Neotam (E 961): Süßstoff, Tagesdosis, Studien

Redaktion kohlenhydrate.de · · Noch nicht fachlich geprüft

Art
Süßstoff, E 961
Herkunft
synthetisch, Abkömmling von Aspartam (NutraSweet)
Süßkraft
7.000- bis 13.000-mal süßer als Zucker
Kalorien
keine
Erlaubte Tagesdosis (ADI)
10 mg pro kg Körpergewicht (EFSA 2025, vorher 2 mg)

Neotam (E 961) ist ein Abkömmling von Aspartam, aber 7.000- bis 13.000-mal süßer als Zucker. Die EFSA hat 2025 keine Sicherheitsbedenken gefunden und die Tagesdosis auf 10 mg pro Kilogramm angehoben. In Lebensmitteln spielt Neotam bisher kaum eine Rolle.

Was ist Neotam?

Neotam wurde aus Aspartam weiterentwickelt. Durch eine zusätzliche Seitenkette ist es um ein Vielfaches süßer und wird nur in winzigen Mengen eingesetzt. Neotam ist als Süßungsmittel und als Geschmacksverstärker zugelassen.

Die Darmstudie von 2024

Eine Forschungsgruppe der Anglia Ruskin University (Großbritannien) setzte Darmzellen und Darmbakterien im Labor Neotam aus. Die Zellbarriere wurde durchlässiger, Bakterien wie E. coli hafteten stärker. Das sind Hinweise aus Zellkulturen; ob beim Menschen Ähnliches passiert, ist unbekannt.

Studien und Bewertungen

Die wichtigsten Bewertungen von Behörden und Studien zu Neotam. Beobachtungsstudien zeigen Zusammenhänge, aber keine Ursache; Labor- und Tierversuche lassen sich nicht direkt auf den Menschen übertragen.

  1. EFSA-Gremium FAF (2025): Re-evaluation of neotame (E 961) as food additive. EFSA Journal 23(7): e9480. [Behördenbewertung]
    Keine Sicherheitsbedenken und keine Erbgutschädigung; die Tagesdosis steigt von 2 auf 10 mg pro kg. Auch die Aufnahme von Methanol und Formaldehyd aus dem Abbau ist unbedenklich.
  2. Shil A, Ladeira Faria LM, Walker CA, Chichger H (2024): The artificial sweetener neotame negatively regulates the intestinal epithelium directly through T1R3-signaling and indirectly through pathogenic changes to model gut bacteria. Frontiers in Nutrition 11. [Laborstudie]
    In Zellkulturen störte Neotam die Darmbarriere und machte Bakterien wie E. coli angriffslustiger. Nur Laborversuche, nicht auf den Menschen übertragbar.

Häufige Fragen

Was ist Neotam?

Neotam (E 961) ist ein synthetischer Süßstoff, chemisch mit Aspartam verwandt, aber 7.000- bis 13.000-mal süßer als Zucker. Er wird deshalb nur in winzigen Mengen eingesetzt, oft auch als Geschmacksverstärker.

Ist Neotam schädlich?

Laut EFSA nicht: Die Behörde fand 2025 keine Sicherheitsbedenken und hob die Tagesdosis auf 10 mg pro Kilogramm an. Eine Laborstudie von 2024 zeigt Effekte auf Darmzellen und Bakterien, lässt sich aber nicht auf den Menschen übertragen.

Ist Neotam krebserregend?

Dafür gibt es keine Hinweise. Die EFSA fand keine erbgutschädigende Wirkung und keine Krebsbefunde in Langzeitstudien an Ratten.

Weitere Süßungsmittel: Sucralose, Aspartam, Stevia, Acesulfam K, Saccharin, Cyclamat. Alle im Vergleich: Süßungsmittel-Übersicht.

Passende Ratgeber

Quellen

  1. Richtlinie 2009/163/EU zur Zulassung von Neotam
  2. FoodNavigator: Neotame artificial sweetener could damage gut (02.05.2024)