Ernährung bei Rheuma: Was hilft und was nicht
Bei Rheuma kann die Ernährung die Behandlung unterstützen, aber nicht ersetzen. Die Deutsche Rheuma-Liga empfiehlt viel Obst, Gemüse, Nüsse und Vollkorn, wenig Zuckergetränke, Weißmehl, rotes Fleisch und Salz. Eine Mittelmeerkost verringerte in einer Studie die Schmerzen. Stärker als jede Ernährung wirkt laut Rheuma-Liga der Verzicht aufs Rauchen.
Was Ernährung bei Rheuma leisten kann
Ernährung kann laut Rheuma-Liga Medikamente und andere Therapien unterstützen, Beschwerden lindern und eventuell den Bedarf an Schmerzmitteln senken. Eine ärztliche Behandlung ersetzt sie nicht. Entscheidend ist eher das gesamte Ernährungsmuster als einzelne Lebensmittel.
| Eher günstig | Eher ungünstig |
|---|---|
| Obst und Rohkost | zuckerhaltige Getränke |
| Nüsse | Weißmehl |
| Vollkorn | Schweine- und Rindfleisch |
| Gemüse, Olivenöl (Mittelmeerkost) | stark gesalzene Speisen |
Quelle: Deutsche Rheuma-Liga. Wie viel Salz am Tag empfohlen ist, steht im Ratgeber Wie viel Salz am Tag?.
Mittelmeerkost
Eine Mittelmeerkost mit viel Gemüse, Obst und Olivenöl und wenig rotem Fleisch verringerte laut Rheuma-Liga in einer Studie die Schmerzen und kann zusätzlich Herz und Gefäßen nützen. Pflanzenöle wirken möglicherweise entzündungshemmend, für rheumatische Erkrankungen ist das aber noch nicht sicher belegt. Was Studien allgemein zu entzündungshemmenden Lebensmitteln zeigen, steht im Ratgeber antientzündliche Ernährung.
Omega-3
Eine Metaanalyse von 2024 fand bei rheumatoider Arthritis unter Omega-3 weniger druckschmerzhafte Gelenke und niedrigere Blutfette, aber keine deutlich niedrigeren Entzündungswerte oder geringere Krankheitsaktivität. Mehr dazu im Artikel Omega-3. Nahrungsergänzungsmittel braucht es laut Rheuma-Liga bei ausgewogener Ernährung meist nicht, bei nachgewiesenem Mangel können gezielte Präparate verordnet werden. Zu hohe Dosen können schaden, deshalb vorher ärztlich abklären.
Fasten
- Kurzes Fasten (7 bis 9 Tage) kann laut Rheuma-Liga bei milder, stabiler Erkrankung Gelenkschmerzen lindern.
- Über 10 Tage: keine verlässlichen Belege.
- Für wen: vor allem für Übergewichtige mit gut eingestellter Erkrankung, unter erfahrener Begleitung und ohne die Medikamente abzusetzen.
- Intervallfasten: keine belegte Wirkung auf die Krankheitsaktivität, eventuell aber auf Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-Risiko.
Vegetarisch, vegan, ketogen?
- Vegan: Es drohen Vitamin-B12- und Eisenmangel, überzeugende Belege für einen langfristigen Nutzen bei Rheuma gibt es laut Rheuma-Liga nicht. Bei hochaktiver rheumatoider Arthritis sollte man nicht ganz auf tierisches Eiweiß verzichten.
- Ketogen: Nutzen nicht belegt, bei wenig Ballaststoffen kann das Herz-Kreislauf-Risiko steigen.
Alkohol und Rauchen
Kleine Mengen Alkohol sind laut Rheuma-Liga mit einem leicht geringeren Risiko für rheumatoide Arthritis verbunden, ab etwa 10 g am Tag verschwindet dieser Effekt. Rauchen wirkt stärker als die Ernährung: Es macht rheumatoide Arthritis häufiger und schwerer.
Gicht und Osteoporose
- Gicht: purinreiche Lebensmittel wie viel Fleisch und Fisch begrenzen, viel kalorienfrei trinken, auf Alkohol verzichten, fruktosegesüßte Getränke einschränken. Medikamente bleiben laut Rheuma-Liga die wichtigste Behandlung. Mehr im Ratgeber Purine und Gicht.
- Osteoporose: genug Calcium und Eiweiß, wenig phosphat- und oxalatreiche Lebensmittel wie Cola und viele Wurstsorten. Rauchen und viel Alkohol schwächen die Knochen. Calciumquellen zeigt der Artikel Calcium.
Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung. Setz Rheuma-Medikamente nie eigenmächtig ab.
Fazit
Bei Rheuma zählt das Gesamtmuster: viel Obst, Gemüse, Nüsse, Vollkorn und Olivenöl, wenig Zuckergetränke, Weißmehl, rotes Fleisch und Salz. Mittelmeerkost, kurzes Fasten und Omega-3 können Beschwerden etwas lindern, ersetzen aber keine Therapie. Am meisten bringt der Rauchstopp.
Häufige Fragen
Was sollte man bei Rheuma essen?
Laut Deutscher Rheuma-Liga eine Kost mit viel Obst, Rohkost, Nüssen und Vollkorn und wenig zuckerhaltigen Getränken, Weißmehl, Schweine- und Rindfleisch und stark gesalzenen Speisen. Eine Mittelmeerkost verringerte in einer Studie die Schmerzen. Ernährung ergänzt die Behandlung, ersetzt sie aber nicht.
Welche Lebensmittel sind bei Rheuma schlecht?
Laut Rheuma-Liga ist ein Muster mit viel zuckerhaltigen Getränken, Weißmehl, Schweine- und Rindfleisch und stark gesalzenen Speisen mit einem höheren Risiko für rheumatoide Arthritis verbunden. Verbotene Einzel-Lebensmittel gibt es nicht.
Hilft Fasten bei Rheuma?
Kurzes Fasten von 7 bis 9 Tagen kann laut Rheuma-Liga bei milder, stabiler Erkrankung Gelenkschmerzen lindern. Für Fasten über 10 Tage gibt es keine verlässlichen Belege. Fasten nur unter erfahrener Begleitung und ohne die Medikamente abzusetzen.
Hilft vegane Ernährung bei Rheuma?
Überzeugende Belege für einen langfristigen Nutzen gibt es laut Rheuma-Liga nicht. Vegan drohen Vitamin-B12- und Eisenmangel. Bei hochaktiver rheumatoider Arthritis sollte man nicht ganz auf tierisches Eiweiß verzichten.
Hilft Omega-3 bei Rheuma?
Etwas. Eine Metaanalyse von 2024 fand bei rheumatoider Arthritis weniger druckschmerzhafte Gelenke, aber keine deutlich niedrigeren Entzündungswerte oder geringere Krankheitsaktivität. Eine Rheumatherapie ersetzt Omega-3 nicht.
Darf man bei Rheuma Alkohol trinken?
Kleine Mengen sind laut Rheuma-Liga mit einem leicht geringeren Risiko für rheumatoide Arthritis verbunden, über etwa 10 g Alkohol am Tag verschwindet der Effekt. Bei Gicht sollte man auf Alkohol verzichten.
Quellen
- Deutsche Rheuma-Liga: Ernährung
- Metaanalyse 2024 zu Omega-3-Fettsäuren bei rheumatoider Arthritis (PubMed 38922552)
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Methodik & Quellen