Beikost: Wann starten, welche Reihenfolge, worauf achten?
Mit Beikost startest du frühestens ab Beginn des 5. und spätestens ab Beginn des 7. Lebensmonats. Das empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben, eine Initiative der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), für alle Babys – auch für solche mit Allergierisiko. Den genauen Zeitpunkt zeigt dein Kind selbst. Auf den ersten Brei folgen in Monatsabständen zwei weitere.
Woran du erkennst, dass dein Baby bereit ist
Laut Netzwerk Gesund ins Leben und Verbraucherzentrale gibt es typische Reifezeichen:
- Dein Baby hält den Kopf sicher und sitzt mit Hilfe aufrecht.
- Es schiebt Brei nicht mehr reflexartig mit der Zunge aus dem Mund.
- Es steckt Dinge in den Mund und interessiert sich für das Essen der anderen.
- Es öffnet den Mund, wenn der Löffel kommt.
Vor dem 5. Monat braucht dein Baby keine Beikost. Ab dem zweiten Lebenshalbjahr steigt aber vor allem der Bedarf an Eisen deutlich. Muttermilch oder Säuglingsmilch allein reichen dann nicht mehr aus.
Die Reihenfolge der drei Breie
Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt diesen Ablauf. Eine Übersicht mit allen Rezepten findest du unter Babybrei-Rezepte nach Monaten.
| Alter | Was dazukommt | Mahlzeit |
|---|---|---|
| 1. bis 4. Monat | nur Muttermilch oder Säuglingsnahrung | alle Mahlzeiten |
| zwischen Beginn 5. und Beginn 7. Monat | Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei | mittags |
| etwa einen Monat später | Milch-Getreide-Brei | meist abends |
| etwa einen weiteren Monat später | Getreide-Obst-Brei | meist nachmittags |
| ab etwa 10. Monat | Familienkost, weich und zerdrückt statt püriert; drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten | nach und nach alle |
Die Altersangaben sind Richtwerte nach Netzwerk Gesund ins Leben und dem Ernährungsplan der Techniker Krankenkasse. Entscheidend sind die Reifezeichen deines Babys, nicht der Kalender.
- Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (meist mittags): Du beginnst mit ein paar Löffeln Gemüsepüree, zum Beispiel einem Karottenbrei. Dann kommen Kartoffel und Rapsöl dazu wie im Pastinake-Kartoffel-Brei. Danach folgen Fleisch und etwas Obstsaft, etwa im Karotten-Kartoffel-Rind-Brei. Fleisch liefert gut verfügbares Eisen, das Vitamin C aus dem Saft verbessert die Aufnahme.
- Milch-Getreide-Brei (etwa einen Monat später, zum Beispiel abends): Vollmilch mit Vollkorngetreide und etwas Obst, etwa als Haferbrei mit Birne.
- Getreide-Obst-Brei (etwa einen weiteren Monat später, zum Beispiel nachmittags): ohne Milch, mit Wasser, Getreideflocken, Obst und etwas Öl, wie der Apfel-Hafer-Brei.
Ob der Milch- oder der Obstbrei zuerst kommt, ist laut Netzwerk egal. Die übrigen Mahlzeiten bleiben Muttermilch oder Säuglingsnahrung. Gegen Ende des ersten Lebensjahres geht die Breikost nach und nach in Familienmahlzeiten über – zum Beispiel mit weichen Nudeln mit Gemüsesoße.
Potente Allergene musst du nicht weglassen. Nach den Handlungsempfehlungen des Netzwerks schützt es nicht vor Allergien, sie zu meiden oder später einzuführen. Gluten soll zunächst in kleinen Mengen auf den Teller kommen und dann schrittweise mehr werden.
Fisch im Brei
Ein- bis zweimal pro Woche ersetzt Fisch das Fleisch im Mittagsbrei. Fettreiche Sorten wie Lachs oder Makrele liefern Omega-3-Fettsäuren, Meeresfische wie Seelachs oder Kabeljau Jod. Große Raubfische wie Thunfisch oder Schwertfisch sind wegen möglicher Schadstoffe nicht geeignet. Rezeptideen: Karotten-Kartoffel-Lachs-Brei und Brokkoli-Kartoffel-Seelachs-Brei.
