Kamillentee: Wirkung, Zubereitung und Nebenwirkungen

Redaktion kohlenhydrate.de · · Noch nicht fachlich geprüft

Kamillentee gilt als traditionelles Mittel bei leichten Magen-Darm-Beschwerden, Erkältung und Halsentzündungen. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA stuft die Anwendungen als plausibel wegen langer Erfahrung ein, klinische Studien reichen nicht aus. Anders als viele Arzneitees ist Kamillentee laut EMA auch in Schwangerschaft und Stillzeit sicher, und Kinder dürfen ihn ab 6 Monaten trinken.

Wogegen hilft Kamillentee?

Laut EMA-Monografie ist Kamille ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei:

Anwendung Wie
leichte Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen und leichte Krämpfe trinken
Erkältung Dampf inhalieren
leichte Geschwüre und Entzündungen in Mund und Rachen gurgeln, spülen
leichte Hautentzündungen wie Sonnenbrand, kleine Wunden äußerlich

„Traditionell“ heißt: seit mindestens 30 Jahren angewendet, davon mindestens 15 Jahre in der EU, aber ohne ausreichende klinische Belege. Welche Lebensmittel Blähungen fördern, zeigt der Ratgeber blähende Lebensmittel.

Kamillentee zubereiten und dosieren

Laut EMA-Monografie bei Magen-Darm-Beschwerden, mit 150 ml kochendem Wasser:

Wer Kamillenblüten Wie oft
Erwachsene 1,5–4 g 3- bis 4-mal täglich
Kinder 6–12 Jahre 1,5–3 g 2- bis 4-mal täglich
Kinder 2–6 Jahre 1–1,5 g 2- bis 4-mal täglich
Kinder 6 Monate bis 2 Jahre 0,5–1 g 2- bis 4-mal täglich

Zum Inhalieren bei Erkältung: Erwachsene 3–10 g auf 100 ml heißes Wasser, mehrmals täglich, Kinder von 6 bis 12 Jahren 2–5 g, ein- bis zweimal täglich. Zum Gurgeln: 1–5 g auf 100 ml Wasser, mehrmals täglich.

Halten die Beschwerden länger als eine Woche an oder werden sie schlimmer, sollte man ärztlichen Rat einholen. Was bei Erkältung sonst hilft, steht im Ratgeber Was essen bei Erkältung?

Kamillentee in Schwangerschaft und Stillzeit

Für Kamillenblüten als Tee gilt die Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit laut EMA als belegt. Für andere Zubereitungen wie flüssige Extrakte gilt das nicht, sie werden in dieser Zeit nicht empfohlen. Wer Kamillenprodukte auf der Haut anwendet, sollte die Brustwarzen vor dem Stillen reinigen, damit das Baby nicht sensibilisiert wird. Mehr im Ratgeber Tee in der Schwangerschaft.

Nebenwirkungen und wer Kamille meiden sollte

Kalorien

Ungesüßter Kräutertee hat laut unseren Nährwertdaten 0 kcal pro 100 ml, mehr auf der Seite Kräutertee. Weitere Arzneitees: Pfefferminztee, Salbeitee und Rosmarintee.

Fazit

Kamillentee ist ein traditionelles Mittel bei leichten Magen-Darm-Beschwerden, als Dampf bei Erkältung und zum Gurgeln bei Halsentzündung, klinisch belegt ist die Wirkung nicht. Er gehört zu den wenigen Arzneitees, die laut EMA auch in der Schwangerschaft und für Kinder ab 6 Monaten vorgesehen sind. Wer auf Korbblütler allergisch ist, lässt ihn weg.

Häufige Fragen

Welche Wirkung hat Kamillentee?

Laut EU-Arzneimittelbehörde EMA wird Kamille traditionell bei leichten Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen und leichten Krämpfen getrunken, als Dampf bei Erkältung inhaliert und zum Gurgeln bei leichten Entzündungen in Mund und Rachen verwendet. Die Einstufung beruht auf langer Anwendung, nicht auf klinischen Studien.

Wie viel Kamillentee am Tag?

Laut EMA-Monografie für Erwachsene 1,5 bis 4 g Kamillenblüten mit 150 ml kochendem Wasser, drei- bis viermal täglich. Halten die Beschwerden länger als eine Woche an, zum Arzt.

Dürfen Babys und Kinder Kamillentee trinken?

Laut EMA bei Magen-Darm-Beschwerden ab 6 Monaten: 0,5 bis 1 g für Kinder von 6 Monaten bis 2 Jahren, 1 bis 1,5 g von 2 bis 6 Jahren und 1,5 bis 3 g von 6 bis 12 Jahren, jeweils zwei- bis viermal täglich.

Darf man in der Schwangerschaft Kamillentee trinken?

Ja. Für Kamillenblüten als Tee gilt die Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit laut EMA als belegt. Für andere Kamillenzubereitungen wie flüssige Extrakte ist sie nicht belegt.

Hat Kamillentee Nebenwirkungen?

Möglich sind Überempfindlichkeitsreaktionen bis zu schweren allergischen Reaktionen, die Häufigkeit ist unbekannt. Wer auf Kamille oder andere Korbblütler allergisch ist, sollte Kamille laut EMA nicht anwenden.

Quellen

  1. EMA/HMPC: Matricariae flos – herbal medicinal product
  2. EMA/HMPC: Final European Union herbal monograph on Matricaria recutita L., flos (EMA/HMPC/55843/2011, 07.07.2015)

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Methodik & Quellen

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