Vitamin C: Tagesbedarf, Dosierung & Präparate im Vergleich

Redaktion kohlenhydrate.de · · Noch nicht fachlich geprüft

Wofür
Wichtig für Knochen, Zähne und Bindegewebe; schützt Zellen als Antioxidans.
Tagesbedarf (DGE)
Frauen 95 mg, Männer 110 mg
Höchstmenge je Präparat (BfR)
250 mg pro Tag
Formen
Tabletten, Depot-Kapseln, Brausetabletten, Pulver, Acerola
Wer profitiert
Meist niemand; Raucher haben höheren Bedarf, Mangel droht bei einseitiger Kost oder Alkoholmissbrauch

Die meisten Menschen in Deutschland brauchen kein Vitamin-C-Präparat. Ein bis zwei Stück Obst oder eine Portion Gemüse decken den Tagesbedarf. Gegen Erkältungen hilft zusätzliches Vitamin C in der Regel nicht.

Was ist Vitamin C und wofür braucht der Körper es?

Wofür ist Vitamin C gut? Vitamin C heißt chemisch Ascorbinsäure. Es ist wasserlöslich, der Körper kann es nicht selbst bilden. Laut DGE ist es wichtig für den Aufbau von Knochen, Zähnen und Bindegewebe. Vitamin C wird für die Bildung von Kollagen gebraucht – deshalb steckt es in vielen Kollagenpräparaten (siehe Kollagen: Was bringt es?). Außerdem wirkt es als Antioxidans und schützt Zellen vor freien Radikalen.

Ein schwerer Mangel führt zu Skorbut. Typisch sind schlechte Wundheilung, Blutungen an Haut und Zahnfleisch und Zahnausfall. In Industrieländern ist ein solcher Mangel laut DGE praktisch unbekannt. Gegen Skorbut reichen schon etwa 10 mg pro Tag.

Für Vitamin C sind in der EU gesundheitsbezogene Aussagen zugelassen, zum Beispiel zur normalen Funktion des Immunsystems. Sie gelten laut Verbraucherzentrale aber nur für den Erhalt normaler Funktionen. Eine Verbesserung über das Normale hinaus versprechen sie nicht. Trotzdem werben rund 80 Prozent der untersuchten Produkte mit Immununterstützung.

Wie viel Vitamin C braucht man am Tag?

Wie hoch ist der Vitamin-C-Tagesbedarf? Die DGE empfiehlt (Stand der Ableitung 2015):

Gruppe Vitamin C pro Tag
Frauen ab 19 Jahren 95 mg
Männer ab 19 Jahren 110 mg
Schwangere ab dem 4. Monat 105 mg
Stillende 125 mg
Raucherinnen 135 mg
Raucher 155 mg

Rauchen erhöht den Vitamin-C-Umsatz um etwa 40 Prozent. Einen höheren Bedarf können laut DGE auch Infekte, chronischer Stress und Alkohol- oder Drogenmissbrauch verursachen.

Versorgung in Deutschland

Die Versorgung ist gut. Laut Nationaler Verzehrsstudie II erreichen oder überschreiten alle Altersgruppen die Empfehlung annähernd. Erwachsene nehmen im Mittel knapp 100 mg pro Tag auf. Ein Mangel droht vor allem bei einseitiger Kost ohne Obst und Gemüse, bei Alkoholismus oder bei chronischen Krankheiten.

Lebensmittel mit viel Vitamin C

Welche Vitamin-C-Lebensmittel liefern am meisten? Paprika, Kohl und viele Obstsorten liefern reichlich Vitamin C. Die Werte gelten pro 100 g.

Lebensmittel Vitamin C pro 100 g
Paprika, rot 160 mg
Brokkoli, gegart 90 mg
Papaya 80 mg
Kiwi 71 mg
Rosenkohl, gekocht 62 mg
Orange 62 mg
Erdbeeren 57 mg
Kartoffeln, gekocht 22 mg

Quelle der Werte: BLS 4.0 bzw. Ciqual/CoFID. Die vollständige Liste findest du in der Rangliste Vitamin-C-Lebensmittel. Mehr Auswahl bieten die Kategorien Gemüse und Obst.

Schon eine halbe rote Paprika deckt damit den Tagesbedarf fast vollständig. Kartoffeln haben zwar weniger Vitamin C, tragen aber wegen der großen Portionen zur Versorgung bei.

