Pfefferminztee: Wirkung, Nebenwirkungen und Dosierung

Redaktion kohlenhydrate.de · · Noch nicht fachlich geprüft

Pfefferminztee gilt als traditionelles Mittel bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hält die Wirkung wegen der langen Anwendung für plausibel, klinische Studien reichen aber nicht aus. Wer zu Sodbrennen neigt, sollte ihn eher meiden, denn Pfefferminze kann den Rückfluss von Magensäure verstärken. Als Arzneitee ist er erst ab 4 Jahren vorgesehen.

Wogegen hilft Pfefferminztee?

Die EMA führt Pfefferminzblätter als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei Verdauungsbeschwerden (Dyspepsie) und Blähungen. „Traditionell“ heißt: seit mindestens 30 Jahren angewendet, davon mindestens 15 Jahre in der EU, aber ohne ausreichende klinische Belege. Welche Lebensmittel Blähungen fördern, zeigt der Ratgeber blähende Lebensmittel.

Dosierung laut EMA-Monografie

Wer Pfefferminzblätter pro Tasse Wie oft
Erwachsene und Ältere 1,5–3 g mit 100–150 ml kochendem Wasser 3-mal täglich
Kinder ab 4 Jahren und Jugendliche 1–2 g mit 100–150 ml kochendem Wasser 3-mal täglich
Kinder unter 4 Jahren nicht empfohlen –

Halten die Beschwerden länger als zwei Wochen an oder werden sie schlimmer, sollte man laut EMA ärztlichen Rat einholen.

Nebenwirkungen und Vorsicht

Laut EMA-Monografie:

Schwangerschaft und Stillzeit

Als Arzneitee empfiehlt die EMA Pfefferminzblätter in Schwangerschaft und Stillzeit nicht, weil die Sicherheit nicht belegt ist. Das Netzwerk Gesund ins Leben rät, Kräutertees in der Schwangerschaft mit Wasser abzuwechseln, mehr im Ratgeber Tee in der Schwangerschaft.

Pfefferminztee oder Pfefferminzöl?

Pfefferminzöl ist ein eigenes Arzneimittel. Für Pfefferminzöl zum Einnehmen stuft die EMA die Anwendung bei leichten Krämpfen, Blähungen und Bauchschmerzen, etwa beim Reizdarm, als gut belegt ein, ab 8 Jahren. Zum Einreiben bei Kopfschmerzen ist es ab 18 Jahren vorgesehen. Präparate mit Pfefferminzöl sollen nicht bei Kindern unter 2 Jahren angewendet werden, bei Lebererkrankungen und Gallensteinen gar nicht eingenommen werden. Mehr zur Ernährung bei Reizdarm im Ratgeber FODMAP.

Kalorien

Ungesüßter Kräutertee wie Pfefferminztee hat laut unseren Nährwertdaten 0 kcal pro 100 ml, mehr auf der Seite Kräutertee. Ebenfalls traditionell bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt wird Rosmarintee.

Fazit

Pfefferminztee ist ein traditionelles Mittel bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen, belegt ist die Wirkung nicht. Bis zu dreimal täglich eine Tasse ist laut EMA für Erwachsene vorgesehen. Bei Sodbrennen meidest du ihn besser, für Kinder unter 4 Jahren und in der Schwangerschaft wird er als Arzneitee nicht empfohlen.

Häufige Fragen

Wofür ist Pfefferminztee gut?

Laut EU-Arzneimittelbehörde EMA traditionell bei Verdauungsbeschwerden (Dyspepsie) und Blähungen. Die Wirkung gilt wegen der langen Anwendung als plausibel, ist aber nicht ausreichend durch Studien belegt.

Wie viel Pfefferminztee am Tag?

Die EMA-Monografie nennt für Erwachsene 1,5 bis 3 g Pfefferminzblätter pro Tasse mit 100 bis 150 ml kochendem Wasser, dreimal täglich. Für Kinder ab 4 Jahren und Jugendliche sind es 1 bis 2 g pro Tasse, ebenfalls dreimal täglich. Halten die Beschwerden länger als zwei Wochen an, zum Arzt.

Hat Pfefferminztee Nebenwirkungen?

Er kann Sodbrennen und einen Rückfluss von Magensäure verstärken. Menschen mit Sodbrennen sollten Pfefferminztee laut EMA meiden, bei Gallensteinen ist Vorsicht geboten. Wer überempfindlich auf Pfefferminze oder Menthol reagiert, sollte ihn nicht trinken.

Dürfen Kleinkinder Pfefferminztee trinken?

Als Arzneitee empfiehlt die EMA Pfefferminzblätter erst ab 4 Jahren, weil für jüngere Kinder ausreichende Daten fehlen. Präparate mit Pfefferminzöl sollen laut EMA grundsätzlich nicht unter 2 Jahren angewendet werden.

Darf man in der Schwangerschaft Pfefferminztee trinken?

Als Arzneitee empfiehlt die EMA ihn in Schwangerschaft und Stillzeit nicht, weil die Sicherheit nicht belegt ist. Das Netzwerk Gesund ins Leben rät, Kräutertees in der Schwangerschaft mit Wasser abzuwechseln.

Hilft Pfefferminze bei Reizdarm?

Für Pfefferminzöl zum Einnehmen stuft die EMA die Anwendung bei leichten Krämpfen, Blähungen und Bauchschmerzen wie beim Reizdarm als gut belegt ein, ab 8 Jahren. Das gilt für Arzneimittel mit Öl, nicht für Pfefferminztee.

Quellen

  1. EMA/HMPC: Menthae piperitae folium – herbal medicinal product (Zusammenfassung EMA/60946/2020, Seite geändert 16.03.2026)
  2. EMA/HMPC: European Union herbal monograph on Mentha x piperita L., folium – Revision 1 (EMA/HMPC/572705/2014)
  3. EMA/HMPC: Menthae piperitae aetheroleum (Pfefferminzöl) – herbal medicinal product
  4. Netzwerk Gesund ins Leben (BZfE): Ernährungsweise und Getränke in der Schwangerschaft (Handlungsempfehlungen)

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Methodik & Quellen

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