Mönchsfrucht-Zucker: Was ist erlaubt, was steckt drin?
- Art
- Süßungsmittel ohne EU-Zulassung als Zusatzstoff
- Herkunft
- Frucht der Kürbisgewächs-Pflanze Siraitia grosvenorii aus Südchina; süß durch Mogrosid V
- Süßkraft
- Extrakt 100- bis 250-mal süßer als Zucker
- Kalorien
- Extrakt praktisch keine
- Erlaubte Tagesdosis (ADI)
- EU: keiner; JECFA 2026: vorläufig 10 mg Mogrosid V pro kg
Mönchsfrucht (Monk Fruit) ist eine Frucht aus Südchina, deren Mogroside 100- bis 250-mal süßer sind als Zucker. In der EU sind nur einfache Abkochungen der Frucht erlaubt; ein gereinigter Mogrosid-Extrakt ist nicht als Süßungsmittel zugelassen. „Mönchsfrucht-Zucker“ aus Drogerie und Supermarkt besteht meist überwiegend aus Erythrit.
Was ist Mönchsfrucht?
Die Frucht der Pflanze Siraitia grosvenorii, auf Chinesisch Luo Han Guo, wird in China seit Jahrhunderten getrocknet und als Tee oder Abkochung verwendet. Ihre Süße stammt nicht von Zucker, sondern von Mogrosiden – vor allem Mogrosid V. In den USA sind Mogrosid-Extrakte als sicher eingestuft und verbreitet.
Was ist in der EU erlaubt?
Die Rechtslage hat zwei Seiten:
- Abkochungen der Frucht (wässrige Auszüge, nicht gezielt angereichert) gelten seit Oktober 2024 EU-weit nicht mehr als neuartiges Lebensmittel. Sie dürfen als Zutat verwendet werden.
- Gereinigte Mogrosid-Extrakte wären ein Süßungsmittel und brauchen eine Zulassung. Die EFSA konnte die Sicherheit 2019 nicht bestätigen: In einer Rattenstudie gab es Befunde an den Hoden, Langzeitstudien fehlten.
Das WHO-Gremium JECFA legte 2026 erstmals eine vorläufige Tagesdosis von 10 mg Mogrosid V pro kg fest – und warnte, dass Kinder in Ländern mit breiter Verwendung deutlich darüber liegen könnten.
Mönchsfrucht-Zucker: Mischung mit Erythrit
Weil das Konzentrat extrem süß ist, wird es für den Hausgebrauch gestreckt – fast immer mit Erythrit. Solche Mischungen lassen sich löffelweise wie Zucker verwenden, haben kaum Kalorien und lassen den Blutzucker nicht steigen. Für Verträglichkeit und Tagesmenge gelten die Regeln für Erythrit. Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt, wie viel Mönchsfrucht tatsächlich drin ist. Ähnlich aufgebaut sind viele Produkte mit Stevia.
Studien und Bewertungen
Die wichtigsten Bewertungen von Behörden und Studien zu Mönchsfrucht. Beobachtungsstudien zeigen Zusammenhänge, aber keine Ursache; Labor- und Tierversuche lassen sich nicht direkt auf den Menschen übertragen.
- EFSA-Gremium FAF (Younes M et al.) (2019): Safety of use of Monk fruit extract as a food additive in different food categories. EFSA Journal 17(12): 5921. [Behördenbewertung]
Die Daten reichten nicht für eine Sicherheitsaussage: In einer 90-Tage-Studie an Ratten gab es Befunde an den Hoden, Langzeitstudien fehlten. Ein Mogrosid-Extrakt ist deshalb nicht als Zusatzstoff zugelassen. - JECFA (WHO/FAO) (2026): 102nd meeting – Summary and conclusions. WHO/FAO. [Behördenbewertung]
Vorläufige Tagesdosis 0 bis 10 mg pro kg, gerechnet als Mogrosid V. Die geschätzte Aufnahme von Kindern liegt beim Vierfachen; das Gremium sieht darin mögliche Sicherheitsbedenken. - Tey SL, Salleh NB, Henry J, Forde CG (2017): Effects of aspartame-, monk fruit-, stevia- and sucrose-sweetened beverages on postprandial glucose, insulin and energy intake. International Journal of Obesity 41: 450–457. [Randomisierte Studie]
30 Männer: Die mit Mönchsfrucht eingesparten Kalorien wurden beim Essen danach vollständig ausgeglichen; Blutzucker und Insulin über drei Stunden wie nach Zucker.
Häufige Fragen
Was ist Mönchsfrucht?
Mönchsfrucht (Monk Fruit, Luo Han Guo) ist die Frucht einer Kletterpflanze aus Südchina. Ihre Süße stammt von Mogrosiden, vor allem Mogrosid V. In der chinesischen Küche wird sie seit Langem als getrocknete Frucht und als Abkochung verwendet.
Ist Mönchsfrucht in der EU erlaubt?
Teilweise. Wässrige Abkochungen der Frucht gelten seit Oktober 2024 EU-weit nicht mehr als neuartig und dürfen verwendet werden. Ein gereinigter Mogrosid-Extrakt ist als Süßungsmittel nicht zugelassen, weil die EFSA 2019 die Sicherheit nicht bestätigen konnte.
Was ist in Mönchsfrucht-Zucker drin?
Produkte, die als Mönchsfrucht-Zucker in Drogerie und Supermarkt verkauft werden, bestehen meist überwiegend aus Erythrit mit einem kleinen Anteil Mönchsfrucht-Konzentrat. Für Kalorien und Verträglichkeit zählt deshalb vor allem das Erythrit.
Hat Mönchsfrucht Nebenwirkungen?
Für die traditionelle Abkochung sind keine bekannt. Für konzentrierte Extrakte fehlen Langzeitstudien; das WHO-Gremium JECFA hat 2026 nur eine vorläufige Tagesdosis festgelegt. Mischprodukte mit Erythrit können in großen Mengen abführend wirken.
Darf man Mönchsfrucht in der Schwangerschaft essen?
Dazu gibt es keine belastbaren Daten. Wer sichergehen möchte, greift in der Schwangerschaft zu zugelassenen und gut untersuchten Süßungsmitteln oder spricht mit der Frauenarztpraxis.
Weitere Süßungsmittel: Allulose. Alle im Vergleich: Süßungsmittel-Übersicht.