Was sind Fette? Fettsäuren, Transfette & Tagesbedarf

Redaktion kohlenhydrate.de · · Noch nicht fachlich geprüft

Fett ist einer der drei Hauptnährstoffe und liefert mit 9 kcal pro Gramm am meisten Energie. Es besteht aus Fettsäuren: gesättigten, einfach und mehrfach ungesättigten. Die DGE empfiehlt Erwachsenen höchstens 30 Prozent der Energie als Fett, bevorzugt ungesättigte Fette aus Pflanzenölen, Nüssen und Fisch.

Wofür braucht der Körper Fett?

Laut DGE liefert Fett:

Welche Vitamine Fett zur Aufnahme brauchen, steht im Ratgeber fettlösliche und wasserlösliche Vitamine.

Fettsäuren im Überblick

Fettsäuren Wirkung Vorkommen
Gesättigte erhöhen den Cholesterinspiegel Butter, fettreiche Wurst, Käse, fettreiche Süßwaren, Kokos- und Palmöl
Einfach ungesättigte günstig für den Cholesterinspiegel Oliven- und Rapsöl, Nussöle
Mehrfach ungesättigte können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken Leinöl, Rapsöl, Walnussöl, Sojaöl, Walnüsse, Leinsamen, fettreicher Seefisch
Transfettsäuren können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen süße Backwaren, Pommes frites, Fast Food, frittierte Snacks

Quelle: Verbraucherzentrale. Laut DGE kann es das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken, gesättigte Fettsäuren aus vor allem tierischen Lebensmitteln durch ungesättigte aus Pflanzenölen, Margarine, Nüssen und fettem Fisch zu ersetzen.

Gesättigte Fettsäuren

Der Körper kann gesättigte Fettsäuren selbst herstellen. Über die Nahrung erhöhen sie laut Verbraucherzentrale den Cholesterinspiegel. Wie du ihn mit der Ernährung senkst, zeigt der Ratgeber Cholesterin senken.

Ungesättigte Fettsäuren und Omega-3

Unter den mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind zwei essenziell: Linolsäure (Omega-6) und Alpha-Linolensäure (Omega-3). Die DGE empfiehlt Erwachsenen 2,5 Prozent der Energie als Linolsäure und 0,5 Prozent als Alpha-Linolensäure. Schwangere und Stillende sollen im Schnitt mindestens 200 mg DHA am Tag aufnehmen.

Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 soll laut Verbraucherzentrale bei 5 zu 1 liegen, meist ist der Omega-6-Anteil deutlich höher. Die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA kommen vor allem aus fettreichem Seefisch wie Hering, Makrele, Lachs und Sardinen. Bei ausgewogener Ernährung sind Präparate laut Verbraucherzentrale nicht nötig, sinnvoller sind ein- bis zweimal pro Woche Seefisch und Omega-3-reiche Öle. Mehr dazu im Artikel Omega-3, welches Öl sich wofür eignet, zeigt Welches Öl ist gesund?.

Transfette

Transfettsäuren sind laut BMLEH eine Form ungesättigter Fettsäuren. Industriell entstehen sie vor allem bei der Teilhärtung von Pflanzenölen, natürlich kommen sie in Milchfett und im Fleisch von Wiederkäuern vor.

Wie viel Fett am Tag?

Die DGE-Richtwerte für Fett in Prozent der Energie:

Alter Fett
Säuglinge 0 bis unter 4 Monate 45–50 %
Säuglinge 4 bis unter 12 Monate 35–45 %
Kinder 1 bis unter 4 Jahre 30–40 %
Kinder 4 bis unter 15 Jahre 30–35 %
Jugendliche und Erwachsene ab 15 Jahre 30 %
Schwangere ab dem 4. Monat und Stillende 30–35 %

Ein Beispiel der Verbraucherzentrale: Eine 30-jährige Frau mit Bürojob und 1.800 kcal Bedarf kommt auf rund 58 g Fett. Das sind etwa 3 EL Öl, 1 EL Butter oder Margarine, 2 Scheiben Käse und 1 Ei. Deinen Energiebedarf rechnet der Kalorienbedarf-Rechner aus.