Vegetarische Beikost
Ein vegetarischer Mittagsbrei ist möglich. Statt Fleisch kommen etwa 10 Gramm Vollkorn-Haferflocken oder Hirseflocken hinein. Damit das pflanzliche Eisen gut aufgenommen wird, nimmst du mehr Vitamin-C-reichen Saft oder Obstpüree als im Fleischbrei. Milch gehört nicht in diesen Brei, weil sie die Eisenaufnahme hemmt. Ein Beispiel ist der Kürbis-Kartoffel-Hafer-Brei. Von einer veganen Ernährung im Säuglingsalter raten Fachleute ab. Wer es trotzdem so machen möchte, sollte das ärztlich begleiten lassen und Vitamin B12 sowie gegebenenfalls weitere Nährstoffe ergänzen.
Jod nicht vergessen
Auch an Jod solltest du denken. Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt stillenden Müttern täglich eine Tablette mit 100 µg Jod. Bekommt ein gestilltes Baby ausschließlich selbst gekochte Breie, soll es zusätzlich etwa 50 µg Jod am Tag als Tablette erhalten, aufgelöst in etwas Flüssigkeit. Erhält dein Baby Säuglingsmilch, ist laut Netzwerk keine zusätzliche Jodtablette nötig. Sprich die Dosierung mit der Kinderarztpraxis ab.
Getränke: ab wann Wasser?
Laut dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) braucht dein Baby zusätzlich zu trinken, sobald der dritte Brei eingeführt ist – meist mit 7 bis 9 Monaten. Vorher genügt die Milchmahlzeit, außer bei Hitze, Fieber oder Durchfall. Zur Trinkmenge beim Baby nennt das BIÖG für den Übergang zur Familienkost zunächst etwa einen Becher (200 ml) pro Tag, danach insgesamt etwa 600 bis 700 ml. Erste Wahl sind Leitungswasser, stilles Mineralwasser oder ungesüßter, milder Kräuter- oder Früchtetee, am besten aus dem Becher. Gesüßte Getränke und Säfte gehören nicht dazu. Trinkbreie und Trinkmahlzeiten empfiehlt das Netzwerk nicht, weil sie energiedicht sind und Überfüttern begünstigen können.
Was nicht in den Brei gehört
- Salz und Zucker: Bei selbst gekochten Breien lässt du beides weg. So prägst du keine Vorliebe für Salziges oder Süßes.
- Honig: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, Säuglingen unter einem Jahr keinen Honig zu geben. Er kann Sporen enthalten, die Säuglingsbotulismus auslösen.
- Kuhmilch als Getränk: Im ersten Lebensjahr kommt Milch nur in den Milch-Getreide-Brei, etwa 200 ml am Tag. Als Getränk zu Brotmahlzeiten empfiehlt die Verbraucherzentrale sie erst gegen Ende des ersten Lebensjahres – und nur pasteurisiert oder ultrahocherhitzt, nie als Rohmilch.
- Quark, Joghurt und Pudding rät die Verbraucherzentrale im ersten Lebensjahr wegen des hohen Eiweißgehalts ab.
Nitratreiches Gemüse wie Spinat oder Kohlrabi sollte laut Verbraucherzentrale nicht lange warmgehalten oder wieder aufgewärmt werden, weil sich sonst Keime vermehren oder Nitrit bilden kann. Reis kann anorganisches Arsen enthalten. Wechsle deshalb bei Getreide ab, statt ausschließlich Reisprodukte zu verwenden.
Selbst kochen oder Gläschen?
Beides ist in Ordnung. Selbst gekochter Brei ist einfach und bringt mehr Geschmacksvielfalt. Größere Mengen kannst du portionsweise einfrieren. Bei Gläschen rät die Verbraucherzentrale, die Zutatenliste zu prüfen: Die namensgebenden Zutaten sollten die Hauptzutaten sein, das Getreide möglichst Vollkorn. Meide Produkte mit zugesetztem Salz, Zucker, Kakao, Schokolade, Aromen oder Gewürzen.
