Paleo-Diät: Was darf man essen? Regeln & Studienlage

Redaktion kohlenhydrate.de · · Noch nicht fachlich geprüft

Prinzip
Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse, Obst und Nüsse; kein Getreide, keine Milchprodukte, kein Zucker, keine Fertigprodukte
Kohlenhydrate pro Tag
Keine feste Grenze, meist weniger als in üblicher Kost
Dauer
Wochen bis dauerhaft
Schwangerschaft/Stillzeit
nur ärztlich begleitet / nur ärztlich begleitet
Kategorie
Ernährungsformen
Einschätzung
2,4 von 5

Die Paleo-Diät, kurz Paleo, will so essen wie die Menschen der Steinzeit: Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse, Obst und Nüsse, dafür kein Getreide, keine Milchprodukte und keinen Zucker. In kleinen Studien nahmen Teilnehmende kurzfristig etwas mehr ab als mit Vergleichsdiäten. Für Aussagen über Jahre fehlen aber gute Daten.

Was ist die Paleo-Diät?

Paleo steht für Paläolithikum, die Altsteinzeit. Die Paleo-Ernährung orientiert sich an den Essgewohnheiten unserer Vorfahren vor etwa 2,6 Millionen bis 10.000 Jahren, also vor der Erfindung der Landwirtschaft. Lebensmittel, die es damals nicht gab, fallen weg: Milchprodukte, Getreide, Zucker, Salz, Alkohol und verarbeitete Produkte. So beschreibt es eine Übersichtsarbeit im Nutrition Journal (de Menezes et al. 2019).

Die Idee dahinter: Unser Stoffwechsel sei an moderne Agrarprodukte noch nicht angepasst. Wissenschaftlich belegt ist diese Annahme nicht. Außerdem aßen Jäger und Sammler je nach Region und Klima sehr unterschiedlich. „Die“ Steinzeiternährung gab es also nicht.

So funktioniert die Paleo-Diät

Paleo ist eine Ernährungsform ohne Kalorien- oder Punktezählen. Die wichtigsten Regeln:

Eine feste Kohlenhydratgrenze gibt es nicht. Weil Brot, Nudeln und Reis wegfallen, ist Paleo aber meist kohlenhydratärmer als die übliche Kost. Unser Beispieltag kommt auf gut 60 Gramm. Wer stärker reduzieren will, landet schnell bei einer Low-Carb-Diät. In den Studien aßen die Teilnehmenden meist so viel, wie sie wollten (ad libitum). Abgenommen haben sie trotzdem, weil die Kost sättigt und energiedichte Snacks wegfallen.

Was darf man bei der Paleo-Diät essen?

Erlaubt:

Meiden:

Paleo-Müsli, Brot und Ersatzprodukte

Im Handel gibt es Paleo-Müsli, Paleo-Brot und Backmischungen, meist aus Nüssen, Samen und Trockenobst. Sie passen formal zu den Regeln, sind aber oft sehr energiereich. Trockenfrüchte wie Datteln liefern viel Zucker. Lies deshalb die Nährwertangaben und sieh solche Produkte eher als Ausnahme, nicht als Grundlage.

Viele Paleo-taugliche Lebensmittel findest du in der Liste der Low-Carb-Lebensmittel und bei Gemüse mit wenig Kohlenhydraten.

Beispieltag mit Kohlenhydraten

So kann ein Paleo-Tag aussehen. Die Kohlenhydratwerte stammen aus unserer Datenbank.

Mahlzeit Lebensmittel Kohlenhydrate
Frühstück 120 g Spiegelei (2 Eier), 100 g Spinat, 70 g Avocado 2,4 g
Mittagessen 150 g Rindersteak, 200 g Süßkartoffel, 200 g Brokkoli, 10 g Olivenöl 30,6 g
Snack 150 g Apfel, 25 g Mandeln 18,5 g
Abendessen 150 g Lachs, 150 g Zucchini, 100 g Paprika, 50 g Feldsalat, 15 g Walnüsse 11,5 g
Summe 63,0 g

Der Tag liefert nach unseren Daten rund 1.620 kcal. Die meisten Kohlenhydrate kommen aus Süßkartoffel und Apfel.