Vitamin C ist hitze- und sauerstoffempfindlich und löst sich in Wasser. Die DGE rät deshalb: Obst und Gemüse gründlich, aber nur kurz waschen und Gemüse nur kurz dünsten.

Wer braucht Vitamin C als Nahrungsergänzung?

Für die meisten Menschen ist ein Präparat überflüssig. Die Verbraucherzentrale bezeichnet die Versorgungslage als gut. Wer täglich Obst und Gemüse isst, erreicht die Empfehlung ohne Tabletten.

Einen höheren Bedarf oder ein Risiko für eine Unterversorgung haben:

Schwangere und Stillende haben mit 105 bzw. 125 mg nur einen leicht höheren Bedarf. Er lässt sich mit einer zusätzlichen Portion Obst oder Gemüse decken, ein eigenes Präparat ist dafür nicht nötig.

Bei einem vermuteten Mangel ist eine ärztliche Abklärung sinnvoller als ein Präparat auf Verdacht. Wer Eisen oder Zink ergänzt, findet dazu eigene Artikel.

Vitamin-C-Mangel: Anzeichen, Ursachen und Skorbut

Welche Vitamin-C-Mangel-Symptome gibt es? Ein Vitamin-C-Mangel entsteht laut MSD Manual meist durch eine Ernährung mit sehr wenig frischem Obst und Gemüse. Langes, starkes Kochen zerstört das Vitamin zusätzlich. Mehr brauchen Raucher (etwa 30 Prozent), Schwangere und Stillende sowie Menschen mit Fieber, Entzündungen, Schilddrüsenüberfunktion, lang anhaltendem Durchfall, nach Operationen oder Verbrennungen. Gefährdet sind vor allem Menschen mit Alkoholkrankheit und mangelernährte ältere Menschen.

Erste Anzeichen: Müdigkeit, Schwäche, Reizbarkeit, Gewichtsverlust und unklare Muskel- und Gelenkschmerzen.

Skorbut: Erst nach einigen Monaten ausgeprägtem Mangel entsteht Skorbut mit blauen Flecken und Hautblutungen, geschwollenem, leicht blutendem Zahnfleisch, lockeren Zähnen, trockener Haut und brüchigem Haar, Wassereinlagerungen in den Beinen, Blutarmut, Infektanfälligkeit und schlechter Wundheilung.

Diagnose und Behandlung: Ärztinnen und Ärzte erkennen den Mangel vor allem an Beschwerden und Untersuchung; ein Vitamin-C-Blutwert kann ihn bestätigen. Behandelt wird zunächst mit hohen Dosen Vitamin C, danach mit nährstoffreicher Ernährung. Die meisten Beschwerden verschwinden innerhalb von ein bis zwei Wochen.

Was sagt die Studienlage zu Vitamin C?

Erkältung

Am besten untersucht ist die Wirkung auf Erkältungen. Der Cochrane-Review von 2013 wertete Studien mit mindestens 200 mg Vitamin C pro Tag aus:

Die DGE kommt zum selben Schluss: Hohe Dosen beugen Erkältungen in der Allgemeinbevölkerung nicht nachweislich vor und heilen sie nicht.

Nierensteine

Eine schwedische Studie (Thomas et al., JAMA Internal Medicine 2013) begleitete 23.355 Männer über 11 Jahre. Wer Vitamin-C-Präparate nahm, hatte ein etwa doppelt so hohes Risiko für Nierensteine. Die Präparate enthielten meist 1.000 mg pro Tablette. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, sie beweist keinen ursächlichen Zusammenhang. Frauen wurden nicht untersucht.

Unbelegte Versprechen

Ein Schutz vor Krebs durch hochdosierte Vitamin-C-Infusionen ist laut Verbraucherzentrale nicht ausreichend belegt. Solche Infusionen können Nebenwirkungen wie Durst und vermehrten Harndrang haben, in Einzelfällen auch Übelkeit, Schüttelfrost oder Kopfschmerzen. Laut einer Untersuchung des LAVES nutzt etwa die Hälfte der Produkte Werbeaussagen, die wissenschaftlich nicht ausreichend belegt sind.

Worauf solltest du beim Kauf achten?

Ob Vitamin-C-Pulver, Vitamin-C-Tabletten, gepuffertes oder liposomales Vitamin C – für alle Formen gelten dieselben Punkte. Ob sich Vitamin C hochdosiert mit 1000 mg lohnt, zeigt der Punkt Dosis.

