Lebensmittelallergie & Kreuzallergie: Überblick

Redaktion kohlenhydrate.de · · Noch nicht fachlich geprüft

Bei einer Lebensmittelallergie reagiert das Immunsystem auf ein Eiweiß im Essen. Etwa 4 Prozent der Menschen in Deutschland sind laut Apotheken Umschau betroffen. Bei älteren Kindern und Erwachsenen sind bis zu 60 Prozent davon Kreuzallergien: Eiweiße in Obst, Gemüse oder Nüssen ähneln Pollen, auf die jemand bereits allergisch ist. Rund 70 Prozent der Menschen mit Birkenpollenallergie sollen auf bestimmte Lebensmittel reagieren. Anders als bei einer Unverträglichkeit können schon kleine Mengen Beschwerden auslösen, selten auch schwere.

Allergie oder Unverträglichkeit?

Lebensmittelallergie Unverträglichkeit
Was passiert Immunsystem reagiert auf ein Eiweiß Verdauung oder Stoffwechsel, z. B. fehlendes Enzym
Menge schon Spuren können reichen kleine Mengen oft verträglich
Beispiele Erdnuss, Milcheiweiß, Kreuzallergie Birke–Apfel Laktose, Fruktose, Histamin
Risiko selten schwere Reaktionen bis zum Schock unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich

Die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung und weder klassische Allergie noch einfache Unverträglichkeit.

Häufige Kreuzallergien

Pollen oder Auslöser Häufig kreuzreagierende Lebensmittel
Birke, Hasel, Erle Apfel, Kirschen, Pfirsich, Haselnuss, Karotte, Sellerie, Soja, Erdnüsse, Kiwi
Beifuß bestimmte Gewürze, Karotte, Sellerie
Latex Banane, Kiwi, Avocado
Gräser und Getreide Kreuzreaktionen selten oder nicht gesichert

Quelle: Apotheken Umschau. Viele Betroffene reagieren nur auf einzelne dieser Lebensmittel. Eine Kreuzallergie kann auch erst Jahre nach der Pollenallergie entstehen.

Symptome

Am häufigsten ist das orale Allergiesyndrom: Kribbeln, Jucken oder eine leichte Schwellung an Lippen, Zunge, Gaumen oder Rachen, meist 5 bis 15 Minuten nach dem Essen, abklingend nach 10 bis 30 Minuten. Möglich sind auch Nesselsucht, Magen-Darm-Beschwerden, Schnupfen oder tränende Augen.

Notfall: Bei Atemnot, Schwellungen im Hals oder Kreislaufschwäche sofort den Notruf 112 wählen. Schwere Reaktionen sind laut Apotheken Umschau selten, kommen aber etwa bei Erdnüssen, Sojadrinks sowie Krebs- und Weichtieren vor.

Roh oder gekocht?

Kreuzallergien werden vor allem durch rohe Lebensmittel ausgelöst, weil Hitze viele der pollenähnlichen Eiweiße zerstört. Apfelkompott, gekochte Karotten oder gebackenes Obst werden deshalb oft vertragen. Auch Schälen kann helfen. Ausnahmen: Nüsse, Sojadrinks und teils auch gekochter Sellerie können trotzdem Beschwerden machen.

Diagnose

Am Anfang stehen ein ausführliches Gespräch und oft ein Symptomtagebuch. Haut- oder Bluttests auf IgE zeigen nur eine Sensibilisierung, also dass der Körper Antikörper gebildet hat – nicht, ob das Lebensmittel tatsächlich Beschwerden macht. Sicherheit bringt im Zweifel ein Provokationstest unter ärztlicher Aufsicht. Selbsttests auf IgG-Antikörper sind für Allergien und Unverträglichkeiten nicht aussagekräftig, mehr dazu im Ratgeber Unverträglichkeitstests.

Zur Behandlung gehören das Meiden der Auslöser nach ärztlicher Beratung, bei leichten Beschwerden Antihistaminika und bei Risiko schwerer Reaktionen ein Notfallset mit Adrenalin. Eine Ernährungsfachkraft hilft, trotz Einschränkungen ausgewogen zu essen.

Die 14 Hauptallergene

Laut Anhang II der EU-Lebensmittelinformationsverordnung müssen diese Allergene in der Zutatenliste hervorgehoben werden, und auch bei loser Ware muss die Information verfügbar sein:

  1. Glutenhaltiges Getreide (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel und andere)
  2. Krebstiere
  3. Eier
  4. Fisch
  5. Erdnüsse
  6. Soja
  7. Milch (einschließlich Laktose)
  8. Schalenfrüchte (Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashews, Pekannüsse, Paranüsse, Pistazien, Macadamia)
  9. Sellerie
  10. Senf
  11. Sesam
  12. Schwefeldioxid und Sulfite (über 10 mg pro kg oder Liter)
  13. Lupinen
  14. Weichtiere

Auf unseren Lebensmittel-Seiten steht im Abschnitt „Verträglichkeit“, welche dieser Hauptallergene ein Grundlebensmittel enthält. Bei verpackten Produkten zählen immer die Zutatenliste und Hinweise wie „kann Spuren enthalten“. Mehr Themen findest du unter Unverträglichkeiten.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Lebensmittelallergie und Unverträglichkeit?

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf ein Eiweiß im Lebensmittel; schon kleine Mengen können Beschwerden bis hin zu schweren Reaktionen auslösen. Bei einer Unverträglichkeit wie der Laktoseintoleranz ist das Immunsystem nicht beteiligt, und kleine Mengen werden oft vertragen.

Was ist eine Kreuzallergie?

Eine Kreuzallergie entsteht, wenn Eiweiße in einem Lebensmittel denen einer bereits bekannten Allergie ähneln, meist Pollen. Wer auf Birkenpollen allergisch ist, reagiert dann zum Beispiel auf rohe Äpfel oder Haselnüsse.

Welche Lebensmittel lösen bei Birkenpollenallergie Beschwerden aus?

Laut Apotheken Umschau unter anderem Apfel, Kirsche, Pfirsich, Haselnuss, Karotte, Sellerie, Soja, Erdnuss und Kiwi. Viele Betroffene reagieren nur auf einzelne davon, meist nur roh.

Hilft Kochen bei Kreuzallergien?

Oft ja, weil Hitze viele pollenähnliche Eiweiße zerstört. Gekochtes Obst oder Gemüse wird dann häufig vertragen. Nüsse, Sojadrinks und teils gekochter Sellerie können aber trotzdem Beschwerden auslösen.

Welche 14 Allergene müssen gekennzeichnet werden?

Glutenhaltiges Getreide, Krebstiere, Eier, Fisch, Erdnüsse, Soja, Milch, Schalenfrüchte, Sellerie, Senf, Sesam, Schwefeldioxid und Sulfite, Lupinen und Weichtiere – laut Anhang II der EU-Lebensmittelinformationsverordnung.

Quellen

  1. Apotheken Umschau: Kreuzallergien – wenn Pollen den Appetit verderben
  2. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (Lebensmittelinformationsverordnung), Anhang II: Stoffe, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen
  3. PTAheute (20.02.2026): Selbsttests – was vertrage ich überhaupt?

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Methodik & Quellen

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