Johanniskrauttee: Wirkung, Wechselwirkungen, Dosierung

Redaktion kohlenhydrate.de · · Noch nicht fachlich geprüft

Johanniskrauttee gilt als traditionelles Mittel bei vorübergehender Erschöpfung, nervöser Unruhe und leichten Magen-Darm-Beschwerden. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA stuft die Anwendung als plausibel wegen langer Erfahrung ein, klinische Studien reichen nicht aus. Johanniskraut kann die Wirkung vieler Medikamente abschwächen, auch die der Pille, und ist nur für Erwachsene vorgesehen.

Wobei hilft Johanniskrauttee?

Laut EMA-Monografie, überarbeitet 2022, ist Johanniskraut als Tee ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel:

Die Behandlung von Depressionen gehört nicht zu den Anwendungen des Tees. „Traditionell“ heißt: seit mindestens 30 Jahren angewendet, davon mindestens 15 Jahre in der EU, aber ohne ausreichende klinische Belege. Bei Unruhe und Einschlafproblemen ähnlich eingestuft sind Baldriantee und Melissentee.

Johanniskrauttee dosieren

Laut EMA für Erwachsene:

Anwendung Kraut Wasser Wie oft Ärztlich abklären nach
Erschöpfung 1,5–2 g 150 ml kochend 2- bis 3-mal täglich 2 Wochen
Magen-Darm-Beschwerden 2 g 150 ml kochend 2-mal täglich 1 Woche
Unruhe, Einschlafprobleme 2–3 g 150 ml kochend 2-mal täglich 2 Wochen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Johanniskraut regt Leberenzyme und Transportproteine an, die Medikamente abbauen. Wie stark, hängt laut EMA vom Gehalt an Hyperforin ab; wie viel davon im Tee steckt, nennt die Monografie nicht. Laut EMA:

Wer regelmäßig Medikamente nimmt, klärt Johanniskrauttee vorher mit Arzt oder Apotheke.

Johanniskraut und Sonne

Laut EMA während der Anwendung intensive UV-Strahlung meiden. Bei hellhäutigen Menschen können bei starker Sonne Kribbeln, Brennen oder sonnenbrandähnliche Reaktionen auftreten.

Wer sollte keinen Johanniskrauttee trinken?

Laut EMA nicht anwenden bei einer Allergie gegen Johanniskraut. Nicht empfohlen ist er:

Nebenwirkungen

Laut EMA können Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall), allergische Hautreaktionen, Müdigkeit und Unruhe auftreten. Wie häufig, ist nicht bekannt.

Fazit

Johanniskrauttee ist ein traditionelles Mittel bei Erschöpfung, Unruhe und leichten Magen-Darm-Beschwerden, klinisch belegt ist die Wirkung nicht. Er kann die Pille und viele andere Medikamente abschwächen. Unter 18 Jahren und in Schwangerschaft und Stillzeit ist er nicht vorgesehen, bei starker Sonne Vorsicht.

Häufige Fragen

Welche Wirkung hat Johanniskrauttee?

Laut EU-Arzneimittelbehörde EMA wird Johanniskrauttee traditionell bei vorübergehender psychischer Erschöpfung, leichten Magen-Darm-Beschwerden und unterstützend bei nervöser Unruhe mit Einschlafproblemen angewendet. Die Einstufung beruht auf langer Anwendung, nicht auf klinischen Studien.

Hilft Johanniskrauttee bei Depressionen?

Die Behandlung von Depressionen gehört laut EMA nicht zu den Anwendungen von Johanniskrauttee. Depressionen gehören in ärztliche Behandlung.

Wirkt die Pille mit Johanniskrauttee nicht mehr?

Das ist möglich. Laut EMA kann Johanniskraut die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel abschwächen, zusätzliche Verhütung wird empfohlen. Es kann auch Blutverdünner, Mittel nach Organtransplantation, bestimmte HIV- und Krebsmedikamente sowie Digoxin oder Simvastatin abschwächen.

Wie viel Johanniskrauttee am Tag?

Laut EMA-Monografie bei Erschöpfung 1,5 bis 2 g Kraut auf 150 ml kochendes Wasser, zwei- bis dreimal täglich; bei Magen-Darm-Beschwerden 2 g zweimal täglich; bei Unruhe und Einschlafproblemen 2 bis 3 g zweimal täglich. Nur für Erwachsene.

Macht Johanniskrauttee sonnenempfindlich?

Laut EMA sollte während der Anwendung intensive UV-Strahlung gemieden werden. Bei hellhäutigen Menschen können bei starker Sonne Kribbeln, Brennen oder sonnenbrandähnliche Reaktionen auftreten.

Quellen

  1. EMA/HMPC: Hyperici herba – herbal medicinal product (traditionelle Anwendung)
  2. EMA/HMPC: European Union herbal monograph on Hypericum perforatum L., herba – Revision 1 (EMA/HMPC/7695/2021, angenommen 23.11.2022)

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Methodik & Quellen

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