Was sagt die Studienlage zur Paleo-Diät?

Ehrlich gesagt: dünn. Es gibt nur wenige randomisierte Studien, und die sind klein und meist kurz.

Einordnung: Kurzfristig scheint Paleo ähnlich gut oder etwas besser zu wirken als eine Standardkost. Ob das am Steinzeit-Prinzip liegt oder einfach daran, dass Zucker, Snacks und Fertigprodukte wegfallen, lässt sich nicht trennen. Daten zu Herzinfarkten, Lebenserwartung oder Knochengesundheit gibt es nicht.

Vor- und Nachteile der Paleo-Diät

Vorteile

Nachteile

Für wen eignet sich die Paleo-Diät?

Eher geeignet ist Paleo für gesunde Erwachsene, die gern frisch kochen, Fertigprodukte reduzieren wollen und mit dem Verzicht auf Brot und Milchprodukte gut zurechtkommen. Wer die Vorteile ohne strenge Verbote möchte, ist mit der Mittelmeerdiät gut beraten. Weitere Ansätze findest du im Diäten-Überblick.

Weniger geeignet ist Paleo, wenn du schon jetzt wenig Calcium oder Jod aufnimmst oder dir der Alltag mit strengen Regeln schwerfällt. Laut DGE liefern Milchprodukte vor allem Eiweiß, Calcium, Jod sowie die Vitamine B2 und B12. Wer sie weglässt, muss diese Nährstoffe anders abdecken. Wenn du schwanger bist oder stillst, eine Essstörung hast oder hattest, Medikamente gegen Diabetes nimmst oder eine Nierenerkrankung hast, sprich eine Umstellung vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.

Vorsicht bei Medikamenten und Erkrankungen

Nimmst du Medikamente oder hast eine Erkrankung, sprich die Umstellung vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.

Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit

Paleo lässt Milchprodukte, Getreide und Hülsenfrüchte weg. Für die Schwangerschaft empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben dagegen reichlich Vollkorn und regelmäßig Milchprodukte. Ohne sie werden Calcium und Jod leicht knapp. Wenn du schwanger bist oder stillst, sprich Paleo deshalb mit Ärztin oder Arzt ab. Bei Kinderwunsch: Jodsalz, täglich 400 µg Folsäure und Calcium aus anderen Quellen einplanen. Quelle

Mehr dazu: Nahrungsergänzung in Schwangerschaft und Stillzeit.

Paleo-Diät im Vergleich

DiätPrinzipKohlenhydrate pro TagEinschätzung
Paleo-DiätFleisch, Fisch, Eier, Gemüse, Obst und Nüsse; kein Getreide, keine Milchprodukte, kein Zucker, keine FertigprodukteKeine feste Grenze, meist weniger als in üblicher Kost2,4 von 5
Low-Carb-DiätWeniger Kohlenhydrate, dafür mehr Eiweiß, Fett und Gemüse – ohne Ketoseetwa 50–130 g pro Tag, je nach Variante3,6 von 5
MittelmeerdiätViel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkorn und Nüsse, Olivenöl als Hauptfett, regelmäßig Fisch, wenig rotes FleischKeine feste Grenze, meist aus Vollkorn und Hülsenfrüchten4,2 von 5
Carnivore-DiätAusschließlich tierische Lebensmittel – Fleisch, Fisch, Eier, teils Milchprodukte; keine Pflanzennahezu 0 g pro Tag1,2 von 5

Alle Diäten mit Bewertung: Diäten im Überblick.

Fachliche Einschätzung: Paleo-Diät

KriteriumBewertung
Abnehmerfolg 3 von 5
Alltagstauglichkeit 2 von 5
Nährstoffversorgung 3 von 5
Studienlage 2 von 5
Langfristig durchhaltbar 2 von 5
Gesamt2,4 von 5

Paleo setzt auf unverarbeitete Lebensmittel, viel Gemüse und Eiweiß und führte in kleinen Studien kurzfristig zu etwas mehr Gewichtsverlust und kleinerem Taillenumfang. Die Evidenz beruht aber auf wenigen kleinen RCTs, nach zwei Jahren war der Vorteil nicht mehr gesichert. Der Verzicht auf Getreide, Hülsenfrüchte und Milchprodukte erschwert Alltag und Versorgung mit Calcium und Jod.