Fett in Lebensmitteln

Fett und gesättigte Fettsäuren pro 100 g laut Bundeslebensmittelschlüssel:

Lebensmittel Fett davon gesättigt
Kokosöl 100 g 87,8 g
Rapsöl 100 g 7,2 g
Olivenöl 99,9 g 12,0 g
Butter 82,5 g 55,7 g
Margarine 79,6 g 22,9 g
Walnüsse 70,6 g 6,5 g
Kartoffelchips 34,3 g 2,9 g
Leberwurst 33,1 g 12,1 g
Gouda 31,6 g 22,5 g
Salami 30,9 g 12,3 g
Avocado 12,5 g 2,6 g
Lachs, roh 11,2 g 2,4 g
Ei, gekocht 9,6 g 2,6 g

Fettarme Eiweißquellen zeigt die Rangliste viel Eiweiß, wenig Fett.

Tipps für den Alltag

Laut Verbraucherzentrale:

Fazit

Fett ist lebenswichtig, entscheidend ist die Art. Die DGE empfiehlt höchstens 30 Prozent der Energie als Fett und gesättigte durch ungesättigte Fettsäuren zu ersetzen. Gute Quellen sind Raps- und Olivenöl, Nüsse, Leinsamen und fettreicher Seefisch, Transfette aus Frittiertem und Gebäck sollten selten sein.

Häufige Fragen

Was sind Fette?

Fett ist neben Kohlenhydraten und Eiweiß einer der drei energieliefernden Nährstoffe. Es besteht aus Fettsäuren, die sich in Kettenlänge und Sättigung unterscheiden. Laut DGE liefert Fett Energie, essenzielle Fettsäuren, transportiert fettlösliche Vitamine und Geschmacksstoffe und schützt vor Kälte und Organe.

Wie viel Fett am Tag?

Die DGE empfiehlt Jugendlichen und Erwachsenen höchstens 30 Prozent der Energie als Fett. Bei 1.800 kcal sind das laut Verbraucherzentrale rund 58 g, etwa 3 EL Öl, 1 EL Butter, 2 Scheiben Käse und 1 Ei.

Was ist der Unterschied zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren?

Gesättigte Fettsäuren kann der Körper selbst bilden, über die Nahrung erhöhen sie den Cholesterinspiegel. Sie stecken vor allem in Butter, fettreicher Wurst, Käse, Kokos- und Palmöl. Ungesättigte Fettsäuren aus Pflanzenölen, Nüssen und fettem Fisch wirken laut DGE überwiegend günstig, etwa cholesterinsenkend.

Welche Fette sind gesund?

Ungesättigte Fette: Raps- und Olivenöl, Nussöle, Nüsse, Leinsamen und fettreicher Seefisch. Laut DGE kann es das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken, gesättigte Fette durch ungesättigte zu ersetzen.

Was sind Transfette?

Eine Form ungesättigter Fettsäuren, die vor allem beim Teilhärten von Pflanzenölen entsteht. Sie erhöhen laut BfR das LDL- und senken das HDL-Cholesterin. In der EU sind höchstens 2 g industrielle Transfettsäuren pro 100 g Fett erlaubt.

Welche Fettsäuren sind essenziell?

Linolsäure (Omega-6) und Alpha-Linolensäure (Omega-3). Der Körper kann sie nicht selbst bilden. Die DGE empfiehlt Erwachsenen 2,5 Prozent der Energie als Linolsäure und 0,5 Prozent als Alpha-Linolensäure.

Wie viele Kalorien hat 1 g Fett?

Etwa 9 kcal (37,7 kJ), laut DGE mehr als doppelt so viel wie die gleiche Menge Kohlenhydrate oder Eiweiß.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte Fett und essenzielle Fettsäuren
  2. Verbraucherzentrale (Stand 08.11.2025): Wie viel Fett am Tag gehört zu einer gesunden Ernährung?
  3. BMLEH (11.07.2025): Weniger trans-Fettsäuren in Lebensmitteln
  4. BfR: Health assessment of fatty acids
  5. Verordnung (EU) 2019/649 der Kommission vom 24. April 2019 (Transfettsäuren)

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Methodik & Quellen

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