Süßungsmittel und Zuckerersatz im Vergleich

Süßungsmittel ersetzen Zucker: Süßstoffe wie Sucralose oder Acesulfam K süßen hundert- bis tausendfach stärker und sind praktisch kalorienfrei, Zuckeraustauschstoffe wie Erythrit oder Xylit süßen ähnlich wie Zucker. Jeder Stoff hat eine eigene Seite mit Steckbrief, erlaubter Tagesdosis, Studien und den Produkten aus unserer Datenbank, die ihn enthalten.

Süßstoffe

Süßstoffe süßen viel stärker als Zucker und liefern in den eingesetzten Mengen praktisch keine Kalorien. Für jeden gilt eine erlaubte Tagesdosis (ADI) in Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

StoffSüßkraftKalorienErlaubte TagesdosisProdukte
Sucralose E 955ca. 600-mal süßer als Zuckerpraktisch keine15 mg pro kg Körpergewicht (EFSA 2026)349
Aspartam E 951ca. 200-mal süßer als Zuckerpraktisch keine (4 kcal/g, winzige Mengen)40 mg pro kg Körpergewicht (EFSA 2013, JECFA 2023)170
Stevia E 960a–d200- bis 300-mal süßer als Zuckerpraktisch keine4 mg Steviol pro kg Körpergewicht (EFSA 2010, bestätigt 2024; JECFA 2026)60
Acesulfam K E 950ca. 200-mal süßer als Zuckerkeine, wird unverändert ausgeschieden15 mg pro kg Körpergewicht (EFSA 2025, vorher 9 mg)429
Saccharin E 954ca. 500-mal süßer als Zuckerkeine9 mg pro kg Körpergewicht (EFSA 2024, vorher 5 mg als Natriumsalz)100
Cyclamat E 95230- bis 50-mal süßer als Zuckerpraktisch keine7 mg pro kg Körpergewicht (SCF 2000)202
Thaumatin E 9572.000- bis 3.000-mal süßer als Zuckerwie Eiweiß, in den Einsatzmengen praktisch keinenicht nötig (EFSA 2021, JECFA 1985)–
Neotam E 9617.000- bis 13.000-mal süßer als Zuckerkeine10 mg pro kg Körpergewicht (EFSA 2025, vorher 2 mg)–
Neohesperidin DC E 9591.000- bis 1.800-mal süßer als Zuckerin den Einsatzmengen praktisch keine20 mg pro kg (EFSA 2022); JECFA 2026 vorläufig 3,8 mg pro kg1
Advantam E 969ca. 20.000- bis 37.000-mal süßer als Zuckerin den Einsatzmengen keine5 mg pro kg Körpergewicht (EFSA 2013)–
Aspartam-Acesulfam-Salz E 962ca. 350-mal süßer als Zuckerpraktisch keinekein eigener; es gelten Aspartam (40 mg/kg) und Acesulfam K (15 mg/kg)–

Zuckeraustauschstoffe (Polyole)

Zuckeraustauschstoffe sind Zuckeralkohole. Sie süßen schwächer als Zucker, liefern laut EU-Recht 2,4 kcal pro Gramm (Erythrit: 0) und können in größeren Mengen abführend wirken.

StoffSüßkraftKalorienErlaubte TagesdosisProdukte
Erythrit E 96860–80 % von Zucker0 kcal/g (laut EU-Kennzeichnungsrecht)0,5 g pro kg Körpergewicht (EFSA 2023)25
Xylit E 967etwa wie Zucker2,4 kcal/g (laut EU-Kennzeichnungsrecht)nicht festgelegt (JECFA: „not specified“)1
Sorbit E 42050–70 % von Zucker2,4 kcal/g (laut EU-Kennzeichnungsrecht)nicht festgelegt (JECFA: „not specified“)–
Isomalt E 95345–65 % von Zucker2,4 kcal/g (laut EU-Kennzeichnungsrecht)nicht festgelegt (JECFA: „not specified“)–
Maltit E 965ca. 90 % von Zucker2,4 kcal/g (laut EU-Kennzeichnungsrecht)nicht festgelegt (JECFA: „not specified“)4
Mannit E 42150–70 % von Zucker2,4 kcal/g (laut EU-Kennzeichnungsrecht)nicht festgelegt (JECFA: „not specified“)–
Lactit E 96630–40 % von Zucker2,4 kcal/g (laut EU-Kennzeichnungsrecht)nicht festgelegt (JECFA: „not specified“)–
Polyglycitolsirup E 964schwächer als andere Polyole2,4 kcal/g (laut EU-Kennzeichnungsrecht)nicht festgelegt (JECFA: „not specified“)–

Ohne Zulassung als Süßungsmittel

Diese Stoffe werden als Zuckerersatz beworben, sind in der EU aber nicht als Süßungsmittel zugelassen.