Einschätzung der Redaktion auf Grundlage der genannten Studien und Leitlinien (1 = schwach, 5 = sehr gut). Gleiche Kriterien für alle Diäten: so bewerten wir.

Was Fachleute in TV-Beiträgen sagen

Aussagen sinngemäß aus den Untertiteln der Beiträge zusammengefasst. Ergebnisse einzelner Testpersonen sind nicht übertragbar.

Erfahrungen mit der Paleo-Diät

Noch keine Erfahrungsberichte. Hast du Erfahrung mit der Paleo-Diät? Erzähl, was funktioniert hat und was nicht – das hilft anderen bei der Entscheidung.

Erfahrungsberichte sind persönliche Eindrücke einzelner Menschen, keine Studienergebnisse und keine Empfehlung. Wir lesen jeden Bericht vor der Veröffentlichung, können aber nicht überprüfen, ob die Person die Diät tatsächlich gemacht hat. Berichte werden weder bezahlt noch nach Ergebnis ausgewählt.

Häufige Fragen

Was ist Paleo-Ernährung?

Paleo orientiert sich an der Ernährung der Altsteinzeit vor etwa 2,6 Millionen bis 10.000 Jahren, also vor Beginn der Landwirtschaft. Gegessen werden Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse, Obst und Nüsse; Getreide, Milchprodukte, Zucker und verarbeitete Produkte fallen weg.

Was darf man bei der Paleo-Diät essen?

Erlaubt sind Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Eier, Gemüse, Obst, Nüsse, Samen und Öle wie Olivenöl. Gemieden werden Brot, Nudeln, Reis, Milchprodukte, Zucker, Fertigprodukte und meist auch Hülsenfrüchte.

Ist Paleo gesund?

Kurzfristig verbesserten sich in kleinen Studien Taillenumfang, Triglyceride und teils der Blutdruck. Langzeitdaten fehlen, und ohne Milchprodukte und Vollkorn musst du auf Calcium, Jod und Ballaststoffe achten.

Kann man mit Paleo abnehmen?

In einer Metaanalyse kleiner Studien nahmen Teilnehmende im Schnitt 3,5 kg mehr ab als mit Vergleichsdiäten, am stärksten nach etwa sechs Monaten. In der längsten Studie war der Vorteil nach zwei Jahren nicht mehr signifikant.

Quellen

  1. Manheimer EW et al. (2015): Paleolithic nutrition for metabolic syndrome: systematic review and meta-analysis. American Journal of Clinical Nutrition 102(4):922–932, doi:10.3945/ajcn.115.113613
  2. de Menezes EVA et al. (2019): Influence of Paleolithic diet on anthropometric markers in chronic diseases: systematic review and meta-analysis. Nutrition Journal 18:41, doi:10.1186/s12937-019-0457-z
  3. Mellberg C et al. (2014): Long-term effects of a Palaeolithic-type diet in obese postmenopausal women: a 2-year randomized trial. European Journal of Clinical Nutrition 68:350–357, doi:10.1038/ejcn.2013.290
  4. Ge L et al. (2020): Comparison of dietary macronutrient patterns of 14 popular named dietary programmes for weight and cardiovascular risk factor reduction in adults: systematic review and network meta-analysis. BMJ 369:m696
  5. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Milch und Milchprodukte – DGE-Empfehlungen (abgerufen 16.10.2026)
  6. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: DGE-Empfehlungen – Gut essen und trinken (abgerufen 16.10.2026)
  7. National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements: Vitamin K – Fact Sheet for Health Professionals (Abschnitt Wechselwirkungen mit Warfarin)
  8. Netzwerk Gesund ins Leben (2026): Handlungsempfehlungen Schwangerschaft – Ernährungsweise und Getränke

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Ob dein Gewicht im Normalbereich liegt, zeigt der BMI-Rechner; wie viel Energie du brauchst, der Rechner für Kohlenhydrate pro Tag.

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