Aspartam: Was es ist, wo es drin ist, wie riskant
- Art
- Süßstoff, E 951
- Herkunft
- synthetisch aus den Aminosäuren Asparaginsäure und Phenylalanin (1965 entdeckt)
- Süßkraft
- ca. 200-mal süßer als Zucker
- Kalorien
- praktisch keine (4 kcal/g, winzige Mengen)
- Erlaubte Tagesdosis (ADI)
- 40 mg pro kg Körpergewicht (EFSA 2013, JECFA 2023)
- Backen und Kochen
- nicht hitzestabil, zum Backen ungeeignet
Aspartam (E 951) ist ein Süßstoff, der in vielen Light- und Zero-Getränken steckt. Die erlaubte Tagesdosis liegt laut EFSA und dem WHO-Gremium JECFA bei 40 mg pro Kilogramm Körpergewicht. 2023 hat die Krebsforschungsagentur IARC Aspartam als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft; an der erlaubten Tagesdosis hat das nichts geändert. Für Menschen mit Phenylketonurie ist Aspartam tabu.
Was ist Aspartam?
Aspartam besteht aus den Aminosäuren Asparaginsäure und Phenylalanin. Es süßt um ein Vielfaches stärker als Zucker und liefert in den eingesetzten Mengen praktisch keine Kalorien. Im Körper wird es in Phenylalanin, Asparaginsäure und eine kleine Menge Methanol zerlegt. Die EFSA hat diese Abbauprodukte 2013 bewertet und bei der derzeitigen Aufnahme als unbedenklich eingestuft; der Anteil des Methanols an der Gesamtaufnahme aus der Nahrung ist gering.
Wegen des Phenylalanins schreibt das EU-Recht einen Hinweis vor: „Enthält Aspartam (eine Phenylalaninquelle)“ oder „Enthält eine Phenylalaninquelle“.
Aspartam und Krebs: die Bewertung von 2023
Im Juli 2023 haben zwei Gremien Aspartam gleichzeitig bewertet:
- Die IARC (Internationale Agentur für Krebsforschung) stufte Aspartam in Gruppe 2B – „möglicherweise krebserregend“ ein. Grundlage waren begrenzte Hinweise beim Menschen.
- Das JECFA (Expertengremium von WHO und FAO) bewertete das Risiko bei üblichen Mengen und bestätigte die erlaubte Tagesdosis von 40 mg pro Kilogramm Körpergewicht.
Die IARC beschreibt, ob ein Stoff grundsätzlich Krebs auslösen könnte – nicht, ab welcher Menge ein Risiko besteht. Das bewerten JECFA und EFSA. Beide halten Aspartam innerhalb der Tagesdosis für sicher.
Wie viel Aspartam ist erlaubt?
| Körpergewicht | Erlaubte Tagesdosis (40 mg/kg) |
|---|---|
| 20 kg (Kind) | 800 mg |
| 60 kg | 2.400 mg |
| 70 kg | 2.800 mg |
| 90 kg | 3.600 mg |
Wie viel Aspartam ein Getränk genau enthält, steht nicht auf der Packung – nur, dass es enthalten ist. Wer täglich mehrere Liter Light-Getränke trinkt, kommt bei Kindern schneller in die Nähe der Tagesdosis als bei Erwachsenen.
Getränke mit Aspartam
In unserer Datenbank enthalten laut Zutatenliste über 160 Getränke Aspartam, meist zusammen mit Acesulfam K und oft mit Cyclamat. Beispiele:
- Cola: Coca-Cola Zero Sugar, Coca-Cola Light, Pepsi Max, Pepsi Zero Zucker, fritz-kola zuckerfrei, Afri Cola ohne Zucker
- Limonaden: viele Deit-, Bizzl-, Sinalco- und Schwip-Schwap-Sorten ohne Zucker
- Sirupe für Wassersprudler: zahlreiche SodaStream-Sorten
Ohne Aspartam kommen dagegen viele Energydrinks aus: Monster Energy Zero Sugar oder Red Bull Sugarfree sind mit Acesulfam K und Sucralose gesüßt. Welche Süßstoffe in welchem Getränk stecken, zeigt die Liste der Zero-Getränke.
Wer sollte Aspartam meiden?
- Menschen mit Phenylketonurie (PKU): Sie können Phenylalanin nicht abbauen und müssen eine phenylalaninarme Diät einhalten. Für sie gilt die erlaubte Tagesdosis nicht.
- Schwangere: Laut EFSA besteht bei Einhaltung der Tagesdosis kein Risiko für das Ungeborene – außer bei PKU der Mutter.
