Oxymel (Sauerhonig): Wirkung, Zucker und Rezept

Redaktion kohlenhydrate.de · · Noch nicht fachlich geprüft

Oxymel ist ein Sirup aus Honig und Apfelessig, ein Gesundheitsnutzen ist nicht belegt. Für die oft behauptete entzündungshemmende oder antibakterielle Wirkung gibt es laut Apotheken Umschau keine Studien. Dafür hat er viel Zucker: Zwei Esslöffel liefern rund 17 g. Gelegentlich verdünnt ist er für gesunde Erwachsene in Ordnung, täglich empfiehlt ihn die zitierte Ernährungsexpertin nicht.

Was ist Oxymel?

Oxymel, auch Sauerhonig, ist laut Apotheken Umschau ein traditionelles Hausmittel. Der Name verbindet die griechischen Wörter für Essig und Honig.

Beliebte Varianten sind Ingwer und Zitrone, Thymian oder Salbei in der Erkältungszeit sowie Beeren oder Holunder.

Was zeigen Studien?

Eine systematische Übersicht fand 20 Studien zu Oxymel, 6 an Tieren und 14 am Menschen (Sharifi Darani 2023). Die Ergebnisse waren gemischt:

Die Autoren fordern größere und längere Studien. Ob das klassische Oxymel aus Honig und Apfelessig wirkt, zeigen diese Studien nicht.

Warum es trotzdem beliebt ist: Honig wird traditionell bei Halsschmerzen genutzt, und Essigsäure kann laut Apotheken Umschau den Speichel und Appetit anregen, was viele als verdauungsfördernd empfinden. Was Apfelessig allein bringt, prüft der Ratgeber Apfelessig zum Abnehmen.

Zucker in Oxymel

Honig besteht laut Apotheken Umschau zu fast 80 Prozent aus Frucht- und Traubenzucker, laut Bundeslebensmittelschlüssel hat er 70,8 g Zucker pro 100 g. Manche fertigen Oxymel-Mischungen enthalten etwa 55 g Zucker pro 100 ml.

Menge Oxymel (unverdünnt) Zucker
1 EL (15 ml) ca. 8 g
2 EL (30 ml) ca. 17 g
WHO-Obergrenze freier Zucker, Erwachsene 25 g am Tag

Wie viel Zucker am Tag in Ordnung ist, steht im Ratgeber Wie viel Zucker am Tag?.

Für wen ist Oxymel ungeeignet?

Laut Apotheken Umschau:

Oxymel selber machen

  1. Honig und Apfelessig im Verhältnis 1:1 oder 1:2 in ein sauberes Glas geben.
  2. Nach Wunsch Kräuter wie Thymian oder Salbei, Ingwer oder Beeren zugeben.
  3. Verschließen und einige Tage bis zwei Wochen kühl und dunkel ziehen lassen.
  4. Zum Trinken in Wasser verdünnen.

Fazit

Oxymel ist ein traditioneller Sirup aus Honig und Essig mit viel Zucker. Gesundheitliche Wirkungen sind nicht belegt, die wenigen Studien sind klein und meist mit Heilpflanzen-Zubereitungen gemacht. Wer den Geschmack mag, trinkt ihn gelegentlich verdünnt. Für Babys unter einem Jahr ist er tabu.

Häufige Fragen

Was ist Oxymel?

Oxymel, auch Sauerhonig, ist ein traditionelles Hausmittel aus Honig und Apfelessig, oft mit Kräutern. Der Name verbindet die griechischen Wörter für Essig und Honig. Gemischt wird laut Apotheken Umschau im Verhältnis 1:1 oder 1:2.

Wirkt Oxymel gegen Entzündungen oder Erkältung?

Belegt ist das nicht. Für die im Netz behauptete entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung gibt es laut Apotheken Umschau keine Studien. Dass Honig, Essig oder Kräuter einzeln untersucht sind, heißt nicht, dass die Mischung so wirkt.

Wie viel Zucker hat Oxymel?

Viel. Manche fertigen Mischungen enthalten laut Apotheken Umschau etwa 55 g Zucker pro 100 ml. Zwei Esslöffel unverdünnt liefern rund 17 g, fast die WHO-Obergrenze von 25 g freiem Zucker am Tag.

Für wen ist Oxymel nicht geeignet?

Für Babys unter einem Jahr, weil Honig Botulismus-Sporen enthalten kann. Vorsicht gilt bei Diabetes oder Metabolischem Syndrom wegen des Zuckers, bei Reflux oder empfindlicher Magenschleimhaut wegen des Essigs. Zucker und Säure zusammen können außerdem die Zähne angreifen.

Wie mache ich Oxymel selbst?

Honig und Apfelessig im Verhältnis 1:1 oder 1:2 mischen, nach Wunsch Kräuter wie Thymian oder Salbei, Ingwer oder Beeren zugeben und im Glas einige Tage bis zwei Wochen ziehen lassen. Kühl und dunkel gelagert hält es lange.

Quellen

  1. Apotheken Umschau (02.03.2026), Julia Dettmer, mit Prof. Dr. Anika Wagner (Justus-Liebig-Universität Gießen): Oxymel gilt als gesund – doch Experten raten von dem Sauerhonig ab
  2. Sharifi Darani N et al. (2023): Oxymel: A systematic review of preclinical and clinical studies. Heliyon 9(12):e22649

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Methodik & Quellen

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