StoffSüßkraftKalorienErlaubte TagesdosisProdukte
Alluloseca. 70 % von Zuckerca. 0,4 kcal/gkeiner; in der EU nicht als Lebensmittel zugelassen–
MönchsfruchtExtrakt 100- bis 250-mal süßer als ZuckerExtrakt praktisch keineEU: keiner; JECFA 2026: vorläufig 10 mg Mogrosid V pro kg–

„Produkte“ zählt die Produkte in unserer Datenbank, deren Zutatenliste den Stoff nennt (Herstellerangabe). Die Werte zur Süßkraft sind Näherungen; die Quellen stehen auf den einzelnen Seiten.

Welche Getränke welche Süßstoffe enthalten, zeigt die Liste der Zero-Getränke.

Erythrit und Xylit sind Zuckeralkohole (Polyole), Stevia, Sucralose oder Aspartam dagegen Süßstoffe. Erythrit gilt laut EU-Kennzeichnung als kalorienfrei, Xylit liefert etwa 60 % der Kalorien von Zucker. Alle zugelassenen Süßungsmittel wurden geprüft. Bei Polyolen gibt es aber zwei echte Haken: die abführende Wirkung und, im Fall von Xylit, die Giftigkeit für Hunde.

Polyole und Süßstoffe: der Unterschied

Die Verbraucherzentrale unterscheidet zwei Gruppen von Süßungsmitteln:

Beide Gruppen sind Lebensmittelzusatzstoffe. Sie dürfen nur verwendet werden, wenn sie gesundheitlich als unbedenklich bewertet wurden.

Kalorien laut EU-Kennzeichnung

Für die Nährwerttabelle schreibt die EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV, Anhang XIV) feste Umrechnungsfaktoren vor:

Stoff Energie pro Gramm
Kohlenhydrate (z. B. Zucker) 4 kcal
Mehrwertige Alkohole (Polyole) 2,4 kcal
Erythrit 0 kcal

Xylit, Sorbit oder Maltit werden also mit 2,4 kcal pro Gramm berechnet, Erythrit mit 0 kcal. Auf dem Etikett zählen Polyole zu den Kohlenhydraten. Wer Kohlenhydrate zählt, sollte daher prüfen, ob in der Angabe Polyole enthalten sind. Die Seiten zu Erythrit und Xylit zeigen die Nährwerte im Detail.

Abführende Wirkung und Pflichthinweis

Zuckeralkohole können in größeren Mengen abführend wirken. Deshalb gilt laut Verbraucherzentrale: Macht ein Zuckeralkohol mehr als 10 % eines Produkts aus, muss auf der Packung stehen: „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken.“ Wie viel du verträgst, ist individuell verschieden. Bei Durchfall solltest du solche Produkte meiden, mehr dazu in Was essen bei Durchfall?.

Auch Erythrit ist davon nicht ausgenommen. Die EFSA hat bei ihrer Neubewertung 2023 einen Antrag abgelehnt, Erythrit von diesem Warnhinweis zu befreien. Die Daten reichten dafür nicht aus.

EFSA-Neubewertungen: Wo steht welcher Stoff?

Die EFSA bewertet die zugelassenen Süßungsmittel derzeit neu. Laut EFSA-Übersicht sind die Neubewertungen von Aspartam (2013), Erythrit (2023), Saccharin (2024), Acesulfam K (2025) und Sucralose (2026) abgeschlossen. Für Xylit, Sorbit, Mannit, Isomalt, Maltit, Lactit und Cyclamat laufen sie noch.

Für Erythrit hat die EFSA 2023 eine erlaubte Tagesdosis (ADI) festgelegt: 0,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Für einen 70 Kilogramm schweren Erwachsenen wären das 35 Gramm. Der Wert leitet sich aus der Menge ab, ab der Durchfall auftrat. Die geschätzte Aufnahme lag in Teilen der Bevölkerung über dem ADI, am höchsten bei Kindern. Die EFSA hält ihre Schätzungen zwar für zu hoch, warnt aber: Wer viel Erythrit aufnimmt, kann Nebenwirkungen bekommen.

