Wie viel Wasser trinken? Leitungs- oder Mineralwasser

Redaktion kohlenhydrate.de · · Noch nicht fachlich geprüft

Erwachsene brauchen laut DGE rund 1,4 bis 1,5 Liter aus Getränken am Tag. Das ist aber nur ein Teil: Insgesamt nimmt der Körper etwa 2,6 Liter Wasser auf, den Rest liefern das Essen und der Stoffwechsel. Bei Hitze, Sport oder Fieber wird mehr gebraucht. Am besten und günstigsten deckst du den Bedarf mit Leitungswasser, das in Deutschland sehr gut kontrolliert ist.

Wie viel Wasser braucht man am Tag?

Die DGE gibt Richtwerte für die Wasserzufuhr in Milliliter pro Tag an:

Alter aus Getränken aus fester Nahrung Oxidationswasser gesamt
19 bis unter 25 Jahre 1.470 ml 890 ml 340 ml 2.700 ml
25 bis unter 51 Jahre 1.410 ml 860 ml 330 ml 2.600 ml
51 bis unter 65 Jahre 1.230 ml 740 ml 280 ml 2.250 ml
ab 65 Jahre 1.310 ml 680 ml 260 ml 2.250 ml
Schwangere 1.470 ml 890 ml 340 ml 2.700 ml
Stillende 1.710 ml 1.000 ml 390 ml 3.100 ml

Oxidationswasser entsteht im Körper selbst, wenn er Nährstoffe verbrennt. Die Werte gelten für durchschnittliche Lebensbedingungen. Die Verbraucherzentrale fasst das als Richtwert von mindestens 1,5 Litern zusammen.

Wasser selbst liefert keine Energie, Mineralwasser hat 0 kcal. Welche anderen Getränke wenig Kalorien haben, steht im Ratgeber kalorienarme Getränke.

Wann brauchst du mehr?

Laut DGE ist der Bedarf höher bei:

Bei Durchfall hilft auch das richtige Essen, siehe Was essen bei Durchfall?. Wer viel schwitzt, verliert neben Wasser auch Salze. Was dann Elektrolyt-Präparate bringen, steht im Artikel Elektrolyte.

Leitungswasser: gut kontrolliert und günstig

Trinkwasser ist in Deutschland durch die Trinkwasserverordnung geregelt, mit Grenzwerten etwa für Nitrat, Blei, Kupfer und Uran. Laut Umweltbundesamt hielten im Berichtszeitraum 2017 bis 2019 über 99,9 Prozent der überwachten Proben die Anforderungen ein. Das Amt vergab die Note „sehr gut“.

Die Verbraucherzentrale hält Leitungswasser für bedenkenlos trinkbar, sofern im Haus keine Bleileitungen liegen. Für das Wasser ist der Versorger bis zur Wasseruhr verantwortlich, danach der Hausbesitzer. Zwei Tipps:

Mineralwasser, Heilwasser, Quellwasser, Tafelwasser

Was in Flaschen verkauft wird, ist rechtlich unterschiedlich geregelt, laut Bayerischem Landesamt für Umwelt:

Wasser Herkunft Rechtlicher Status
Natürliches Mineralwasser unterirdisch, vor Verunreinigung geschützt, an der Quelle abgefüllt Lebensmittel, als einziges deutsches Lebensmittel amtlich anerkannt
Heilwasser unterirdisch, an der Quelle abgefüllt Arzneimittel, zugelassen vom BfArM; mindestens 1.000 mg Mineralstoffe pro Liter oder eine Mindestmenge wirksamer Stoffe, Wirkungsnachweis nötig
Quellwasser Grundwasser, an der Quelle abgefüllt Lebensmittel, keine amtliche Anerkennung nötig
Tafelwasser meist Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz Lebensmittel, darf Zusätze wie Mineralsalze enthalten

Geregelt sind Mineral-, Quell- und Tafelwasser in der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung. Wie viel Natrium, Calcium oder Magnesium ein bestimmtes Mineralwasser enthält, steht auf dem Etikett.

Fazit

Rund 1,5 Liter Getränke am Tag reichen den meisten Erwachsenen, bei Hitze, Sport und Krankheit mehr. Leitungswasser ist in Deutschland sehr gut kontrolliert, günstig und klimafreundlich. Mineralwasser lohnt sich, wenn du Kohlensäure magst oder ein bestimmtes Wasser wegen seiner Mineralstoffe wählst. Heilwasser ist rechtlich ein Arzneimittel.

Häufige Fragen

Wie viel Wasser sollte man am Tag trinken?

Laut DGE brauchen Erwachsene zwischen 25 und 51 Jahren rund 1,4 Liter aus Getränken pro Tag, 19- bis 25-Jährige knapp 1,5 Liter. Insgesamt nimmt der Körper etwa 2,6 Liter Wasser auf, den Rest liefern das Essen und der Stoffwechsel. Die Verbraucherzentrale nennt mindestens 1,5 Liter als Richtwert.

Wann muss man mehr trinken?

Laut DGE steigt der Bedarf bei Hitze, trockener kalter Luft, hohem Energieumsatz etwa durch Sport oder schwere Arbeit, viel Salz oder Eiweiß im Essen sowie bei Fieber, Erbrechen und Durchfall. Stillende brauchen rund 1,7 Liter aus Getränken.

Ist Leitungswasser in Deutschland gesund?

Ja. Laut Umweltbundesamt hielten über 99,9 Prozent der überwachten Proben die Anforderungen ein, das Trinkwasser bekam die Note sehr gut. Die Verbraucherzentrale hält Leitungswasser für bedenkenlos trinkbar, sofern im Haus keine Bleileitungen liegen.

Ist Mineralwasser besser als Leitungswasser?

Nicht grundsätzlich. Beide sind streng kontrolliert. Leitungswasser ist laut Verbraucherzentrale etwa 100-mal günstiger, Mineralwasser aus Einwegflaschen belastet das Klima fast 600-mal stärker. Mineralwasser muss dafür aus einer geschützten unterirdischen Quelle stammen und amtlich anerkannt sein.

Was ist der Unterschied zwischen Mineralwasser und Heilwasser?

Natürliches Mineralwasser ist ein Lebensmittel und amtlich anerkannt. Heilwasser ist laut Bayerischem Landesamt für Umwelt ein Arzneimittel, zugelassen vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Es braucht von Natur aus mindestens 1.000 mg Mineralstoffe pro Liter oder eine Mindestmenge wirksamer Stoffe und einen Wirkungsnachweis.

Sollte man Wasser aus der Leitung erst laufen lassen?

Ja, wenn es länger als vier Stunden in der Leitung stand. Die Verbraucherzentrale rät, es dann bis zu etwa 30 Sekunden laufen zu lassen, bis es kühl aus dem Hahn kommt. Das abgelaufene Wasser kann man zum Gießen oder Putzen nutzen.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte Wasser
  2. Verbraucherzentrale (Stand 30.10.2025): Kann man Leitungswasser bedenkenlos trinken?
  3. Umweltbundesamt (18.05.2021): Deutsches Trinkwasser erhält wieder die Note „sehr gut“
  4. Bayerisches Landesamt für Umwelt: Flaschenwässer – Mineralwasser, Heilwasser, Quellwasser, Tafelwasser
  5. Mineral- und Tafelwasser-Verordnung (Min/TafelWV)

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Methodik & Quellen

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