Baby-led Weaning kurz erklärt
Beim Baby-led Weaning isst das Kind von Anfang an Fingerfood statt Brei. Das Netzwerk Gesund ins Leben sieht keine ausreichenden Belege für Sicherheit oder Vorteile gegenüber dem Breifüttern und empfiehlt weiterhin Breie. Laut Verbraucherzentrale deckt Fingerfood allein den Nährstoffbedarf nicht zuverlässig. Wer es ausprobieren möchte, sollte das mit der Kinderarztpraxis besprechen. Mehr dazu im Ratgeber Baby-led Weaning. Harte Gemüsestücke und Nüsse sind wegen der Verschluckungsgefahr tabu.
Fazit
Beikost beginnt zwischen dem Anfang des 5. und dem Anfang des 7. Monats, sobald dein Baby bereit ist. Zuerst kommt der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, danach Milch-Getreide- und Getreide-Obst-Brei im Abstand von etwa einem Monat. Salz, Zucker und Honig bleiben im ersten Jahr weg, Kuhmilch gibt es nur im Milchbrei. Bei Frühgeburt, Allergien in der Familie oder Gedeihstörungen sprich die Beikost mit der Kinderarztpraxis ab.
Was Fachleute in TV-Beiträgen sagen
- AOK, Elternkanal der AOK „Willkommen Familie“: Beikost sei anfangs wörtlich zu nehmen: nur zusätzlich zur gewohnten Still- oder Flaschenmenge, denn Milch bleibe im ersten Lebensjahr die wichtigste Energie- und Nährstoffquelle. Bei Brei und Gläschen solle auf eisen- und jodreiche Zutaten geachtet werden, etwa Fleisch, Hafer, Hirse und Hülsenfrüchte.
Quelle: AOK – Willkommen Familie, „Baby füttern leicht gemacht: So gelingt der Beikoststart“, 5. August 2025
Aussagen sinngemäß aus den Untertiteln der Beiträge zusammengefasst. Ergebnisse einzelner Testpersonen sind nicht übertragbar.
Häufige Fragen
Ab wann darf mein Baby Brei essen?
Frühestens ab Beginn des 5. und spätestens ab Beginn des 7. Lebensmonats. Wann genau, hängt davon ab, ob dein Baby die Reifezeichen zeigt.
Welcher Brei kommt zuerst?
Zuerst der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei am Mittag. Etwa einen Monat später folgt der Milch-Getreide-Brei, nach einem weiteren Monat der milchfreie Getreide-Obst-Brei.
Ab wann braucht mein Baby Wasser?
Laut BIÖG spätestens, wenn der dritte Brei eingeführt ist. Vorher reicht Muttermilch oder Säuglingsmilch, außer bei Hitze, Fieber oder Durchfall.
Darf Honig in den Babybrei?
Nein. Das BfR rät, Säuglingen unter einem Jahr keinen Honig zu geben, weil er Erreger des Säuglingsbotulismus enthalten kann.
Ist Brei aus dem Gläschen schlechter als selbst gekochter?
Nein, beides ist möglich. Bei Gläschen solltest du auf Produkte ohne zugesetztes Salz, Zucker und Aromen achten; bei selbst gekochtem Brei an die Jodversorgung denken.
Quellen
- Netzwerk Gesund ins Leben (BLE): Reif für die Beikost
- Netzwerk Gesund ins Leben (BLE): Handlungsempfehlungen – Abfolge und Auswahl der Beikost
- Netzwerk Gesund ins Leben (BLE): Vegetarischer Babybrei
- Netzwerk Gesund ins Leben (BLE): Jod im Brei – Tipps für den Alltag
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Getränke im ersten Lebensjahr
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Selten, aber vermeidbar – Fragen und Antworten zum Botulismus
- Verbraucherzentrale: Beikost für Ihr Baby – bereit für den Brei
- Verbraucherzentrale: Kritische Stoffe in Babynahrung
- Techniker Krankenkasse: Baby-Ernährungsplan für das erste Lebensjahr (03.07.2024)
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Methodik & Quellen