Erythrit, Xylit und das Herz

2023 und 2024 fand eine Forschungsgruppe der Cleveland Clinic bei Herz-Risikopatienten mit hohen Erythrit- bzw. Xylit-Werten im Blut mehr Herzinfarkte und Schlaganfälle. Das sind Beobachtungsdaten: Sie zeigen einen Zusammenhang, keine Ursache, und der Körper bildet beide Stoffe auch selbst. Die EFSA sah 2023 für Erythrit keinen bestätigten ursächlichen Zusammenhang. Details und Einordnung stehen auf den Seiten zu Erythrit und Xylit. Wenn du eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Diabetes hast, besprich größere Mengen Süßungsmittel am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Xylit: giftig für Hunde

Für Menschen ist Xylit zugelassen, für Hunde ist es laut US-Lebensmittelbehörde FDA schon in kleinen Mengen gefährlich: Der Blutzucker kann innerhalb von 10 bis 60 Minuten stark fallen. Xylit steckt in Kaugummi, Zahnpasta, Backwaren und manchem Nussmus – außer Reichweite aufbewahren und bei Verdacht sofort in die Tierarztpraxis.

Welcher Süßstoff ist unbedenklich? Die erlaubten Tagesdosen

Für jeden zugelassenen Süßstoff legen die Behörden eine erlaubte Tagesdosis (ADI) fest – die Menge, die man lebenslang täglich aufnehmen kann, ohne dass ein Gesundheitsrisiko zu erwarten ist. Die Werte stehen in den Tabellen oben: von 4 mg pro Kilogramm Körpergewicht bei Steviolglycosiden bis 40 mg bei Aspartam. Ein höherer ADI heißt nicht „gesünder“, sondern dass ein Süßstoff in größerer Menge geprüft unbedenklich ist. Wie viel davon in einem Getränk steckt, steht nicht auf der Packung – nur, dass er enthalten ist.

Besonderheiten:

In Getränken werden meist mehrere Süßstoffe kombiniert. In unserer Datenbank ist die häufigste Mischung Acesulfam K mit Sucralose, gefolgt von Aspartam, Acesulfam K und Cyclamat in Colas. Welche Süßstoffe in welchem Getränk stecken, zeigt die Liste der Zero-Getränke; einen Vergleich der Colas bietet Cola Light vs. Cola Zero.

Was passt wofür?

Wer Kalorien sparen will, liegt laut Kennzeichnungsrecht mit Erythrit vorn. Xylit liefert immerhin 40 % weniger Energie als Zucker. Bei beiden gilt: Menge im Blick behalten. Zum Abnehmen sind Süßungsmittel allerdings kein bewährtes Mittel: Die WHO rät seit 2023 davon ab, Süßstoffe wie Aspartam, Sucralose oder Stevia zur Gewichtskontrolle einzusetzen, weil Studien keinen langfristigen Nutzen beim Körperfett zeigen (bedingte Empfehlung, nicht für Menschen mit bestehendem Diabetes). Zuckeralkohole wie Erythrit und Xylit deckt diese Empfehlung nicht ab. Tipps zum Austausch findest du unter Zucker durch Erythrit ersetzen und Zucker durch Xylit ersetzen. Wie sich Erythrit gegenüber Honig schlägt, zeigt unser Vergleich Honig vs. Erythrit.

Fazit

Erythrit ist laut EU-Kennzeichnung kalorienfrei, Xylit und andere Polyole liefern 2,4 kcal pro Gramm. Alle Polyole können in größeren Mengen abführend wirken, für Erythrit gilt seit 2023 ein ADI von 0,5 g pro Kilogramm Körpergewicht. Die Herzstudie zu Erythrit zeigt einen Zusammenhang, aber keinen Beweis; weitere Forschung ist nötig. Halte Xylit unbedingt von Hunden fern.

Was Fachleute in TV-Beiträgen sagen

Aussagen sinngemäß aus den Untertiteln der Beiträge zusammengefasst. Ergebnisse einzelner Testpersonen sind nicht übertragbar.

Häufige Fragen

Welche Süßungsmittel gibt es?

In der EU sind 19 Süßungsmittel mit E-Nummer zugelassen: Süßstoffe wie Acesulfam K, Aspartam, Sucralose, Cyclamat, Saccharin und Steviolglycoside sowie Zuckeraustauschstoffe wie Erythrit, Xylit, Sorbit, Maltit und Isomalt. Allulose und Mönchsfrucht-Extrakt sind nicht als Süßungsmittel zugelassen.

