport, viele StoffwechselvorgängeNur bei ärztlich festgestelltem Mangel; häufiger betroffen: menstruierende Frauen, Schwangere, Kinder im Wachstum, Vegetarier6 mg
ElektrolyteSalze wie Natrium, Kalium, Chlorid und Magnesium steuern Wasserhaushalt, Nerven und MuskelnBei Durchfall (Rehydratationslösung), bei langen, schweißtreibenden Belastungen; im Alltag nicht nötig–
FolsäureZellteilung und Zellwachstum, Blutbildung; senkt bei Kinderwunsch das Risiko für NeuralrohrdefekteFrauen, die schwanger werden wollen oder könnten, ab 4 Wochen vor bis Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels200 µg
GlucosaminAminozucker, Baustein des Knorpels; beworben für Gelenke, aber ohne zugelassene WerbeaussageGesunde brauchen es nicht; bei Arthrose rät die Leitlinie ab. Schwangere, Stillende und Kinder verzichten–
JodBestandteil der Schilddrüsenhormone; wichtig für Energiestoffwechsel, Wachstum und die Entwicklung des Kindes im MutterleibSchwangere und Stillende nach ärztlicher Rücksprache; Menschen, die vegan leben oder weder Fisch noch Milch essen100 µg
KaliumWichtiger Elektrolyt; beteiligt an Nerven- und Muskelfunktion, Herzfunktion und BlutdruckNur bei ärztlich festgestelltem Mangel, z. B. durch Durchfall, Erbrechen oder Entwässerungsmittel500 mg
KollagenStrukturprotein in Haut, Knochen, Knorpel und Sehnen; als Pulver beworben für Haut und GelenkeNiemand zwingend; Nutzen für Haut und Gelenke nicht gesichert, kein zugelassener Health Claim–
KreatinSchneller Energiespeicher im Muskel für kurze, intensive Belastungen wie Sprints und schwere SätzeErwachsene mit intensivem Schnellkraft- oder Krafttraining; Kinder, Jugendliche und Schwangere nur ärztlich–
KurkumaGelbwurzel (Gewürz); Curcumin wird als entzündungshemmend beworben, zugelassene Werbeaussage gibt es nichtNiemand braucht Curcumin-Präparate; Schwangere, Stillende und Menschen mit Gallensteinen sollen verzichten–
MagnesiumCofaktor für über 600 Enzyme; wichtig für Reizübertragung, Muskelkontraktion, Herzrhythmus und KnochenNur bei ärztlich festgestelltem Mangel, z. B. bei Darmerkrankungen, Alkoholabhängigkeit oder bestimmten Medikamenten250 mg
MagnesiumbisglycinatMagnesium, gebunden an die Aminosäure Glycin (auch Magnesiumglycinat); beworben für Schlaf und EntspannungNur bei Bedarf; Gesunde decken Magnesium meist über das Essen. Nicht bei eingeschränkter Nierenfunktion ohne Arzt–
MagnesiumcitratMagnesiumsalz der Zitronensäure, meist als Tri-Magnesiumdicitrat; beworben für Muskeln und gute AufnahmeNur bei Bedarf; Gesunde decken Magnesium meist über das Essen. Nicht bei eingeschränkter Nierenfunktion ohne Arzt–
MelatoninKörpereigenes Hormon für den Tag-Nacht-Rhythmus; zugelassene Angaben nur zu Einschlafzeit (1 mg) und Jetlag (0,5 mg)Gelegentlich bei Jetlag; Kinder, Schwangere, Stillende und Menschen mit Autoimmunerkrankung sollen laut BfR verzichten–
MoringaBlattpulver vom Moringabaum (Meerrettichbaum), beworben als Superfood; keine zugelassene WerbeaussageNiemand braucht Moringa; Schwangere, Stillende und kleine Kinder verzichten, Vorsicht bei Medikamenten–
MSMOrganische Schwefelverbindung (Methylsulfonylmethan), beworben für Gelenke, Haut und Haare; keine zugelassene WerbeaussageNiemand braucht MSM; ein Schwefelmangel ist laut DGE nicht bekannt–
MultivitaminKombination vieler Vitamine und Mineralstoffe in einer Tablette, meist knapp am TagesbedarfGesunde mit abwechslungsreicher Kost brauchen keins; gezielte Einzelpräparate sind oft sinnvoller–