Dosis: Das BfR empfiehlt höchstens 250 mg Vitamin C pro Tagesportion eines Präparats. Viele Produkte liegen deutlich darüber. In einer Marktanalyse lag die durchschnittliche Tagesdosis bei rund 614 mg. Eine verbindliche Obergrenze (UL) hat die EFSA für Vitamin C mangels ausreichender Daten nicht festgelegt. Bis etwa 1 g zusätzlich pro Tag erwartet sie keine schädlichen Wirkungen.

Mehr bringt nicht mehr: Den Tagesbedarf von 95 bis 110 mg decken schon kleine Mengen. Ein Präparat mit 1.000 mg liefert ein Vielfaches davon.

Verbindungen: Zugelassen sind unter anderem L-Ascorbinsäure sowie Natrium-, Calcium-, Kalium- und Magnesium-L-ascorbat. „Gepuffertes“ Vitamin C ist ein Ascorbat, etwa Calciumascorbat, und schmeckt weniger sauer. Acerola-Präparate liefern Vitamin C aus Fruchtextrakt. Dass eine dieser Formen besser wirkt, ist nicht belegt.

Depot-Präparate: Sie sollen das Vitamin langsam über den Tag freisetzen. Ob das einen gesundheitlichen Vorteil bringt, zeigen die hier ausgewerteten Quellen nicht.

Kombipräparate und Zusätze: Viele Produkte enthalten zusätzlich Zink, Vitamin D oder Vitamin E. Die Mivolis-Brausetablette enthält zum Beispiel die Süßstoffe Cyclamat und Saccharin sowie Natriumhydrogencarbonat. Wer mehrere Präparate nimmt, sollte die Mengen addieren. Laut einer Marktanalyse fehlten bei 12 bis 14 Prozent der deutschen Produkte vorgeschriebene Warnhinweise.

Weitere Wirkstoffe im Überblick findest du unter Nahrungsergänzung.

Vitamin C-Präparate im Überblick

Dosis laut Hersteller pro empfohlener Tagesportion, im Verhältnis zur Höchstmenge des BfR (250 mg). Die Auswahl ist keine Empfehlung; maßgeblich ist die Packungsangabe.

ProduktFormDosis pro TagBfR-HöchstmengePackung und PreisHerstellerangabe
Mivolis (dm) Vitamin C Brausetabletten – mit Süßstoffen (Cyclamat, Saccharin) Brausetablette 240 mg (1 Brausetablette) 96 % 20 St: 0,50 € Stand 18.10.2026
EAN 4066447833041
Mivolis (dm) Vitamin C Depot Kapseln Kapsel 300 mg (1 Kapsel) 120 %
über dem Vorschlag
40 St: 2,15 € Stand 18.10.2026
EAN 4066447831504
Nature Love Natürliches Vitamin C Kapseln – aus Bio-Acerola-Extrakt Kapsel 176 mg (2 Kapseln) 70,4 % 90 St: 9,95 € Stand 18.10.2026
EAN 4260488132327
Nature Love Gepuffertes Vitamin C
nicht für Schwangere, Stillende, Kinder, Jugendliche
Kapsel 1.000 mg (2 Kapseln) 400 %
über dem Vorschlag
262 g: 23,99 € Stand 18.10.2026
EAN 4260488131559
Doppelherz aktiv C + Zink + E 400 Depot – mit 5 mg Zink und 36 mg Vitamin E Tablette 400 mg (1 Tablette) 160 %
über dem Vorschlag
40 St: 5,89 €
80 St: 11,29 €
Stand 18.10.2026
EAN 4009932003543
Abtei Vitamin C 600 – mit 10 µg Vitamin D3 und 12 mg Vitamin E Tablette 600 mg (1 Tablette) 240 %
über dem Vorschlag
42 St: 5,49 €
126 St: 15,59 €
Stand 18.10.2026
EAN 4250752204669
Sunday Natural Vitamin C 750 Calciumascorbat gepuffert – als Calciumascorbat Kapsel 750 mg (1 Kapsel) 300 %
über dem Vorschlag
–: 11,90 € Stand 18.10.2026
EAN 4260461115644
SilaVit (Müller) Vitamin C 1.000 hochdosiert Brausetabletten – Müller-Eigenmarke Brausetablette 1.000 mg (1 Brausetablette) 400 %
über dem Vorschlag
93 g: 1,45 € Stand 19.10.2026
EAN 4053776017617
SilaVit (Müller) Kapseln Depot Zink & Vitamin C – Müller-Eigenmarke; mit 5 mg Zink Kapsel 300 mg (1 Tagesdosis) 120 %
über dem Vorschlag
37,5 g: 1,95 € Stand 19.10.2026
EAN 4053776017730

„nicht für …“ und „für …“ geben die Hinweise des Herstellers auf der verlinkten Produktseite wieder.

