Vitamin K2: Bedarf, Studienlage & Präparate im Vergleich
- Wofür
- Bildung von Gerinnungsfaktoren und Eiweißen im Knochen; trägt zur normalen Blutgerinnung und zur Erhaltung normaler Knochen bei
- Höchstmenge je Präparat (BfR)
- 25 µg pro Tag (Vitamin K2)
- Formen
- Tropfen, Kapseln, Tabletten, oft als D3-K2-Kombi
- Wer profitiert
- Neugeborene (Prophylaxe als Arzneimittel); bei Erkrankungen mit gestörter Fettaufnahme nur nach ärztlicher Abklärung
Die meisten Menschen in Deutschland brauchen kein Vitamin-K-Präparat, auch kein Vitamin K2. Laut Verbraucherzentrale ist ein Mangel bei Gesunden mit ausgewogener Ernährung selten. Dass K2 Knochen oder Gefäße zusätzlich schützt, ist nicht belegt. Wer Gerinnungshemmer wie Marcumar nimmt, sollte Vitamin K nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.
Was ist Vitamin K und wofür braucht der Körper es?
Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin. Der Name steht für mehrere verwandte Verbindungen. Zwei davon sind für die Ernährung wichtig:
- Vitamin K1 (Phyllochinon): stammt vor allem aus Pflanzen, besonders aus grünem Blattgemüse.
- Vitamin K2 (Menachinone): kommt in tierischen und fermentierten Lebensmitteln vor. Es gibt mehrere Formen, am besten untersucht sind MK-4 und MK-7.
Der Körper braucht Vitamin K, um bestimmte Eiweiße zu bilden. Dazu gehören Gerinnungsfaktoren im Blut und Eiweiße im Knochen. Nach EU-Recht dürfen Hersteller zwei Aussagen machen: Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei und zur Erhaltung normaler Knochen. Aussagen zum Schutz vor Osteoporose oder Gefäßerkrankungen sind laut Verbraucherzentrale nicht belegt und für Nahrungsergänzungsmittel unzulässig.
Ein echter Mangel zeigt sich vor allem durch Blutungen. Vitamin K3 (Menadion) ist für Menschen giftig und darf nur ins Tierfutter.
Wie viel Vitamin K braucht man am Tag?
Die DGE gibt für Vitamin K Schätzwerte an. Genaue Bedarfsdaten fehlen, die Werte stammen aus dem Jahr 2000. Einen getrennten Wert für K1 und K2 gibt es nicht.
| Gruppe | Männer | Frauen |
|---|---|---|
| 15 bis unter 51 Jahre | 70 µg | 60 µg |
| ab 51 Jahre | 80 µg | 65 µg |
| Schwangere | – | 60 µg |
| Stillende | – | 60 µg |
| Kinder 4 bis unter 7 Jahre | 20 µg | 20 µg |
| Kinder 10 bis unter 13 Jahre | 40 µg | 40 µg |
Die tatsächliche Zufuhr liegt meist deutlich darüber. Das BfR nennt Daten aus der 2. Bayerischen Verzehrstudie: Im Mittel (Median) nehmen Frauen etwa 112 µg und Männer etwa 128 µg pro Tag auf. In der EPIC-Studie Heidelberg waren es im Median rund 94 µg K1 und 35 µg K2. Das BfR sieht keinen Hinweis auf eine unzureichende Versorgung. Die Verbraucherzentrale merkt an, dass junge Erwachsene von 15 bis 24 Jahren eher knapp versorgt sind.
Eine Obergrenze (UL) hat die EFSA für Vitamin K nicht festgelegt. Schädliche Wirkungen durch zu viel Vitamin K sind laut Verbraucherzentrale und NIH nicht bekannt. Das Hauptrisiko sind Wechselwirkungen mit Gerinnungshemmern.
Lebensmittel mit viel Vitamin K
Welche Vitamin-K-Lebensmittel liefern am meisten? Vitamin K1 liefert vor allem grünes Gemüse. Laut Verbraucherzentrale decken schon 30 bis 100 g Grünkohl, Rosenkohl, Spinat oder Brokkoli den Tagesbedarf. Die DGE nennt außerdem Salat- und Kohlsorten wie Feldsalat oder Weißkohl, dazu Milchprodukte, Fleisch und Eier. Auch Öle wie Olivenöl enthalten etwas Vitamin K1.
