Ernährung bei Niereninsuffizienz: Eiweiß, Salz, Kalium

Redaktion kohlenhydrate.de · · Noch nicht fachlich geprüft

Bei Niereninsuffizienz zählen vor allem Eiweiß und Salz. Ohne Dialyse sind laut DEBInet etwa 0,8 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und weniger als 5 g Salz am Tag das Ziel. Kalium und Phosphat werden nur eingeschränkt, wenn die Blutwerte es verlangen. Wie streng die Ernährung sein muss, hängt vom Stadium ab und gehört in ärztliche und ernährungstherapeutische Hand.

Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung oder Ernährungstherapie.

Die wichtigsten Werte

Was Empfehlung Quelle
Eiweiß ohne Dialyse ca. 0,8 g pro kg Körpergewicht DEBInet, KDIGO 2024
Eiweiß im Stadium G4–G5 0,6–0,8 g pro kg, nur mit Begleitung DEBInet
Eiweiß bei Dialyse meist 1,0–1,2 g pro kg DEBInet
Energie 25–35 kcal pro kg DEBInet
Salz unter 5 g (ca. 2 g Natrium) DEBInet, KDIGO 2024
Trinkmenge ca. 1,5 l, ärztlich anpassen DEBInet
Kalium, Phosphat nur nach Blutwerten einschränken DEBInet

Eiweiß: nicht zu viel, nicht zu wenig

Die internationale Leitlinie KDIGO 2024 empfiehlt Erwachsenen im Stadium G3 bis G5 etwa 0,8 g Eiweiß pro Kilogramm am Tag. Wer ein Risiko für eine Verschlechterung hat, sollte 1,3 g nicht überschreiten. Bei 70 kg entsprechen 0,8 g rund 56 g Eiweiß.

Gute Quellen sind laut DEBInet mageres Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte und Hülsenfrüchte. Kombinationen wie Kartoffeln mit Ei oder Getreide mit Milch verbessern die Eiweißqualität. KDIGO rät eher zu pflanzlichem als tierischem Eiweiß und zu wenig stark verarbeiteten Lebensmitteln, die Datenlage dazu ist aber begrenzt. Wie viel Eiweiß in einzelnen Lebensmitteln steckt, zeigt die Liste eiweißreiche Lebensmittel.

Salz

Ziel sind weniger als 5 g Salz am Tag, also etwa 2 g Natrium. Natrium mal 2,5 ergibt die Salzmenge. Versteckt steckt viel Salz laut DEBInet in Brot, Wurst, Käse, Fertiggerichten und Konserven. Kräuter statt Nachsalzen und frische Lebensmittel helfen. Bei Nierenerkrankungen mit Salzverlust gilt die Salzgrenze laut KDIGO nicht. Mehr im Ratgeber Wie viel Salz am Tag?

Kalium

Eine generelle Kaliumbeschränkung gibt es nicht. Nur bei zu hohem Kalium im Blut sollten kaliumreiche Lebensmittel in Maßen gegessen werden, etwa Bananen, Avocado, Trockenobst, Nüsse und Kartoffeln. Die Liste kaliumreiche Lebensmittel zeigt die Spitzenreiter.

So verlieren Kartoffeln Kalium:

  1. vor dem Kochen wässern
  2. in reichlich Wasser garen

Dämpfen mit wenig Wasser senkt den Kaliumgehalt laut DEBInet kaum.

Phosphat

Bei fortgeschrittener Erkrankung rät das DEBInet, auf Fertigprodukte und gesüßte Getränke mit phosphathaltigen Zusatzstoffen zu verzichten. Wie streng Phosphat begrenzt werden muss, richtet sich nach den Blutwerten.

Trinken

Als Orientierung gelten etwa 1,5 Liter am Tag. Bei Wassereinlagerungen, Herzschwäche oder stark eingeschränkter Nierenfunktion kann weniger nötig sein, bei Hitze, Fieber oder Durchfall mehr. Die Menge legt die Ärztin oder der Arzt fest.

Bewegung und Gewicht

KDIGO empfiehlt Bewegung, angepasst an Alter, Begleiterkrankungen und Möglichkeiten. Menschen mit Übergewicht sollen zum Abnehmen ermutigt werden, bei Sturzgefahr braucht es Anleitung zur passenden Belastung.

Was ein Eiweißbefund im Urin bedeutet, erklärt der Ratgeber Eiweiß im Urin.

Fazit

Bei Niereninsuffizienz ohne Dialyse sind rund 0,8 g Eiweiß pro Kilogramm und weniger als 5 g Salz am Tag das Ziel. Kalium und Phosphat werden nur nach Blutwerten eingeschränkt, die Trinkmenge legt der Arzt fest. Bei Dialyse ist mehr Eiweiß nötig. Am besten plant eine Ernährungsfachkraft mit.

Häufige Fragen

Was darf man bei Niereninsuffizienz essen?

Eine abwechslungsreiche, wenig verarbeitete Kost mit eher pflanzlichem Eiweiß. Laut DEBInet sind etwa 0,8 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und weniger als 5 g Salz am Tag das Ziel. Kalium und Phosphat werden nur eingeschränkt, wenn die Blutwerte es erfordern.

Wie viel Eiweiß bei Niereninsuffizienz?

Ohne Dialyse etwa 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht am Tag, bei 70 kg also rund 56 g. Im Stadium G4 bis G5 kann die Menge mit ärztlicher Begleitung auf 0,6 bis 0,8 g sinken. Weniger als 0,6 g empfiehlt das DEBInet nicht. Bei Dialyse sind es meist 1,0 bis 1,2 g.

Ist eine eiweißarme Ernährung bei Nierenschwäche sinnvoll?

Nur in Maßen und mit Begleitung. Die Leitlinie KDIGO 2024 empfiehlt im Stadium G3 bis G5 etwa 0,8 g pro Kilogramm und rät, bei Fortschreitungsrisiko 1,3 g nicht zu überschreiten. Sehr eiweißarme Kost kommt nur für ausgewählte Erwachsene infrage, für Kinder gar nicht.

Muss man bei Nierenschwäche auf Kalium verzichten?

Nicht generell. Laut DEBInet zählen kaliumreiche Lebensmittel wie Bananen, Avocado, Trockenobst, Nüsse und Kartoffeln nur bei zu hohem Kalium im Blut. Kartoffeln verlieren Kalium, wenn man sie wässert und in reichlich Wasser kocht.

Wie viel trinken bei Niereninsuffizienz?

Als Orientierung nennt das DEBInet etwa 1,5 Liter am Tag. Weniger kann es bei Wassereinlagerungen, Herzschwäche oder stark eingeschränkter Nierenfunktion sein, mehr bei Hitze, Fieber oder Durchfall. Die Menge legt die Ärztin oder der Arzt fest.

Welche Lebensmittel enthalten viel Phosphat?

Problematisch sind vor allem Fertigprodukte und gesüßte Getränke mit phosphathaltigen Zusatzstoffen. Auf sie sollte man bei fortgeschrittener Nierenerkrankung laut DEBInet verzichten.

Quellen

  1. Institut für Ernährungsinformation (DEBInet): Patienteninformation Ernährung bei Nierenerkrankungen (Version 1.00, 11/2025)
  2. KDIGO (2024): Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. Kidney Int 105(4S):S117–S314
  3. NephJC (21.05.2024): The KDIGO 2024 CKD Guidelines: part 2

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Methodik & Quellen

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