Sucralose: schädlich? Erhitzen, Studien, Tagesdosis
- Art
- Süßstoff, E 955
- Herkunft
- aus Haushaltszucker, drei OH-Gruppen durch Chlor ersetzt (seit 1976)
- Süßkraft
- ca. 600-mal süßer als Zucker
- Kalorien
- praktisch keine
- Erlaubte Tagesdosis (ADI)
- 15 mg pro kg Körpergewicht (EFSA 2026)
- Backen und Kochen
- nicht über 120 °C erhitzen (BfR)
Sucralose (E 955) ist ein Süßstoff aus Haushaltszucker, etwa 600-mal süßer und praktisch kalorienfrei. Die EFSA hat 2026 die erlaubte Tagesdosis von 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht bestätigt. Das BfR rät aber, mit Sucralose nicht zu backen, zu braten oder zu frittieren: Über 120 °C können gesundheitsschädliche Stoffe entstehen.
Was ist Sucralose?
Sucralose wurde 1975 in London entdeckt und wird aus Saccharose hergestellt: Drei Hydroxygruppen des Zuckermoleküls werden durch Chloratome ersetzt. Der Körper nimmt nur etwa 11 bis 27 % auf und scheidet sie größtenteils unverändert wieder aus. Sucralose schmeckt zuckerähnlich ohne bitteren Nachgeschmack und wird deshalb gern mit Acesulfam K kombiniert – etwa in Red Bull Sugarfree, Monster Energy Ultra oder Sprite Zero. Auch Süßstofftabletten setzen inzwischen auf Sucralose: Die natreen-Tabletten Classic und Gourmet enthalten laut Zutatenliste Sucralose statt der klassischen Mischung aus Cyclamat und Saccharin, die natreen noch in der Flüssigsüße Classic verwendet (Produktseiten, Stand 19.10.2026).
Sucralose erhitzen: die Warnung des BfR
Im Februar 2026 hat das BfR seine Einschätzung bekräftigt: Wird Sucralose längere Zeit über 120 °C erhitzt, spaltet sie Chlor ab. Dabei können chlorierte organische Verbindungen entstehen, darunter möglicherweise Dioxine, Furane und Chlorpropanole. Auch die EFSA konnte die Verwendung in Backwaren nicht als sicher bewerten.
Für die Küche heißt das: Kuchen, Kekse und Pfannengerichte nicht mit Sucralose süßen, Proteinpulver mit Sucralose nicht zum Backen nehmen. Kaffee, Tee und Desserts nach dem Kochen sind unproblematisch.
Ist Sucralose ungesund?
Innerhalb der Tagesdosis sieht die EFSA keine Gesundheitsgefahr. Diskutiert werden zwei Befunde:
- Darmflora und Blutzucker: In der Studie von Suez et al. (2022) veränderte Sucralose die Darmbakterien und verschlechterte bei manchen Teilnehmenden die Blutzuckerreaktion.
- Sucralose-6-acetat: Diese Verunreinigung schädigte in Laborversuchen das Erbgut. Die EFSA empfiehlt strengere Reinheitsvorgaben für Verunreinigungen.
Die WHO rät seit 2023 generell davon ab, Süßstoffe wie Sucralose gezielt zum Abnehmen einzusetzen, weil ein langfristiger Nutzen nicht belegt ist.
Wie viel Sucralose am Tag?
| Körpergewicht | Erlaubte Tagesdosis (15 mg/kg) |
|---|---|
| 20 kg (Kind) | 300 mg |
| 60 kg | 900 mg |
| 70 kg | 1.050 mg |
Wie viel Sucralose ein Produkt enthält, steht nicht auf der Packung. Ein Liter Zero-Getränk enthält typischerweise deutlich weniger als 300 mg.
Sucralose bei Fructoseintoleranz und Reizdarm
Sucralose ist kein Zucker und kein Polyol; bei Fructoseintoleranz gilt sie deshalb als verträglich. Achtung bei Mischprodukten: Proteinriegel und Bonbons enthalten oft zusätzlich Sorbit oder Maltit.
Produkte mit Sucralose
349 Produkte in unserer Datenbank nennen Sucralose in der Zutatenliste (Herstellerangabe); hier die ersten 40, zuckerfreie Getränke zuerst. Weitere Getränke mit Süßungsmitteln stehen in der Liste der Zero-Getränke.
Studien und Bewertungen
Die wichtigsten Bewertungen von Behörden und Studien zu Sucralose. Beobachtungsstudien zeigen Zusammenhänge, aber keine Ursache; Labor- und Tierversuche lassen sich nicht direkt auf den Menschen übertragen.