Vitamin K2 steckt in tierischen und fermentierten Lebensmitteln:
- Natto, fermentierte Sojabohnen aus Japan, ist die reichste Quelle. Ein Esslöffel liefert laut Verbraucherzentrale etwa 150 µg K2.
- Käse wie Gouda oder Emmentaler enthält K2. Wie viel, hängt laut Verbraucherzentrale von den Bakterienstämmen ab.
- Eigelb liefert ebenfalls K2, zum Beispiel im gekochten Ei.
- Auch andere fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut können Menachinone enthalten. Verlässliche Gehaltsangaben gibt es dafür kaum.
Der Körper nimmt laut Verbraucherzentrale nur 10 bis 80 Prozent des Vitamin K aus dem Essen auf. Fett in der Mahlzeit verbessert die Aufnahme. Aus Spinat gelangt laut NIH nur ein kleiner Teil ins Blut. Ein Löffel Öl im Gemüse hilft deshalb. Beim Kochen geht wenig verloren, langes Lagern im Licht kann aber Verluste verursachen. Darmbakterien bilden zwar auch K2, ihr Beitrag zur Versorgung gilt aber als gering.
Eine eigene Rangliste für Vitamin K gibt es auf dieser Seite noch nicht. Für die Knochen wichtig ist auch Calcium, siehe calciumreiche Lebensmittel.
Wer braucht Vitamin K als Nahrungsergänzung?
Gesunde Erwachsene mit Mischkost brauchen kein Präparat. Laut Verbraucherzentrale gibt es aber Gruppen mit erhöhtem Risiko für einen Mangel:
- Neugeborene: Sie bekommen Vitamin K als Arzneimittel direkt nach der Geburt. Das ist Teil der Vorsorge und kein Fall für Nahrungsergänzung.
- Menschen mit gestörter Fettaufnahme: etwa bei Kurzdarmsyndrom, Zöliakie, Mukoviszidose, Morbus Crohn oder Bauchspeicheldrüsenschwäche. Auch chronische Leberschäden können die Verwertung stören.
- Menschen mit bestimmten Medikamenten: etwa Cholestyramin, Orlistat, Salicylate, Antibiotika oder Antiepileptika.
Diese Gruppen sollten einen Mangel ärztlich abklären lassen, statt selbst zu Tabletten zu greifen. Die S3-Leitlinie Osteoporose empfiehlt laut Verbraucherzentrale, einen festgestellten Vitamin-K-Mangel auszugleichen. Vitamin K2 als eigene Osteoporose-Therapie lehnt sie ab.
Für Veganer gilt: Bei abwechslungsreicher Ernährung mit viel grünem Gemüse und Kräutern ist laut Verbraucherzentrale meist keine Ergänzung nötig. Mehr zu kritischen Nährstoffen findest du bei der veganen Diät.
Vitamin-K-Mangel: Anzeichen, Ursachen und Neugeborene
Gesunde Erwachsene haben laut MSD Manual selten einen Vitamin-K-Mangel. Ursachen sind eine sehr Vitamin-K-arme oder fettarme Ernährung, Erkrankungen, die die Fettaufnahme stören (etwa ein Gallengangsverschluss oder Mukoviszidose), bestimmte Antiepileptika und Antibiotika sowie große Mengen Mineralöl, etwa als Abführmittel.
Neugeborene sind die wichtigste Risikogruppe: Sie bekommen in der Schwangerschaft nur wenig Vitamin K, ihr Darm bildet noch keines, und Muttermilch enthält wenig. Deshalb erhalten Neugeborene vorbeugend Vitamin K, um gefährliche Hirnblutungen zu verhindern.
Anzeichen: Vor allem Blutungen – leichte blaue Flecken, Nasenbluten, lange blutende Wunden, Blut in Urin oder Stuhl, schwarzer Stuhl. Ein Mangel kann außerdem die Knochen schwächen.
Diagnose und Behandlung: Über Gerinnungstests im Blut, manchmal auch den Vitamin-K-Spiegel. Behandelt wird mit Vitamin K zum Einnehmen oder als Spritze. Wer Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ nimmt, darf Vitamin K nicht eigenmächtig ergänzen (siehe Warnhinweise).
Was sagt die Studienlage zu Vitamin K2?
Knochen
Ein Vitamin-K-Mangel beeinträchtigt die Bildung von Knocheneiweißen. Bei Frauen mit niedriger Vitamin-K-Zufuhr fand man ein höheres Bruchrisiko. Ob zusätzliches Vitamin K das ändert, ist laut Verbraucherzentrale nicht belegt.