Die BfR-Höchstmengen sind Vorschläge; verbindliche EU-Höchstmengen gibt es bisher nicht. Preise vom Tag „Stand“ auf der verlinkten Seite, ohne Versand und Aktionen; weitere Packungsgrößen darunter.

Schwangerschaft, Stillzeit und besondere Gruppen

Schwangerschaft
Ab dem 4. Schwangerschaftsmonat empfiehlt die DGE 105 mg Vitamin C pro Tag statt 95 mg. Laut Verbraucherzentrale lassen sich alle Vitamine außer den eigens empfohlenen auch in der Schwangerschaft über eine ausgewogene Ernährung ausreichend aufnehmen. Ein Vitamin-C-Präparat ist nicht vorgesehen. Quelle
Stillzeit
Stillende brauchen laut DGE 125 mg Vitamin C pro Tag. Auch das gelingt laut Verbraucherzentrale mit einer ausgewogenen, abwechslungsreichen Ernährung. Eine Empfehlung, Vitamin C zusätzlich als Tablette zu nehmen, gibt es nicht. Quelle

Was Fachleute in TV-Beiträgen sagen

Aussagen sinngemäß aus den Untertiteln der Beiträge zusammengefasst. Ergebnisse einzelner Testpersonen sind nicht übertragbar.

Vorsicht bei Medikamenten und Erkrankungen

Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine abwechslungsreiche Ernährung. Bei Erkrankungen, in der Schwangerschaft oder wenn du Medikamente nimmst, sprich die Einnahme vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.

Häufige Fragen

Wie viel Vitamin C am Tag?

Die DGE empfiehlt Frauen 95 mg und Männern 110 mg pro Tag. Raucherinnen sollen 135 mg, Raucher 155 mg aufnehmen.

Hilft Vitamin C gegen Erkältung?

Kaum. Regelmäßige Einnahme beugt Erkältungen in der Allgemeinbevölkerung laut Cochrane nicht vor und verkürzt sie bei Erwachsenen nur um etwa 8 Prozent. Nach Beginn der Symptome zeigte sich kein einheitlicher Effekt.

Vitamin C Überdosierung: Kann man zu viel Vitamin C nehmen?

Ab etwa 3 bis 4 g pro Tag drohen Magen-Darm-Beschwerden, bei Männern steigt mit Präparaten das Nierensteinrisiko. Das BfR empfiehlt höchstens 250 mg pro Tagesportion eines Präparats.

Welches Obst hat am meisten Vitamin C?

In unserer Datenbank liegen Papaya mit 80 mg und Kiwi mit 71 mg pro 100 g vorn. Rote Paprika hat mit 160 mg noch deutlich mehr.

Ist natürliches Vitamin C besser als künstliches?

Zugelassen sind etwa L-Ascorbinsäure und verschiedene Ascorbate. Dass Vitamin C aus Acerola besser wirkt, ist nicht belegt.

Quellen

  1. DGE: Referenzwerte Vitamin C
  2. DGE: FAQ Vitamin C (2015)
  3. BfR: Aktualisierte Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe (2021)
  4. EFSA: Overview on Tolerable Upper Intake Levels (Stand 2024)
  5. Verbraucherzentrale: Vitamin C – erstaunlich gesund? (Stand 11.09.2026)
  6. Cochrane: Hemilä H, Chalker E (2013), Vitamin C for preventing and treating the common cold
  7. Karolinska Institutet: Vitamin C supplements linked to kidney stones (Thomas et al., JAMA Intern Med 2013)
  8. Max Rubner-Institut: Nationale Verzehrsstudie II, Ergebnisbericht Teil 2
  9. Verbraucherzentrale: Mehr drin als nötig – Nahrungsergänzung rund um Schwangerschaft und Stillzeit (Stand 05.10.2026)
  10. MSD Manual (Ausgabe für Patienten): Vitamin-C-Mangel (Stand 08/2024)