Tee in der Schwangerschaft: Welcher Tee ist erlaubt?
In der Schwangerschaft sind Kräutertees erlaubt, aber im Wechsel mit Wasser. So bleibt die Aufnahme von Pyrrolizidinalkaloiden und Estragol gering, empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben. Fencheltee solltest du laut Verbraucherzentrale möglichst meiden, Salbei als Arzneitee ebenfalls. Schwarzer und grüner Tee zählen wegen des Koffeins zur Tagesgrenze von 200 mg.
Tees in der Schwangerschaft im Überblick
| Tee | Empfehlung | Grund |
|---|---|---|
| Kräutertees allgemein | erlaubt, mit Wasser abwechseln | Pyrrolizidinalkaloide, Estragol (Gesund ins Leben) |
| Fencheltee | möglichst meiden | Estragol, kann über die Plazenta weitergegeben werden (Verbraucherzentrale) |
| Salbeitee als Arzneitee | eher nicht | keine Sicherheitsdaten, Thujon (EMA) |
| Himbeerblättertee | Wirkung kaum belegt, mit Hebamme besprechen | eine kleine Studie |
| Schwarzer Tee | in Maßen | ca. 45 mg Koffein pro Tasse (BfR) |
| Grüner Tee | in Maßen | ca. 30 mg Koffein pro Tasse (BfR) |
Kräutertee: abwechseln
Kräutertees sollten laut Netzwerk Gesund ins Leben mit anderen Getränken, vor allem Wasser, abgewechselt werden. Hintergrund sind Pyrrolizidinalkaloide, Pflanzenstoffe, die laut BfR vor allem über Verunreinigungen in Tees und Honig aufgenommen werden, und Estragol, etwa aus Fenchel. Die Verbraucherzentrale rät ebenfalls, Kräutertees regelmäßig zu wechseln, um eine einseitige Belastung zu vermeiden.
Insgesamt empfiehlt das Netzwerk etwa 1,5 Liter am Tag, vor allem Wasser und ungesüßte Getränke. Bei Hitze, Sport oder Krankheit sollte es mehr sein. Wie viel du allgemein trinken solltest, steht im Ratgeber Wie viel Wasser trinken?
Fencheltee
Fencheltee enthält laut Verbraucherzentrale den Pflanzenstoff Estragol, der als krebserregend eingestuft ist. Eine sichere Aufnahmemenge lässt sich derzeit nicht festlegen, die EFSA prüft die Lage neu.
- Schwangere und Stillende sollten fenchelhaltige Produkte möglichst meiden, weil Estragol über die Plazenta oder die Muttermilch weitergegeben werden könnte.
- Babys und Kinder unter 4 Jahren sollten laut EMA und Apothekerkammern keinen Fencheltee und keinen Fenchelhonig bekommen.
- Fenchel als Gemüse ist unproblematisch.
Dosierung und Anwendung als Arzneitee erklärt der Ratgeber Fencheltee.
Wer doch Fencheltee trinkt, kann laut Verbraucherzentrale die Belastung senken: Teebeutel nicht ausdrücken, ganze statt geschnittener Samen verwenden und höchstens 5 bis 8 Minuten ziehen lassen.
Salbeitee
Die Europäische Arzneimittel-Agentur rät in ihrer Monografie zu Salbeiblättern von der Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit ab, weil Daten zur Sicherheit fehlen. Salbei enthält das nervenschädigende Thujon. Salbei als Küchengewürz in üblichen Mengen nennt die Monografie nicht.
Himbeerblättertee
Himbeerblättertee soll die Geburt erleichtern. In einer randomisierten Studie mit 192 Erstgebärenden nahmen die Frauen ab der 32. Woche täglich 2 × 1,2 g Himbeerblatt als Tablette (Simpson 2001):
- Die erste Phase der Geburt wurde nicht kürzer.
- Die zweite Phase war im Schnitt knapp 10 Minuten kürzer, Zangengeburten waren seltener (19 gegenüber 30 Prozent).
- Nebenwirkungen für Mutter oder Kind traten nicht auf.