Eine Metaanalyse von Ma und Kollegen (2022) wertete 16 Studien mit 6.425 Frauen nach den Wechseljahren aus. K2 verbesserte die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule etwas, vor allem in Kombination mit anderen Mitteln. Am Oberschenkelhals und an der Hüfte zeigte sich kein Effekt. Auf Knochenbrüche wirkte K2 insgesamt nicht signifikant. Die meisten positiven Studien stammen aus Japan, dort wird MK-4 in sehr hohen Dosen als Medikament eingesetzt. Viele Studien hatten Qualitätsmängel. Das NIH bewertet die Datenlage insgesamt als nicht eindeutig.
Gefäßverkalkung
K2 soll Kalk aus den Gefäßen fernhalten. Diese Idee stützt sich auf Laborbefunde und Beobachtungsstudien. Eine Metaanalyse von Li und Kollegen (2023) fasste 14 kontrollierte Studien mit rund 1.800 Teilnehmenden zusammen. Der Kalkwert der Herzkranzgefäße stieg unter Vitamin K etwas langsamer. Dieses Ergebnis beruht aber nur auf vier kleinen Studien. An anderen Gefäßen und Herzklappen zeigte sich meist kein Effekt, auf die Gefäßsteifigkeit ebenfalls nicht.
Die Verbraucherzentrale bewertet den Schutz vor Gefäßverkalkung als nicht ausreichend belegt. Ob K2 Herzinfarkte oder Schlaganfälle verhindert, ist nicht untersucht.
Vitamin D plus K2
Viele Präparate kombinieren Vitamin D mit K2. Die Begründung: K2 soll dafür sorgen, dass das durch Vitamin D aufgenommene Calcium in die Knochen gelangt. Laut Verbraucherzentrale NRW ist ein Zusatznutzen der Kombination nicht belegt. Eine Studie von 2026 fand, dass der Vitamin-K-Status die Wirkung von Vitamin D auf Knochen- und Herzwerte nicht beeinflusste. Die Kombination schadet nicht, hilft aber auch nicht nachweislich.
Worauf solltest du beim Kauf achten?
Dosis: Das BfR empfiehlt getrennte Höchstmengen pro Tagesportion: 80 µg Vitamin K1 und 25 µg Vitamin K2. K2 hat eine niedrigere Grenze, weil es laut BfR etwa 3,5-mal so stark gegen Gerinnungshemmer wirkt wie K1. Viele reine K2-Präparate enthalten 100 bis 200 µg und liegen damit beim Vier- bis Achtfachen. D3-K2-Kombis mit 20 µg K2 bleiben darunter.
Form: Auf der Packung muss stehen, ob K1 oder K2 enthalten ist. Bei K2 nennen Hersteller meist MK-7, oft mit dem Zusatz „all-trans“. MK-7 bleibt laut NIH länger im Blut als K1. Dass dies für Gesunde einen Vorteil bringt, ist nicht belegt.
Warnhinweis: Das BfR empfiehlt einen Hinweis für Menschen, die Gerinnungshemmer nehmen. Seriöse Hersteller drucken ihn laut Verbraucherzentrale auf. Fehlt er, ist das ein schlechtes Zeichen.
Kombipräparate: Prüfe bei D3-K2-Produkten beide Wirkstoffe. Viele enthalten mehr Vitamin D, als das BfR für Präparate empfiehlt. Bei Kombis mit Calcium oder Magnesium zählst du alle Produkte zusammen.
Zielgruppe: Mehrere Hersteller schließen Schwangere, Stillende, Kinder oder Jugendliche aus. Lies die Hinweise, bevor du ein Präparat in der Familie teilst.
Weitere Wirkstoffe findest du in der Übersicht Nahrungsergänzung.
Vitamin K-Präparate im Überblick
Dosis laut Hersteller pro empfohlener Tagesportion, im Verhältnis zur Höchstmenge des BfR (25 µg). Die Auswahl ist keine Empfehlung; maßgeblich ist die Packungsangabe.
