Allulose: in der EU nicht zugelassen – was dahintersteckt

Redaktion kohlenhydrate.de · · Noch nicht fachlich geprüft

Art
Süßungsmittel ohne EU-Zulassung als Zusatzstoff
Herkunft
seltener Einfachzucker, natürlich nur in Spuren; industriell enzymatisch aus Fructose
Süßkraft
ca. 70 % von Zucker
Kalorien
ca. 0,4 kcal/g
Erlaubte Tagesdosis (ADI)
keiner; in der EU nicht als Lebensmittel zugelassen

Allulose ist ein seltener Zucker, der wie Zucker schmeckt, aber kaum Kalorien liefert – in der EU ist er nicht zugelassen. Die EFSA konnte 2025 die Sicherheit nicht bestätigen, weil der Antragsteller Daten schuldig blieb. In den USA und Teilen Asiens wird Allulose dagegen als Zuckerersatz verkauft.

Was ist Allulose?

Allulose (D-Psicose) ist ein Einfachzucker mit der gleichen Summenformel wie Fruchtzucker, nur anders gebaut. In der Natur kommt er nur in Spuren vor. Industriell wird er mit Enzymen aus Fructose hergestellt. Der Körper nimmt Allulose zwar auf, verwertet sie aber kaum und scheidet sie überwiegend aus. Deshalb liefert sie nur rund 0,4 kcal pro Gramm, ein Zehntel von Zucker.

Warum ist Allulose in der EU nicht erlaubt?

Neue Lebensmittel, die vor 1997 in der EU nicht in nennenswerter Menge gegessen wurden, brauchen eine Novel-Food-Zulassung. Für Allulose läuft ein Antrag. Die EFSA forderte Daten zur Herstellung, zur Erbgutschädigung und zu Studien am Menschen nach; weil sie nicht kamen, lautete ihr Fazit im Juni 2025: Die Sicherheit „kann nicht festgestellt werden“. Damit fehlt die Grundlage für eine Zulassung.

Allulose kaufen: Was gilt?

Allulose wird online angeboten, oft als Import. Als Lebensmittel in Verkehr gebracht werden darf sie in der EU ohne Zulassung nicht. Wer Zuckerersatz mit ähnlichen Eigenschaften sucht, findet zugelassene Alternativen: Erythrit ist ebenfalls kalorienfrei und lässt den Blutzucker nicht steigen, Stevia süßt ohne Volumen.

Allulose und Blutzucker

Allulose erhöht den Blutzucker praktisch nicht. In einer randomisierten Studie mit 30 Personen dämpften 7,5 bis 10 g Allulose den Blutzuckeranstieg nach einer Portion Zucker. Das ist ein interessanter Befund, aber ein kleiner und kurzfristiger. In größeren Mengen kann Allulose Blähungen und Durchfall verursachen.

Studien und Bewertungen

Die wichtigsten Bewertungen von Behörden und Studien zu Allulose. Beobachtungsstudien zeigen Zusammenhänge, aber keine Ursache; Labor- und Tierversuche lassen sich nicht direkt auf den Menschen übertragen.

  1. EFSA-Gremium NDA (Turck D et al.) (2025): Safety of D-allulose as a novel food pursuant to Regulation (EU) 2015/2283. EFSA Journal 23(6). [Behördenbewertung]
    Die Sicherheit von Allulose als neuartiges Lebensmittel kann nicht festgestellt werden: Der Antragsteller lieferte angeforderte Daten zu Herstellung, Erbgutschädigung und Studien am Menschen nicht nach.
  2. Franchi F, Yaranov DM, Rollini F et al. (2021): Effects of D-allulose on glucose tolerance and insulin response to a standard oral sucrose load: results of a prospective, randomized, crossover study. BMJ Open Diabetes Research & Care 9: e001939. [Randomisierte Studie]
    30 Erwachsene ohne Diabetes: 7,5 bis 10 g Allulose zusammen mit Zucker senkten den Blutzucker nach 30 Minuten dosisabhängig. Die Autoren nennen die Ergebnisse vorläufig.

Häufige Fragen

Was ist Allulose?

Allulose (D-Psicose) ist ein seltener Zucker, chemisch eng mit Fruchtzucker verwandt. Er schmeckt wie Zucker, süßt etwa 70 % so stark und liefert nur rund 0,4 kcal pro Gramm, weil der Körper ihn kaum verwertet.

Ist Allulose in Deutschland erlaubt?

Nein. Allulose gilt in der EU als neuartiges Lebensmittel und braucht eine Zulassung. Die EFSA konnte 2025 die Sicherheit nicht bestätigen, weil Daten fehlten. In den USA ist Allulose als sicher eingestuft (GRAS) und weit verbreitet.

Kann man Allulose in Deutschland kaufen?

Im Handel tauchen Produkte über Onlineshops aus dem Ausland auf. Als Lebensmittel verkauft werden dürfen sie in der EU ohne Zulassung nicht; die Sicherheit ist hier nicht bewertet. Zugelassene Alternativen mit ähnlicher Wirkung auf den Blutzucker sind Erythrit und Stevia.

Hat Allulose Nebenwirkungen?

In größeren Mengen kann Allulose Blähungen und Durchfall auslösen, ähnlich wie Zuckeralkohole. Langzeitdaten am Menschen sind knapp – genau das bemängelte die EFSA.

Erhöht Allulose den Blutzucker?

Allulose selbst lässt den Blutzucker kaum steigen. In einer kleinen Studie dämpfte sie sogar den Anstieg nach Zucker. Die Ergebnisse gelten als vorläufig.

Weitere Süßungsmittel: Mönchsfrucht. Alle im Vergleich: Süßungsmittel-Übersicht.

Quellen

  1. UK Food Standards Agency, ACNFP: D-Allulose (2024)
  2. FDA: Aspartame and Other Sweeteners in Food (GRAS-Liste)