Untersucht wurden Tabletten, nicht Tee, und die Studie ist klein. Ob und ab wann Himbeerblättertee sinnvoll ist, besprichst du am besten mit Hebamme oder Ärztin.
Schwarzer und grüner Tee: Koffein
Schwangere und Stillende sollten laut EFSA höchstens 200 mg Koffein am Tag aufnehmen. Koffein pro Tasse (200 ml) laut BfR:
| Getränk | Koffein |
|---|---|
| Filterkaffee | ca. 90 mg |
| Schwarzer Tee | ca. 45 mg |
| Grüner Tee | ca. 30 mg |
Mehr dazu im Ratgeber Ist Kaffee gesund?. Was sonst in der Schwangerschaft auf den Teller darf, zeigt der Ratgeber Lebensmittel in der Schwangerschaft.
Fazit
Kräutertee ist in der Schwangerschaft erlaubt, am besten abwechselnd mit Wasser und mit verschiedenen Sorten. Fencheltee und Salbei als Arzneitee meidest du besser. Schwarzer und grüner Tee zählen zur Koffeingrenze von 200 mg am Tag. Für Himbeerblättertee gibt es nur eine kleine Studie.
Häufige Fragen
Welcher Tee ist in der Schwangerschaft erlaubt?
Kräutertees sind erlaubt, sollten laut Netzwerk Gesund ins Leben aber mit anderen Getränken, vor allem Wasser, abgewechselt werden, um Pyrrolizidinalkaloide und Estragol gering zu halten. Fencheltee möglichst meiden, Salbei als Arzneitee nicht. Schwarzer und grüner Tee zählen wegen des Koffeins zur Tagesmenge von höchstens 200 mg.
Darf man in der Schwangerschaft Fencheltee trinken?
Besser nicht. Fencheltee enthält Estragol, das als krebserregend eingestuft ist. Schwangere und Stillende sollten fenchelhaltige Produkte laut Verbraucherzentrale möglichst meiden, weil Estragol über Plazenta oder Muttermilch weitergegeben werden könnte. Fenchel als Gemüse ist unproblematisch.
Darf man in der Schwangerschaft Salbeitee trinken?
Als Arzneitee eher nicht. Die Europäische Arzneimittel-Agentur rät in ihrer Monografie zu Salbeiblättern von der Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit ab, weil Daten zur Sicherheit fehlen; Salbei enthält das nervenschädigende Thujon.
Hilft Himbeerblättertee bei der Geburt?
Belegt ist das kaum. In einer randomisierten Studie mit 192 Frauen verkürzte Himbeerblatt in Tablettenform die erste Phase der Geburt nicht, die zweite Phase im Schnitt um knapp 10 Minuten. Nebenwirkungen fanden sich keine. Vor der Einnahme mit Hebamme oder Ärztin sprechen.
Wie viel schwarzen oder grünen Tee in der Schwangerschaft?
Schwangere sollten laut EFSA höchstens 200 mg Koffein am Tag aufnehmen. Eine Tasse schwarzer Tee (200 ml) hat laut BfR etwa 45 mg, grüner Tee etwa 30 mg, Filterkaffee etwa 90 mg.
Wie viel sollte man in der Schwangerschaft trinken?
Laut Netzwerk Gesund ins Leben etwa 1,5 Liter am Tag, vor allem Wasser und ungesüßte Getränke, bei Hitze, Sport oder Krankheit mehr.
Quellen
- Netzwerk Gesund ins Leben (BZfE): Ernährungsweise und Getränke in der Schwangerschaft (Handlungsempfehlungen)
- Verbraucherzentrale (26.01.2026): Fencheltee – gesund oder gefährlich?
- EMA/HMPC: EU-Pflanzenmonografie Salvia officinalis L., folium (EMA/HMPC/277152/2015, Revision 2016)
- BfR: Fragen und Antworten zu Koffein und koffeinhaltigen Lebensmitteln
- BfR (2016): Verunreinigungen in Tees und Honig sind die Hauptaufnahmequellen für Pyrrolizidinalkaloide
- Simpson M et al. (2001): Raspberry leaf in pregnancy: its safety and efficacy in labor. J Midwifery Womens Health 46(2):51-9
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Methodik & Quellen