- Abnehmwillige: Die WHO rät seit 2023 davon ab, Süßstoffe wie Aspartam gezielt zur Gewichtskontrolle einzusetzen, weil ein langfristiger Nutzen nicht belegt ist.
Fazit
Aspartam ist einer der am besten untersuchten Zusatzstoffe. Innerhalb der erlaubten Tagesdosis von 40 mg pro Kilogramm Körpergewicht gilt er nach EFSA und JECFA als sicher; die IARC-Einstufung von 2023 hat daran nichts geändert. Wer Aspartam meiden möchte, findet Getränke mit anderen Süßstoffen in unserer Zero-Liste. Andere Süßstoffe im Vergleich: Süßungsmittel im Überblick.
Produkte mit Aspartam
170 Produkte in unserer Datenbank nennen Aspartam in der Zutatenliste (Herstellerangabe); hier die ersten 40, zuckerfreie Getränke zuerst. Weitere Getränke mit Süßungsmitteln stehen in der Liste der Zero-Getränke.
| Produkt | Zucker / 100 g bzw. ml | kcal | Weitere Süßungsmittel |
|---|---|---|---|
| 28 Black Absolute Zero Guava-Passion Fruit | 0 g | 2 | Acesulfam-K, Cyclamat, Saccharin |
| 28 Black Acai Zero | 0 g | 2 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| 28 Black Berry Mix Zero | 0 g | 4 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| 4Move Multifruit Flavour Zero Sugar | 0 g | 1 | Acesulfam-K, Sucralose |
| 7UP Free Ohne Zucker | 0 g | 0 | Acesulfam-K |
| 7UP Lemon & Lime | 0 g | 1 | Acesulfam-K |
| 7UP Zero Zucker | 0 g | 0 | Acesulfam-K |
| Afri Cola ohne Zucker | 0 g | 0 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Afri Cola Ohne Zucker Dose | 0 g | 0 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Almdudler Limonade zuckerfrei | 0 g | 2 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Almdudler zuckerfrei | 0 g | 1 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Alwa Grapefruit Zero | 0,5 g | 3 | Acesulfam-K, Cyclamat, Saccharin |
| Alwa Limo Light Lemon | 0 g | 3 | Acesulfam-K, Cyclamat, Saccharin |
| Alwa Limo Light Orange | 0 g | 3 | Acesulfam-K, Cyclamat, Saccharin |
| Alwa Zero Blutorange | 0 g | 3 | Acesulfam-K, Cyclamat, Saccharin |
| Alwa Zero Orange | 0 g | 3 | Acesulfam-K, Cyclamat, Saccharin |
| Ardey Quelle Orange zuckerfrei | 0 g | 3 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Bad Meinberger 0,Nix Cola Mix zuckerfrei | 0 g | 2 | Acesulfam-K, Cyclamat, Saccharin |
| Bad Meinberger 0,nix Mango Pitanga zuckerfrei | 0 g | 3 | Acesulfam-K, Cyclamat, Saccharin |
| Bad Meinberger 0,NIX Sweet Cherry zuckerfrei | 0 g | 3 | Acesulfam-K, Cyclamat, Saccharin |
| Bad Meinberger Pink Grapefruit zuckerfrei | 0 g | 4 | Acesulfam-K, Cyclamat, Saccharin |
| Bizzl Colamix leicht & fit | 0 g | 2 | Acesulfam-K |
| Coca Cola Vanilla Zero | 0 g | 0 | Acesulfam-K |
| Coca Cola Vanilla Zero Sugar | 0 g | 0 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Coca Cola Zero Lima | 0,5 g | 1 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Coca-Cola Cherry ohne Zucker | 0 g | 0 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Coca-Cola Light | 0 g | 0 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Coca-Cola light taste | 0 g | 0 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Coca-Cola light taste koffeinfrei | 0 g | 0 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Coca-Cola Vanilla Ohne Zucker | 0 g | 0 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Coca-Cola Zero koffeinfrei | 0 g | 0 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Coca-Cola Zero Lemon | 0 g | 1 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Coca-Cola Zero Sugar | 0 g | 0 | Acesulfam-K, Cyclamat, Steviolglycoside |
| Coca-Cola Zero Sugar Cherry | 0 g | 0 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Coca-Cola Zero Sugar Holiday Creamy Vanilla | 0 g | 0 | Acesulfam-K, Sucralose |
| Coca-Cola Zero Sugar Koffeinfrei | 0 g | 0 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Coca-Cola Zero Sugar Lemon | 0 g | 1 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Coca-Cola Zero Sugar Vanilla | 0 g | 0 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Coca-Cola Zero Zucker | 0 g | 0 | Acesulfam-K, Cyclamat |
| Deit Citro | 0 g | 1 | Acesulfam-K, Sucralose, Cyclamat, Saccharin |
Studien und Bewertungen
Die wichtigsten Bewertungen von Behörden und Studien zu Aspartam. Beobachtungsstudien zeigen Zusammenhänge, aber keine Ursache; Labor- und Tierversuche lassen sich nicht direkt auf den Menschen übertragen.