| Produkt | Form | Dosis pro Tag | BfR-Höchstmenge | Packung und Preis | Herstellerangabe |
|---|---|---|---|---|---|
| Mivolis (dm) Calcium 600 + D3 + K1 + K2 – Kombipräparat mit 600 mg Calcium und 5 µg Vitamin D; bei Gerinnungshemmern ärztlich abklären | Tablette | 80 µg (1 Tablette) | 320 % über dem Vorschlag | 30 St: 1,55 € | Stand 18.10.2026 EAN 4066447832013 |
| Nature Love Vitamin K2 MK7 200 µg Tropfen – MK-7 all-trans in MCT-Öl nicht für Schwangere, Stillende, Kinder, Jugendliche | Tropfen | 200 µg (10 Tropfen) | 800 % über dem Vorschlag | 50 ml: 24,99 € | Stand 18.10.2026 EAN 4260488130705 |
| naturafit Vitamin K2 200 µg MK-7 – MK-7; laut Hersteller nicht für Kinder unter 11 Jahren nicht für Kinder | Kapsel | 200 µg (1 Kapsel) | 800 % über dem Vorschlag | 3x90 St: 100,99 € 30 St: 14,89 € 90 St: 37,39 € 180 St: 71,99 € | Stand 18.10.2026 PZN 08142792 |
| Sunday Natural Vitamin K2 Tropfen 100 µg MK7 all-trans – MK-7 all-trans | Tropfen | 100 µg (1 Tropfen) | 400 % über dem Vorschlag | –: 12,90 € | Stand 18.10.2026 EAN 4260461113374 |
| Doppelherz system Vitamin D3 + K2 2000 Vegan – K2 als MK-7, mit 50 µg Vitamin D3 (2.000 I.E.) nicht für Schwangere, Kinder, Jugendliche | Tablette | 100 µg (1 Tablette) | 400 % über dem Vorschlag | 120 St: 17,29 € 240 St: 33,29 € 360 St: 46,69 € 60 St: 9,69 € | Stand 18.10.2026 PZN 14063820 |
| Sunday Natural Vitamin D3 + K2 MK7 Tropfen 1.000 IE + 20 µg – K2 als MK-7 all-trans, mit 25 µg Vitamin D3 (1.000 I.E.) | Tropfen | 20 µg (1 Tropfen) | 80 % | –: 10,90 € | Stand 18.10.2026 EAN 4260461138094 |
| natural elements Vitamin D3 + K2 Tropfen – K2 als Menachinon (K2VITAL), mit 25 µg Vitamin D3 (1.000 I.E.) nicht für Schwangere, Stillende, Kinder, Jugendliche | Tropfen | 20 µg (1 Tropfen) | 80 % | 50 ml: 24,99 € | Stand 18.10.2026 EAN 4260558410157 |
| Vitamaze Vitamin K1 + K2 Komplex hochdosiert vegan – K2 als 1.000 µg MK-4 und 200 µg MK-7, zusätzlich 1.000 µg Vitamin K1 nicht für Kinder, Jugendliche | Kapsel | 1.200 µg (1 Kapsel) | 4.800 % über dem Vorschlag | 120 St: 22,69 € 240 St: 43,79 € | Stand 18.10.2026 EAN 4260435487692 |
„nicht für …“ und „für …“ geben die Hinweise des Herstellers auf der verlinkten Produktseite wieder.
Die BfR-Höchstmengen sind Vorschläge; verbindliche EU-Höchstmengen gibt es bisher nicht. Preise vom Tag „Stand“ auf der verlinkten Seite, ohne Versand und Aktionen; weitere Packungsgrößen darunter.
Schwangerschaft, Stillzeit und besondere Gruppen
- Schwangerschaft
- Die DGE nennt für Schwangere einen Schätzwert von 60 µg Vitamin K pro Tag, also genauso viel wie für andere Frauen. Einen erhöhten Bedarf sieht sie nicht. Grünes Gemüse, Milchprodukte und Eier decken ihn in der Regel. Mehrere Präparate sind laut Hersteller nicht für Schwangere gedacht. Quelle
- Stillzeit
- Auch für Stillende gilt laut DGE ein Schätzwert von 60 µg pro Tag. Frauenmilch enthält aber wenig Vitamin K. Deshalb ist nicht die Mutter, sondern das gestillte Baby gefährdet. Geschützt wird es durch die Vitamin-K-Gabe nach der Geburt. Quelle
- Kinder
- Neugeborene bekommen Vitamin K als Arzneimittel zur Vorbeugung von Blutungen. Die Fachgesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) empfiehlt laut Verbraucherzentrale dreimal 2 mg als Tropfen, die erste Gabe direkt nach der Geburt bei der U1. Das ist kein Nahrungsergänzungsmittel und gehört in ärztliche Hand. Quelle
- Ältere Menschen
- Ab 51 Jahren steigt der DGE-Schätzwert auf 80 µg für Männer und 65 µg für Frauen. Laut Verbraucherzentrale liegt das an möglichen Verdauungsstörungen und Medikamenten. Ein Präparat brauchst du deshalb nicht automatisch. Wer Gerinnungshemmer nimmt, klärt jede Vitamin-K-Einnahme ärztlich ab. Quelle
Vorsicht bei Medikamenten und Erkrankungen
- Marcumar, Phenprocoumon, Warfarin: Vitamin-K-Antagonisten wirken, indem sie Vitamin K hemmen. Zusätzliches Vitamin K schwächt ihre Wirkung ab. Laut BfR senkten schon 45 µg K2 pro Tag den INR-Wert messbar. Nimm Vitamin-K-Präparate nur nach ärztlicher Rücksprache.
