Mannit (E 421): Zuckeraustauschstoff mit Abführwirkung

Redaktion kohlenhydrate.de · · Noch nicht fachlich geprüft

Art
Zuckeraustauschstoff (Polyol), E 421
Herkunft
natürlich in Pilzen, Algen, Feigen und Manna-Esche; industriell durch Hydrierung
Süßkraft
50–70 % von Zucker
Kalorien
2,4 kcal/g (laut EU-Kennzeichnungsrecht)
Glykämischer Index
0
Erlaubte Tagesdosis (ADI)
nicht festgelegt (JECFA: „not specified“)

Mannit (E 421) ist ein Zuckeraustauschstoff, der in Pilzen, Algen und Feigen vorkommt und etwa halb so süß ist wie Zucker. Er lässt den Blutzucker nicht steigen, wirkt aber schon ab etwa 10 bis 20 g abführend – deutlich früher als Erythrit oder Xylit.

Was ist Mannit?

Mannit (Mannitol) ist ein Zuckeralkohol, eng verwandt mit Sorbit. Seinen Namen hat er vom süßen Saft der Manna-Esche. Industriell wird er durch Hydrierung hergestellt. Weil Mannit kaum Feuchtigkeit zieht, dient er als Puder auf Kaugummi, als Füllstoff in Tabletten und als Trägerstoff. Laut EFSA ist er das einzige Süßungsmittel, das in Säuglings- und Kleinkindnahrung erlaubt ist – als Träger für Vitamin B12.

Mannit und Verdauung

Der Darm nimmt Mannit kaum auf. Im Dickdarm bindet es Wasser und wird von Bakterien vergoren – das führt zu Blähungen und Durchfall. Bei Reizdarm gehört Mannit zu den Auslösern, die in der Eliminationsphase der FODMAP-Diät gemieden werden; natürliche Quellen sind etwa Champignons und Blumenkohl.

Studien und Bewertungen

Die wichtigsten Bewertungen von Behörden und Studien zu Mannit. Beobachtungsstudien zeigen Zusammenhänge, aber keine Ursache; Labor- und Tierversuche lassen sich nicht direkt auf den Menschen übertragen.

  1. Livesey G (2003): Health potential of polyols as sugar replacers, with emphasis on low glycaemic properties. Nutrition Research Reviews 16: 163–191. [Übersichtsarbeit]
    Glykämischer Index und Insulinindex von Mannit liegen bei 0 – es wird kaum aufgenommen und erreicht das Blut praktisch nicht.
  2. Mäkinen KK (2016): Gastrointestinal Disturbances Associated with the Consumption of Sugar Alcohols with Special Consideration of Xylitol. International Journal of Dentistry. [Übersichtsarbeit]
    Sorbit und Mannit wirken bei manchen Menschen schon ab 10 bis 20 g am Tag abführend – schneller als andere Polyole.
  3. JECFA (WHO/FAO) (1986): Mannitol – Toxicological evaluation. WHO Food Additives Series. [Behördenbewertung]
    Eine Höchstmenge pro Tag ist nicht nötig („ADI not specified“); die Grenze setzt die abführende Wirkung.

Häufige Fragen

Was ist Mannit?

Mannit (Mannitol, E 421) ist ein Zuckeralkohol, der natürlich in Pilzen, Algen und Feigen vorkommt. Er süßt etwa halb so stark wie Zucker und wird in Süßwaren, als Trägerstoff in Tabletten und als Trennmittel eingesetzt.

Ist Mannit schädlich?

In kleinen Mengen nicht; das WHO-Gremium JECFA hält eine Höchstmenge für unnötig. Mannit wirkt aber schon ab etwa 10 bis 20 g abführend und ist bei Reizdarm ein typischer Auslöser von Beschwerden.

Warum wird Mannit bei der Darmspiegelung verwendet?

In hoher Dosis zieht Mannit Wasser in den Darm und reinigt ihn. Als Arzneimittel zur Darmvorbereitung ist das eine gezielte Anwendung unter ärztlicher Aufsicht – in Lebensmitteln sind die Mengen viel kleiner.

Ist Mannit ein FODMAP?

Ja. Mannit gehört wie Sorbit zu den Polyolen der FODMAP-Gruppe. Die Monash University fand bei Reizdarm nach 10 g Mannit signifikant mehr Beschwerden. Pilze und Blumenkohl sind natürliche Quellen.

Weitere Zuckeraustauschstoffe: Erythrit, Xylit, Sorbit, Isomalt, Maltit, Lactit. Alle im Vergleich: Süßungsmittel-Übersicht.

Passende Ratgeber

Quellen

  1. Monash University: Sweeteners and the low FODMAP diet
  2. EFSA: Update on the re-evaluation of sweeteners (Juli 2026)
  3. apotheke adhoc: Erythrit, Xylit & Co. – was können Zuckeraustauschstoffe?