Acesulfam K: schädlich? Tagesdosis, Studien, Produkte
- Art
- Süßstoff, E 950
- Herkunft
- synthetisch, Kaliumsalz (1967 bei Hoechst entdeckt)
- Süßkraft
- ca. 200-mal süßer als Zucker
- Kalorien
- keine, wird unverändert ausgeschieden
- Erlaubte Tagesdosis (ADI)
- 15 mg pro kg Körpergewicht (EFSA 2025, vorher 9 mg)
- Backen und Kochen
- sehr hitzestabil, back- und kochfest
Acesulfam K (E 950) ist der Süßstoff, der in den meisten Zero-Getränken steckt – in unserer Datenbank in mehr als 400 Produkten. Er ist etwa 200-mal süßer als Zucker, kalorienfrei und hitzestabil. Die EFSA hat die erlaubte Tagesdosis 2025 von 9 auf 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht angehoben.
Was ist Acesulfam K?
Acesulfam K, ausgeschrieben Acesulfam-Kalium, wurde 1967 zufällig im Labor der Hoechst AG entdeckt. Der Körper nimmt es auf, verändert es aber nicht und scheidet es über die Nieren aus. Es liefert daher keine Kalorien und lässt den Blutzucker nicht steigen. Weil es hitze- und lagerstabil ist, eignet es sich auch für Backwaren und Konserven.
Acesulfam K und Sucralose: warum fast immer im Doppelpack
Allein schmeckt Acesulfam K in höheren Mengen leicht bitter-metallisch. Kombiniert mit Sucralose oder Aspartam entsteht eine rundere, zuckerähnlichere Süße. So sind Pepsi Max und Paulaner Spezi Zero laut Zutatenliste mit Aspartam und Acesulfam K gesüßt, Coca-Cola Zero zusätzlich mit Cyclamat, Red Bull Sugarfree und Monster Energy Ultra mit Acesulfam K und Sucralose.
Ist Acesulfam K schädlich?
Die EFSA hat Acesulfam K 2025 umfassend neu bewertet. Ergebnis: keine Sicherheitsbedenken, kein Hinweis auf Krebs oder Erbgutschäden, und eine höhere Tagesdosis als zuvor. Grundlage ist eine Rattenstudie, in der selbst die höchste getestete Dosis von 1.500 mg pro kg keine schädlichen Wirkungen zeigte.
Für Schlagzeilen sorgte die französische NutriNet-Santé-Studie: Wer viel Acesulfam K aufnahm, hatte ein etwas höheres Risiko für Krebs (13 %) und koronare Herzkrankheit (40 %). Solche Beobachtungsstudien können aber nicht zeigen, ob der Süßstoff die Ursache ist – Menschen mit viel Süßstoff im Alltag unterscheiden sich oft auch sonst in Ernährung und Gewicht.
Wie viel Acesulfam K am Tag?
| Körpergewicht | Erlaubte Tagesdosis (15 mg/kg) |
|---|---|
| 20 kg (Kind) | 300 mg |
| 60 kg | 900 mg |
| 70 kg | 1.050 mg |
Die EU erlaubt in Getränken höchstens 350 mg Acesulfam K pro Liter. Ein 70 kg schwerer Erwachsener müsste also täglich drei Liter eines Getränks mit der Höchstmenge trinken, um die Tagesdosis zu erreichen.
Produkte mit Acesulfam K
429 Produkte in unserer Datenbank nennen Acesulfam K in der Zutatenliste (Herstellerangabe); hier die ersten 40, zuckerfreie Getränke zuerst. Weitere Getränke mit Süßungsmitteln stehen in der Liste der Zero-Getränke.
Studien und Bewertungen
Die wichtigsten Bewertungen von Behörden und Studien zu Acesulfam K. Beobachtungsstudien zeigen Zusammenhänge, aber keine Ursache; Labor- und Tierversuche lassen sich nicht direkt auf den Menschen übertragen.
- EFSA-Gremium FAF (2025): Re-evaluation of acesulfame K (E 950) as food additive. EFSA Journal. [Behördenbewertung]
Keine Sicherheitsbedenken; die erlaubte Tagesdosis steigt von 9 auf 15 mg pro kg. Selbst die höchste geschätzte Aufnahme liegt darunter. Die EFSA empfiehlt strengere Grenzwerte für Verunreinigungen wie 5-Chlor-Acesulfam. - Debras C, Chazelas E, Srour B et al. (2022): Artificial sweeteners and cancer risk: Results from the NutriNet-Santé population-based cohort study. PLOS Medicine 19(3): e1003950. [Beobachtungsstudie]
Bei rund 103.000 Erwachsenen ging höherer Acesulfam-K-Verzehr mit einem um 13 % höheren Krebsrisiko einher. Die Teilnahme war freiwillig, Störfaktoren sind möglich – ein Zusammenhang, kein Beweis. - Debras C, Chazelas E, Sellem L et al. (2022): Artificial sweeteners and risk of cardiovascular diseases: results from the prospective NutriNet-Santé cohort. BMJ 378: e071204. [Beobachtungsstudie]
Acesulfam K war mit einem um 40 % höheren Risiko für koronare Herzkrankheit verbunden. Auch hier: Beobachtung, keine Ursache.
Häufige Fragen
Ist Acesulfam K schädlich?
Laut EFSA nicht, solange die erlaubte Tagesdosis von 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht eingehalten wird. Die Behörde hat den Wert 2025 sogar angehoben. Französische Beobachtungsstudien sehen Zusammenhänge mit Krebs und Herzkrankheiten, können aber keine Ursache belegen.
Ist Acesulfam K krebserregend?
Die EFSA fand in ihrer Neubewertung 2025 keine Hinweise auf eine krebserregende oder erbgutschädigende Wirkung. Eine Beobachtungsstudie von 2022 fand bei Vielverzehrern ein um 13 % höheres Krebsrisiko; ob Acesulfam K die Ursache ist, bleibt offen.
Was ist Acesulfam K?
Acesulfam K (Acesulfam-Kalium, E 950) ist ein synthetischer Süßstoff, etwa 200-mal süßer als Zucker. Der Körper verwertet ihn nicht und scheidet ihn unverändert über die Nieren aus, deshalb hat er keine Kalorien.
Warum werden Acesulfam K und Sucralose kombiniert?
Acesulfam K allein schmeckt in höherer Konzentration leicht bitter. Zusammen mit Sucralose oder Aspartam wirkt die Süße runder und zuckerähnlicher, und es wird insgesamt weniger Süßstoff gebraucht.
Hat Acesulfam K Nebenwirkungen?
In üblichen Mengen sind keine bekannt. Acesulfam K wirkt nicht abführend und belastet den Darm nicht wie Zuckeralkohole. Bei Fructoseintoleranz gilt es als verträglich.
Wo ist Acesulfam K drin?
In den meisten Zero- und Light-Getränken, Energydrinks, Sirupen, Kaugummi, Bonbons, Milchprodukten, Konserven und Fertigsoßen. Auf der Zutatenliste steht „Acesulfam K“, „Acesulfam-Kalium“ oder „E 950“.
Weitere Süßungsmittel: Sucralose, Aspartam, Stevia, Saccharin, Cyclamat, Thaumatin. Alle im Vergleich: Süßungsmittel-Übersicht.
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