NattokinaseEnzym aus fermentierten Sojabohnen (Natto), das Fibrin abbaut; beworben gegen Thrombosen, ohne zugelassene WerbeaussageNiemand ohne ärztlichen Rat; nicht mit Gerinnungshemmern, nicht bei Sojaallergie, Schwangerschaft oder für Kinder–
Omega-3EPA und DHA tragen zu normaler Herzfunktion, Gehirnfunktion und Sehkraft bei; ALA ist essenziell.Schwangere und Stillende ohne regelmäßigen Fischverzehr, Veganer (Algenöl); sonst meist unnötig–
OPCOligomere Proanthocyanidine, Polyphenole aus Traubenkernen; beworben als Zellschutz und für Gefäße, ohne zugelassene AussageNiemand braucht OPC; bei Medikamenten, Schwangerschaft und Stillzeit vorher ärztlich fragen–
ProbiotikaLebende Bakterien oder Hefen, beworben für Darm und Immunsystem; keine zugelassene Werbeaussage für PräparateAm ehesten zur Vorbeugung von Durchfall bei Antibiotika-Einnahme; Gesunde brauchen keine Präparate–
ProteinpulverKonzentriertes Eiweiß aus Milch (Whey, Casein) oder Pflanzen (Erbse, Reis, Soja) für Shakes und zum BackenMeist niemand; praktisch bei sehr viel Training, wenig Appetit oder unterwegs. Nicht bei Milchallergie (Whey)–
SelenBestandteil von Selenoproteinen; schützt Zellen vor oxidativen Schäden, wichtig für Schilddrüsenhormone und SpermienbildungBei festgestelltem Mangel, z. B. bei Darm- oder Nierenerkrankungen; Veganer sollten ihre Zufuhr im Blick behalten40 µg
SpirulinaGetrocknete Cyanobakterie (Blaualge), beworben als Superfood für Eiweiß, Eisen und B12; keine zugelassene WerbeaussageNiemand braucht Spirulina; ungeeignet bei Phenylketonurie, Vorsicht bei Medikamenten und Allergien–
Vitamin B KomplexKombination der acht B-Vitamine für Energiestoffwechsel, Nerven und BlutbildungGesunde meist nicht; bei Mangel oder veganer Ernährung gezielt B12, bei Kinderwunsch Folsäure–
Vitamin B12Blutbildung, Fett- und Aminosäurestoffwechsel, Homocysteinabbau, ZellteilungVeganer, Ältere, Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen oder unter Metformin bzw. Säureblockern25 µg
Vitamin B6Beteiligt am Eiweiß- und Homocysteinstoffwechsel, an der Bildung von Nervenbotenstoffen und an der Regulation der HormontätigkeitNur bei ärztlich festgestelltem Mangel, etwa bei Alkoholabhängigkeit, chronischen Darmerkrankungen oder bestimmten Medikamenten0,9 mg
Vitamin CWichtig für Knochen, Zähne und Bindegewebe; schützt Zellen als Antioxidans.Meist niemand; Raucher haben höheren Bedarf, Mangel droht bei einseitiger Kost oder Alkoholmissbrauch250 mg
Vitamin DCalcium- und Phosphatstoffwechsel, Knochen, Muskelkraft und ImmunsystemÄltere, Pflegebedürftige, Menschen mit dunkler Haut oder kaum Zeit im Freien, Säuglinge20 µg
Vitamin EFettlösliches Antioxidans; schützt ungesättigte Fettsäuren und Zellmembranen vor oxidativem StressNur bei ärztlich festgestelltem Mangel, etwa bei Mukoviszidose, schweren Leber- oder Darmerkrankungen30 mg
Vitamin KBildung von Gerinnungsfaktoren und Eiweißen im Knochen; trägt zur normalen Blutgerinnung und zur Erhaltung normaler Knochen beiNeugeborene (Prophylaxe als Arzneimittel); bei Erkrankungen mit gestörter Fettaufnahme nur nach ärztlicher Abklärung25 µg
ZeolithVulkanisches Silikatmineral (Klinoptilolith), beworben zum Entgiften; wissenschaftlich nicht belegtNiemand; Kinder schon gar nicht. Bei Medikamenten vorher ärztlich klären–
ZinkBestandteil vieler Enzyme; wichtig für Zellwachstum, Wundheilung und das ImmunsystemBei festgestelltem Mangel, z. B. bei chronischen Darmerkrankungen; Veganer sollten ihre Zufuhr im Blick behalten6,5 mg

