Ernährung bei Bluthochdruck: Salz, DASH & Lebensmittel

Redaktion kohlenhydrate.de · · Noch nicht fachlich geprüft

Bei Bluthochdruck hilft eine Ernährung mit wenig Salz, viel Gemüse und Ballaststoffen. Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt höchstens 5 g Salz am Tag (WHO), mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse und 30 g Ballaststoffe. Die bekannteste Ernährungsform ist die DASH-Diät: In einer Metaanalyse senkte sie den Blutdruck im Mittel um 5,2/2,6 mmHg. Medikamente ersetzt das nicht – aber es kann sie unterstützen.

Wo steckt das Salz?

Salz pro üblicher Portion, eigene Rechnung aus dem Bundeslebensmittelschlüssel 4.0:

Lebensmittel Portion Salz
Currywurst mit Pommes 1 Portion (350 g) 5,6 g
Pizza Salami 1 Pizza (350 g) 3,6 g
Laugenbrezel 1 Brezel (80 g) 2,3 g
Döner 1 Döner (350 g) 2,2 g
Räucherlachs 50 g 1,5 g
Feta 50 g 1,2 g
Vollkornbrot 2 Scheiben (100 g) 1,1 g
Weizenbrötchen 1 Brötchen (55 g) 1,0 g
Kochschinken 2 Scheiben (40 g) 0,9 g
Salami 30 g 0,9 g
Tomatensuppe 1 Teller (250 g) 0,9 g
Kartoffelchips 50 g 0,8 g
Gouda 1 Scheibe (30 g) 0,7 g
zum Vergleich: Kartoffeln, gekocht 200 g 0,0 g
zum Vergleich: Apfel 1 Apfel (150 g) 0,0 g

Eine Currywurst mit Pommes reicht schon für die Tagesgrenze. Zwei Brotmahlzeiten mit je zwei Scheiben Vollkornbrot, einer Scheibe Gouda und 30 g Salami kommen zusammen auf rund 5 g (eigene Rechnung). Mehr Lebensmittel nach Salzgehalt zeigt die Rangliste salzreiche Lebensmittel.

Die Hochdruckliga nennt als Salzfallen Fertiggerichte, Fast Food, Instantsuppen und Würzmischungen – und Vitamin-Brausetabletten, die viel Salz enthalten können.

Was hilft bei Bluthochdruck?

Laut Hochdruckliga:

DASH-Diät

Die DASH-Diät setzt auf Gemüse, Obst, Vollkorn, fettarme Milchprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte und wenig Salz, Zucker und rotes Fleisch. Eine Metaanalyse von Siervo und Kollegen (2015) mit 20 randomisierten Studien und 1.917 Teilnehmenden fand eine Blutdrucksenkung um 5,2/2,6 mmHg; bei höherem Ausgangsblutdruck war der Effekt größer. Die Studien dauerten allerdings nur 2 bis 24 Wochen. Details, Lebensmittelliste und Beispieltag stehen unter DASH-Diät.

Kaffee und Alkohol

Nahrungsergänzung?

„Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für Medikamente“, schreibt die Hochdruckliga. Sinnvoll sind sie nur bei einem ärztlich festgestellten Mangel. Auch für sogenannte Superfoods fehlen laut Hochdruckliga wissenschaftliche Belege.

Fazit

Bei Bluthochdruck zählt vor allem weniger Salz – höchstens 5 g am Tag, und die stecken schnell in Brot, Käse, Wurst und Fertiggerichten. Dazu viel Gemüse, Obst, Vollkorn und Hülsenfrüchte, wenig Zucker und möglichst kein Alkohol. Die DASH-Diät senkte den Blutdruck in Studien um rund 5 mmHg. Blutdruckmedikamente nie ohne ärztliche Rücksprache absetzen.

Häufige Fragen

Was sollte man bei Bluthochdruck essen?

Laut Deutscher Hochdruckliga viel Gemüse und Obst (mindestens fünf Portionen am Tag), Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen, Fisch und mageres Fleisch – und frisch gekochte, wenig verarbeitete Lebensmittel. Ziel sind 30 g Ballaststoffe am Tag.

Wie viel Salz bei Bluthochdruck?

Höchstens 5 g am Tag laut WHO, etwa ein Teelöffel. Viel Salz steckt in Brot, Käse, Wurst, Fertiggerichten und Fast Food – eine Currywurst mit Pommes liefert laut Bundeslebensmittelschlüssel schon über 5 g.

Welche Lebensmittel senken den Blutdruck?

Kein einzelnes Lebensmittel senkt den Blutdruck wie ein Medikament. Die Hochdruckliga nennt Blattgemüse, Rote Bete, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse, Samen und Tofu als günstig. Als Ernährungsform senkte die DASH-Diät den Blutdruck in einer Metaanalyse im Mittel um 5,2/2,6 mmHg.

Darf man bei Bluthochdruck Kaffee trinken?

Ja. Laut Hochdruckliga haben 2 bis 5 Tassen Kaffee am Tag keine Auswirkung auf den Langzeit-Blutdruck. Am Nachmittag und Abend sollte man koffeinhaltige Getränke eher meiden, weil sie den Schlaf stören können.

Ist Rotwein gut für das Herz?

Nein. Laut Hochdruckliga hat Rotwein entgegen einem hartnäckigen Irrglauben keine Vorteile für die Herzgesundheit. Alkohol ist ein Zellgift; am besten verzichtet man darauf oder trinkt so wenig wie möglich.

Quellen

  1. Deutsche Hochdruckliga (DHL): Ernährung bei Bluthochdruck – Informationskarte für Patienten
  2. Siervo M et al. (2015): Effects of the Dietary Approach to Stop Hypertension (DASH) diet on cardiovascular risk factors: a systematic review and meta-analysis. Br J Nutr 113(1):1–15
  3. Max Rubner-Institut: Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) 4.0 – Salzgehalte der genannten Lebensmittel (CC BY 4.0)

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Methodik & Quellen

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