- Riboli E, Beland FA, Lachenmeier DW et al. (2023): Carcinogenicity of aspartame, methyleugenol, and isoeugenol. Lancet Oncology. [Behördenbewertung]
Begründung der IARC-Einstufung in Gruppe 2B („möglicherweise krebserregend“): begrenzte Hinweise beim Menschen (Leberkrebs), im Tierversuch und zum Mechanismus. - WHO/JECFA (2023): Aspartame hazard and risk assessment results released. WHO. [Behördenbewertung]
Die Tagesdosis von 40 mg pro kg bleibt. Ein 70 kg schwerer Erwachsener müsste 9 bis 14 Dosen Light-Limonade am Tag trinken, um sie zu überschreiten. - Debras C, Chazelas E, Srour B et al. (2022): Artificial sweeteners and cancer risk: Results from the NutriNet-Santé population-based cohort study. PLOS Medicine 19(3): e1003950. [Beobachtungsstudie]
102.865 Erwachsene, im Mittel 7,8 Jahre beobachtet: Viel Aspartam ging mit 15 % mehr Krebserkrankungen und 22 % mehr Brustkrebs einher. Zusammenhang, kein Ursachennachweis. - Debras C, Chazelas E, Sellem L et al. (2022): Artificial sweeteners and risk of cardiovascular diseases: results from the prospective NutriNet-Santé cohort. BMJ 378: e071204. [Beobachtungsstudie]
Aspartam war mit 17 % mehr Schlaganfällen und anderen Gefäßereignissen im Gehirn verbunden. Beobachtung, keine Ursache. - Suez J, Cohen Y, Valdés-Mas R et al. (2022): Personalized microbiome-driven effects of non-nutritive sweeteners on human glucose tolerance. Cell 185: 3307–3328. [Randomisierte Studie]
Bei 120 Gesunden veränderte Aspartam die Darmflora, verschlechterte die Blutzuckerreaktion aber nicht signifikant – anders als Sucralose und Saccharin.
Häufige Fragen
Was ist Aspartam?
Aspartam (E 951) ist ein Süßstoff aus zwei Aminosäuren, Asparaginsäure und Phenylalanin. Er süßt um ein Vielfaches stärker als Zucker und wird deshalb nur in winzigen Mengen eingesetzt, vor allem in Light- und Zero-Getränken.
Ist Aspartam krebserregend?
Die IARC hat Aspartam 2023 als „möglicherweise krebserregend“ (Gruppe 2B) eingestuft, weil es begrenzte Hinweise gibt. Das Gremium JECFA hat gleichzeitig die erlaubte Tagesdosis von 40 mg pro Kilogramm Körpergewicht bestätigt; die EFSA hält Aspartam bei der derzeitigen Aufnahme für sicher.
Wie viel Aspartam am Tag ist erlaubt?
Die erlaubte Tagesdosis (ADI) liegt laut EFSA und JECFA bei 40 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Für einen 70 kg schweren Erwachsenen sind das 2.800 mg am Tag. Für Menschen mit Phenylketonurie gilt der Wert nicht.
Wo ist Aspartam drin?
Vor allem in zuckerfreien Getränken wie Cola Zero, Cola Light, Pepsi Max und vielen Zero-Limonaden, außerdem in Kaugummi, Desserts und Tafelsüße. Auf der Zutatenliste steht „Aspartam“ oder „E 951“, dazu der Hinweis auf eine Phenylalaninquelle.
Welche Nebenwirkungen hat Aspartam?
Für die allgemeine Bevölkerung hat die EFSA bei der derzeitigen Aufnahme keine Risiken für Gehirn, Nervensystem oder Verhalten gefunden. Menschen mit der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie müssen Aspartam meiden, weil sie Phenylalanin nicht abbauen können.
Weitere Süßungsmittel: Sucralose, Stevia, Acesulfam K, Saccharin, Cyclamat, Thaumatin. Alle im Vergleich: Süßungsmittel-Übersicht.
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