Sport- und Beauty-Präparate ohne eigenen Referenzwert haben eigene Wirkstoff-Seiten: Kreatin und Kollagen (mit Preisvergleich von Marken und Drogerie-Eigenmarken). Pflanzen und Hormone mit Warnungen von Behörden: Ashwagandha, Melatonin, Kurkuma und Berberin. Für Sport und Durchfall: Elektrolyte; für den Darm: Probiotika. Kombi- und Algenpräparate: Multivitamin und Spirulina. Für Gelenke und Blutgerinnung beworben, aber mit Risiken: Glucosamin und Nattokinase; dazu das Superfood Moringa. Für Zellenergie und Nerven: Coenzym Q10 und Alpha-Liponsäure; zum „Entgiften“ beworben, aber nicht erlaubt: Zeolith. Außerdem: MSM für die Gelenke und Cholin für Leber und Stoffwechsel, Vitamin B Komplex im Höchstmengen-Vergleich und der Pflanzenstoff OPC. Proteinpulver im Preisvergleich je 100 g Eiweiß, mehr zu Molkenprotein im Ratgeber Whey Protein. Formen im Detail: Magnesiumbisglycinat, Magnesiumcitrat und veganes Omega-3 aus Algenöl.

Alle erfassten Präparate einer Marke auf einen Blick: Marken für Nahrungsergänzungsmittel.

Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft

Was Fachgesellschaften für Schwangere empfehlen, kurz je Wirkstoff. Details, Stillzeit und Quellen stehen im jeweiligen Artikel; den Überblick gibt unser Ratgeber Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft. Sprich die Einnahme mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme ab.

Aktuelle Rückrufe und Warnungen

12 behördliche Warnungen zu Nahrungsergänzungsmitteln in den letzten 12 Monaten, davon 10 wegen nicht deklarierter Arzneistoffe wie Sildenafil (meist „Kräuterpasten“, Honig- oder Schokoladenprodukte zur Potenzsteigerung).

Quelle: lebensmittelwarnung.de (Portal der Bundesländer und des BVL), täglich aktualisiert. Hast du ein betroffenes Produkt, folge den Hinweisen in der jeweiligen Meldung.

Häufige Fragen

Braucht man Nahrungsergänzungsmittel?

Wer sich abwechslungsreich ernährt, braucht laut Bundesinstitut für Risikobewertung in der Regel keine. Ausnahmen sind zum Beispiel Vitamin B12 bei veganer Ernährung, Folsäure bei Kinderwunsch und Vitamin D, wenn die Haut kaum Sonne bekommt.

Was ist die Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung schlägt für viele Vitamine und Mineralstoffe Höchstmengen pro Tagesportion eines Produkts vor. Verbindliche EU-Höchstmengen gibt es bisher nicht. Die Werte stehen auf den einzelnen Seiten.

Kann man Vitamine überdosieren?

Ja, vor allem fettlösliche Vitamine wie Vitamin D und A sowie Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Jod. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit nennt dafür Obergrenzen für die Gesamtzufuhr aus allen Quellen.

Höchstmengen: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln (2021, Aktualisierungen 2024). Die Auswahl der Präparate ist keine Kaufempfehlung.