Was ist der Unterschied zwischen Süßstoff und Zuckeraustauschstoff?

Süßstoffe sind ein Vielfaches süßer als Zucker und praktisch kalorienfrei. Zuckeraustauschstoffe (Polyole) süßen etwa so stark oder schwächer als Zucker, liefern 2,4 kcal pro Gramm – Erythrit 0 kcal – und wirken in größeren Mengen abführend.

Wie erkenne ich Süßungsmittel auf der Verpackung?

Die Zutatenliste nennt den Namen oder die E-Nummer (E 950 bis E 969). Zusätzlich muss neben der Produktbezeichnung „mit Süßungsmittel(n)“ stehen, bei Zucker und Süßungsmittel „mit Zucker(n) und Süßungsmittel(n)“. Bei mehr als 10 % Polyolen kommt der Hinweis „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ hinzu.

Welcher Süßstoff ist unbedenklich?

Alle in der EU zugelassenen Süßstoffe gelten innerhalb ihrer erlaubten Tagesdosis (ADI) als unbedenklich. Die Werte reichen von 4 mg pro Kilogramm Körpergewicht bei Steviolglycosiden bis 40 mg bei Aspartam. Aspartam ist für Menschen mit Phenylketonurie tabu, Sucralose sollte nicht zum Backen verwendet werden.

Ist Süßstoff ungesund?

Zugelassene Süßstoffe gelten bei Einhaltung der erlaubten Tagesdosis als sicher. Die WHO rät aber seit 2023 davon ab, sie gezielt zur Gewichtskontrolle einzusetzen, weil kein langfristiger Nutzen belegt ist und Beobachtungsstudien mögliche Risiken andeuten.

Hat Erythrit wirklich 0 Kalorien?

Laut EU-Kennzeichnungsrecht wird Erythrit mit 0 kcal pro Gramm berechnet. Andere Zuckeralkohole wie Xylit werden mit 2,4 kcal pro Gramm angesetzt.

Ist Erythrit schlecht fürs Herz?

Eine Studie von 2023 fand bei Herzpatienten mit hohen Erythrit-Blutwerten mehr Herzinfarkte und Schlaganfälle. Das ist ein Zusammenhang, kein Beweis: Der Körper bildet Erythrit auch selbst, und die Aufnahme über die Nahrung wurde nicht erfasst.

Warum ist Xylit für Hunde gefährlich?

Bei Hunden löst Xylit eine starke Insulinausschüttung aus. Der Blutzucker kann laut FDA innerhalb von 10 bis 60 Minuten gefährlich fallen. Manche Folgen zeigen sich erst nach 12 bis 24 Stunden.

Passende Ratgeber

Quellen

  1. Verbraucherzentrale: Süßungsmittel – Was sind Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe?
  2. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (LMIV), Anhang III und Anhang XIV – Umrechnungsfaktoren
  3. EFSA (2023): Re-evaluation of erythritol (E 968) as a food additive. EFSA Journal
  4. EFSA: Sweeteners – Topic (Stand der Neubewertungen)
  5. Witkowski M et al. (2023): The artificial sweetener erythritol and cardiovascular event risk. Nat Med 29:710–718. DOI 10.1038/s41591-023-02223-9
  6. Mazi TA, Stanhope KL (2023): Elevated Erythritol: A Marker of Metabolic Dysregulation or Contributor to the Pathogenesis of Cardiometabolic Disease? Nutrients 15(18):4011. DOI 10.3390/nu15184011
  7. BfR (2014): Bewertung von Süßstoffen – Hintergrundinformation Nr. 025/2014 (ADI-Werte)
  8. EFSA (2013): Aspartam bei derzeitiger Aufnahme sicher
  9. EFSA (2025): Neubewertung Acesulfam K (E 950)
  10. EFSA (2024): Neubewertung Saccharin (E 954)
  11. EFSA (2026): Neubewertung Sucralose (E 955), Zusammenfassung
  12. U.S. FDA: Paws Off Xylitol; It's Dangerous for Dogs
  13. WHO (2023): WHO advises not to use non-sugar sweeteners for weight control in newly released guideline

Quellen: BfR: Süßungsmittel in Lebensmitteln – Fragen und Antworten; Verbraucherzentrale Hamburg: Süßungsmittel (Stand 30.07.2026); VO (EU) 1169/2011, Anhang III; Zutatenlisten laut Herstellerangabe.