- EFSA-Gremium FAF (2026): Re-evaluation of sucralose (E 955) as a food additive. EFSA Journal 24(2). [Behördenbewertung]
Erlaubte Tagesdosis 15 mg pro kg bestätigt, keine Bedenken zur Erbgutschädigung. Backen konnte die EFSA nicht als sicher bewerten, weil dabei chlorierte Stoffe entstehen könnten – das gilt auch für Backen und Frittieren zu Hause. - BfR (2026): Sucralose: Beim Erhitzen über 120 Grad können sich gesundheitsschädliche Stoffe bilden (Mitteilung 015/2026). Bundesinstitut für Risikobewertung. [Behördenbewertung]
Über 120 °C spaltet Sucralose Chlor ab; es können chlorierte Verbindungen mit gesundheitsschädlichem und krebserzeugendem Potenzial entstehen. Rat: Sucralose-haltige Lebensmittel nicht backen, braten oder frittieren, Sucralose erst nach dem Garen zugeben. - Suez J, Cohen Y, Valdés-Mas R et al. (2022): Personalized microbiome-driven effects of non-nutritive sweeteners on human glucose tolerance. Cell 185: 3307–3328. [Randomisierte Studie]
120 Gesunde nahmen zwei Wochen lang Süßstoffe unterhalb der Tagesdosis. Sucralose und Saccharin verschlechterten die Blutzuckerreaktion; alle vier Süßstoffe veränderten die Darmflora – je nach Person unterschiedlich. - Schiffman SS, Scholl EH, Furey TS, Nagle HT (2023): Toxicological and pharmacokinetic properties of sucralose-6-acetate and its parent sucralose: in vitro screening assays. Journal of Toxicology and Environmental Health, Part B. [Laborstudie]
Sucralose-6-acetat, eine Verunreinigung und ein Abbauprodukt, schädigte in Zellkulturen das Erbgut. Handelsübliche Sucralose enthielt bis zu 0,67 % davon. Nur Labordaten, keine Aussage über Wirkungen beim Menschen. - Debras C, Chazelas E, Sellem L et al. (2022): Artificial sweeteners and risk of cardiovascular diseases: results from the prospective NutriNet-Santé cohort. BMJ 378: e071204. [Beobachtungsstudie]
Bei rund 103.000 Erwachsenen in Frankreich ging hoher Sucralose-Verzehr mit einem um 31 % höheren Risiko für koronare Herzkrankheit einher – ein Grenzbefund. Zusammenhang, kein Ursachennachweis.
Häufige Fragen
Ist Sucralose schädlich?
Bei normalem Verzehr bis 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht am Tag hält die EFSA Sucralose für sicher (Neubewertung 2026). Problematisch ist Erhitzen über 120 °C: Dabei können chlorierte Stoffe entstehen. Eine Studie zeigt außerdem, dass Sucralose bei manchen Menschen die Blutzuckerreaktion und die Darmflora verändert.
Darf man Sucralose erhitzen?
Das BfR rät seit Februar 2026 davon ab, Sucralose oder damit gesüßte Lebensmittel zu backen, zu braten oder zu frittieren. Über 120 °C kann Sucralose Chlor abspalten. Heiße Getränke, Tee oder Kaffee erreichen diese Temperatur nicht; Sucralose am besten erst nach dem Garen zugeben.
Ist Sucralose krebserregend?
Für Sucralose selbst sieht die EFSA keine Hinweise auf eine erbgutschädigende Wirkung. Unklar ist das Risiko durch Stoffe, die beim Erhitzen entstehen, und durch Sucralose-6-acetat, das im Labor das Erbgut schädigte. Daten am Menschen fehlen.
Was ist Sucralose?
Sucralose ist ein Süßstoff, der aus Haushaltszucker hergestellt wird: Drei Bausteine des Zuckermoleküls werden durch Chlor ersetzt. Dadurch schmeckt sie etwa 600-mal süßer und wird kaum verdaut. Bekannteste Marke ist Splenda.
Schadet Sucralose der Darmflora?
In einer randomisierten Studie mit 120 Personen veränderte Sucralose innerhalb von zwei Wochen die Darmbakterien und verschlechterte bei manchen die Blutzuckerreaktion. Ob das langfristig Folgen hat, ist offen.
Ist Sucralose für Diabetiker geeignet?
Sucralose erhöht den Blutzucker nicht direkt und ist für Menschen mit Diabetes zugelassen; die WHO-Empfehlung gegen Süßstoffe nimmt Diabetes ausdrücklich aus. Die Cell-Studie von 2022 deutet aber an, dass die Blutzuckerreaktion bei manchen Menschen leidet.
Wo ist Sucralose drin?
Vor allem in zuckerfreien Energydrinks, Limonaden, Proteinpulvern und -riegeln, Sirupen und Kaugummi. Auf der Zutatenliste steht „Sucralose“ oder „E 955“, meist zusammen mit Acesulfam K.
Weitere Süßungsmittel: Aspartam, Stevia, Acesulfam K, Saccharin, Cyclamat, Thaumatin. Alle im Vergleich: Süßungsmittel-Übersicht.
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