- Ernährungsumstellung unter Gerinnungshemmern: Unter Vitamin-K-Antagonisten musst du laut Verbraucherzentrale nicht auf Vitamin K verzichten. Vermeide aber plötzliche Umstellungen, etwa auf sehr viel Blattgemüse oder sehr fettarme Kost. Sonst kann die Gerinnung schwanken.
- Cholestyramin, Orlistat: Cholestyramin (gegen hohe Blutfette) und Orlistat (zum Abnehmen) verringern die Aufnahme fettlöslicher Vitamine, auch von Vitamin K. Bei langer Einnahme klärt die Ärztin oder der Arzt, ob eine Kontrolle nötig ist.
- Antibiotika über mehrere Wochen: Laut NIH kann eine Antibiotika-Einnahme über mehrere Wochen bei geringer Vitamin-K-Zufuhr den Vitamin-K-Status senken, besonders bei bestimmten Cephalosporinen. Ein Präparat ist sonst meist nicht nötig.
- Hochdosierte D3-K2-Kombis: Kombipräparate aus hochdosiertem Vitamin D und K2 sind laut Verbraucherzentrale kaum untersucht. K2 schützt nicht nachweislich vor den Folgen von zu viel Vitamin D. Halte dich bei beiden Wirkstoffen an die BfR-Höchstmengen.
Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine abwechslungsreiche Ernährung. Bei Erkrankungen, in der Schwangerschaft oder wenn du Medikamente nimmst, sprich die Einnahme vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Vitamin K1 und K2?
K1 (Phyllochinon) stammt vor allem aus grünem Gemüse. K2 (Menachinone) steckt in tierischen und fermentierten Lebensmitteln wie Käse oder Natto. Beide sind in Nahrungsergänzungsmitteln erlaubt.
Wie viel Vitamin K2 am Tag ist sinnvoll?
Einen eigenen Wert für K2 gibt es nicht. Die DGE nennt für Vitamin K insgesamt 60 bis 80 µg pro Tag. Für Präparate empfiehlt das BfR höchstens 25 µg K2 pro Tagesportion.
Sollte man Vitamin D immer mit K2 einnehmen?
Nein. Laut Verbraucherzentrale ist ein Zusatznutzen der Kombination für Knochen oder Gefäße nicht belegt. Vitamin D allein reicht für die normale Einnahme aus.
Darf ich Vitamin K2 nehmen, wenn ich Marcumar einnehme?
Nur nach ärztlicher Rücksprache. Vitamin K schwächt die Wirkung von Phenprocoumon und Warfarin ab, K2 laut BfR stärker als K1.
Schützt Vitamin K2 vor Gefäßverkalkung?
Das ist nicht belegt. Eine Metaanalyse fand einen kleinen Effekt auf den Kalkwert der Herzkranzgefäße, aber nur aus vier kleinen Studien. Andere Gefäße zeigten meist keinen Effekt.
Quellen
- DGE: Referenzwert Vitamin K
- BfR: Höchstmengenvorschläge für Vitamin K in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln
- BfR: Aktualisierte Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe (2021)
- Verbraucherzentrale: Vitamin-K-Produkte – was ist sinnvoll?
- Verbraucherzentrale NRW: Vitamin D besser mit Vitamin K2?
- NIH Office of Dietary Supplements: Vitamin K – Fact Sheet for Health Professionals
- Ma M-L et al.: Vitamin K2 bei postmenopausaler Osteoporose, Metaanalyse. Front Public Health 2022 (DOI 10.3389/fpubh.2022.979649)
- Li T et al.: Vitamin K und Gefäßverkalkung, Metaanalyse. Front Nutr 2023 (DOI 10.3389/fnut.2023.1115069)
- MSD Manual (Ausgabe für Patienten): Vitamin-K-Mangel (Stand 08/2024)