Eiweiß im Urin (Proteinurie): Werte und Ursachen

Redaktion kohlenhydrate.de · · Noch nicht fachlich geprüft

Eiweiß im Urin (Proteinurie) ist nicht immer krankhaft, sollte aber ärztlich abgeklärt werden. Normal sind laut MSD Manual bis etwa 150 mg Eiweiß am Tag. Vorübergehend steigt der Wert etwa bei Fieber oder nach intensivem Sport. Bleibt Eiweiß im Urin dauerhaft nachweisbar, können Nierenerkrankungen dahinterstecken, in der Schwangerschaft auch eine Präeklampsie.

Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung. Ein auffälliger Urinbefund gehört immer in ärztliche Hand.

Normwerte

Laut MSD Manual:

Wert Normal Erhöht
Eiweiß gesamt bis ca. 150 mg pro Tag darüber
Protein/Kreatinin-Quotient im Spontanurin bis 0,3 darüber
Albumin bis ca. 30 mg pro Tag 30–300 mg moderat erhöht (Mikroalbuminurie), darüber stark erhöht

Meist ist das Eiweiß im Urin Albumin. Von isolierter Proteinurie spricht man, wenn sonst keine Auffälligkeiten im Urin bestehen.

Harmlose und vorübergehende Ursachen

Weil eine funktionelle Proteinurie oft wieder verschwindet, empfiehlt das MSD Manual wiederholte Messungen.

Krankhafte Ursachen

Die häufigsten krankhaften Ursachen sind laut MSD Manual Erkrankungen der Nierenkörperchen (Glomeruli), oft mit großen Eiweißmengen:

Eiweiß im Urin in der Schwangerschaft

Das MSD Manual nennt die Präeklampsie als mögliche Ursache einer Proteinurie. Ein positiver Urinbefund in der Schwangerschaft gehört deshalb immer zeitnah ärztlich abgeklärt. Was Schwangere bei der Ernährung beachten, steht im Ratgeber Lebensmittel in der Schwangerschaft.

Wie wird Proteinurie festgestellt?

Laut MSD Manual:

  1. Teststreifen: erkennt vor allem Albumin, ist für eine Mikroalbuminurie meist zu unempfindlich.
  2. Bei positivem Befund: Urin unter dem Mikroskop, Blutuntersuchungen und Messung der Eiweißmenge, etwa im 24-Stunden-Sammelurin oder als Protein/Kreatinin-Quotient.
  3. Bei anhaltender Proteinurie: weitere Abklärung, meist in einer nephrologischen Praxis, eventuell mit Nierenbiopsie.

Bei Verdacht auf orthostatische Proteinurie werden eine Tag- und eine Nachtprobe verglichen.

Eiweiß im Urin und Ernährung

Die Behandlung richtet sich laut MSD Manual nach der Ursache. Eine pauschale Diät gegen Eiweiß im Urin gibt es nicht. Für gesunde Erwachsene hält die EFSA bis zum Doppelten der Eiweiß-Empfehlung für sicher. Wer eine eingeschränkte Nierenfunktion hat, stimmt die Eiweißmenge mit der Ärztin oder dem Arzt ab. Was bei Nierenschwäche für Eiweiß, Salz und Kalium gilt, steht im Ratgeber Ernährung bei Niereninsuffizienz. Wie viel Eiweiß allgemein empfohlen ist, steht im Ratgeber Was ist Eiweiß?.

Fazit

Eiweiß im Urin kann harmlos sein, etwa nach Sport oder bei Fieber. Bleibt es dauerhaft, stecken oft Erkrankungen der Nierenkörperchen dahinter, in der Schwangerschaft auch eine Präeklampsie. Ein auffälliger Befund wird wiederholt und ärztlich abgeklärt.

Häufige Fragen

Ab wann ist Eiweiß im Urin zu hoch?

Laut MSD Manual scheidet man normalerweise bis etwa 150 mg Eiweiß pro Tag aus, Albumin bis etwa 30 mg. Eine Albuminausscheidung von 30 bis 300 mg pro Tag gilt als moderat erhöht (Mikroalbuminurie), darüber als stark erhöht.

Ist Eiweiß im Urin gefährlich?

Nicht immer. Fieber, intensiver Sport oder eine orthostatische Proteinurie bei Kindern und Jugendlichen sind meist vorübergehend und harmlos. Bleibt Eiweiß im Urin dauerhaft nachweisbar, muss das laut MSD Manual weiter abgeklärt werden, meist bei einer Nephrologin oder einem Nephrologen.

Was sind Ursachen für Eiweiß im Urin?

Häufigste krankhafte Ursachen sind laut MSD Manual Erkrankungen der Nierenkörperchen (Glomeruli), etwa diabetische Nephropathie, fokal-segmentale Glomerulosklerose oder membranöse Nephropathie. Vorübergehend kann Eiweiß im Urin bei Fieber, intensivem Sport oder akuter Herzschwäche auftreten.

Was bedeutet Eiweiß im Urin in der Schwangerschaft?

Eiweiß im Urin kann in der Schwangerschaft ein Zeichen einer Präeklampsie sein, die das MSD Manual als mögliche Ursache nennt. Ein positiver Befund gehört deshalb immer ärztlich abgeklärt.

Hilft weniger Eiweiß essen gegen Eiweiß im Urin?

Das lässt sich pauschal nicht sagen. Die Behandlung richtet sich laut MSD Manual nach der Ursache. Wer eine eingeschränkte Nierenfunktion hat, sollte die Eiweißmenge in der Ernährung mit der Ärztin oder dem Arzt abstimmen.

Quellen

  1. MSD Manual, Ausgabe für medizinische Fachkreise: Proteinurie (Geetha Maddukuri, Saint Louis University; überprüft und aktualisiert September 2024)
  2. EFSA NDA Panel (2012): Scientific Opinion on Dietary Reference Values for protein. EFSA Journal 10(2):2557

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Methodik & Quellen

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