Brottrunk: Wirkung, Inhaltsstoffe und Studienlage
Brottrunk ist ein saures Getränk aus vergorenem Vollkornbrot mit kaum Kalorien. Hersteller versprechen eine bessere Verdauung und mehr Darmgesundheit. Laut Apotheken Umschau fehlen dafür Studien, und als probiotisch gilt Brottrunk nicht. Schaden dürfte er gesunden Menschen aber nicht.
Was ist Brottrunk?
Brottrunk entsteht aus Vollkornbrot oder Malz und Wasser. Milchsäurebakterien oder zugesetzte Hefen vergären das Gemisch über mehrere Wochen. Dabei wird Zucker zu Milchsäure, das Getränk wird sauer, und die Kohlenhydrate nehmen stark ab. Danach wird gefiltert und abgefüllt.
Die deutsche Variante entwickelte laut REWE-Lexikon der Bäckermeister Wilhelm Kanne in den 1980er-Jahren. Vorbild ist der russische Kwas, der oft etwas Alkohol enthält. Deutscher Brottrunk ist alkoholfrei.
Was steckt drin?
- Energie: etwa 3 kcal pro 100 ml, kaum Fett, kein Zucker (REWE-Lexikon)
- Milchsäurebakterien und ihre Stoffwechselprodukte, etwa Laktat
- Vitamine und Mineralstoffe, vor allem Vitamin B12 wird beworben. Genaue Mengen konnte der Hersteller laut Apotheken Umschau nicht nennen, weil das Naturprodukt schwankt.
Was bringt Brottrunk für den Darm?
Versprochen werden eine bessere Verdauung, Hilfe bei Verstopfung, weniger Völlegefühl und Blähungen und eine Wirkung gegen Darmpilze. Laut Apotheken Umschau:
- Keine Studien: Für die Milchsäurebakterien im Brottrunk fehlen Studien zur Wirkung. Auch für Kwas fand eine Biochemikerin keine Studien zu gesundheitlichen Effekten.
- Nicht probiotisch: Ein Gesundheitsnutzen ist bei Lebensmitteln nur für zwei Joghurtbakterien belegt.
- Mikrobiom unklar: Ob die Bakterien die Darmflora beeinflussen, ist offen. Für Erwachsene sind laut dem befragten Internisten eher kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat, Propionat und Acetat wichtig, weniger das Laktat.
- Fermentiertes allgemein: Fermentierte Lebensmittel können die Vielfalt der Darmbakterien erhöhen. Direkte Belege für Brottrunk gibt es nicht.
Wichtiger für die Darmgesundheit sind laut dem Internisten Bewegung, Nichtrauchen und eine gesunde Ernährung ohne gesüßte Getränke und stark verarbeitete Lebensmittel. Mehr dazu in den Ratgebern Darmflora aufbauen und fermentierte Lebensmittel.
Für wen ist Vorsicht geboten?
Bei schweren Erkrankungen oder Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, rät die Apotheken Umschau zur Vorsicht, weil die Darmbarriere geschwächt sein kann. Dann vorher ärztlich abklären.
Brottrunk trinken und aufbewahren
- Mischen: Pur ist Brottrunk sehr sauer. Der Hersteller empfiehlt laut REWE-Lexikon ein Teil Brottrunk, ein Teil Wasser und ein Teil Apfelsaft. Dann kommen die Kalorien und der Zucker des Apfelsafts dazu.
- Haltbarkeit: ungeöffnet bis zu drei Jahre, geöffnet zwei Tage, im Kühlschrank bis zu acht Tage.
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Fazit
Brottrunk ist ein kalorienarmes, saures Gärgetränk aus Vollkornbrot. Eine Wirkung auf Verdauung, Darmflora oder Darmpilze ist nicht durch Studien belegt, probiotisch ist er nicht. Wer ihn mag, kann ihn trinken, für die Darmgesundheit zählen Bewegung, Nichtrauchen und wenig stark Verarbeitetes mehr.
Häufige Fragen
Was ist Brottrunk?
Ein saures, alkoholfreies Getränk aus fermentiertem Vollkornbrot oder Malz und Wasser. Milchsäurebakterien vergären darin über mehrere Wochen den Zucker zu Milchsäure. Die deutsche Variante entwickelte der Bäckermeister Wilhelm Kanne in den 1980er-Jahren, Vorbild ist der russische Kwas.
Was bewirkt Brottrunk?
Belegt ist keine gesundheitliche Wirkung. Versprochen werden eine bessere Verdauung, Hilfe bei Verstopfung und Blähungen und eine Wirkung gegen Darmpilze. Laut Apotheken Umschau fehlen Studien zu den Milchsäurebakterien im Brottrunk. Ob sie das Darmmikrobiom beeinflussen, ist unklar.
Ist Brottrunk probiotisch?
Nein, im lebensmittelrechtlichen Sinn nicht. Laut Apotheken Umschau ist ein Gesundheitsnutzen bei Lebensmitteln nur für zwei Joghurtbakterien belegt. Für die Milchsäurebakterien im Brottrunk fehlen entsprechende Studien.
Wie viele Kalorien hat Brottrunk?
Sehr wenige. Laut REWE-Lexikon hat deutscher Brottrunk etwa 3 kcal pro 100 ml, kaum Fett und keinen Zucker, weil die Gärung die Kohlenhydrate weitgehend abbaut.
Ist Brottrunk schädlich?
Laut dem Internisten in der Apotheken Umschau ist das unwahrscheinlich. Vorsicht gilt bei schweren Erkrankungen oder Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, weil die Darmbarriere geschwächt sein kann.
Wie trinkt man Brottrunk?
Pur schmeckt er sehr sauer. Der Hersteller empfiehlt laut REWE-Lexikon, einen Teil Brottrunk mit einem Teil Wasser und einem Teil Apfelsaft zu mischen. Geöffnet hält er sich zwei Tage, gekühlt bis zu acht Tage.
Quellen
- Apotheken Umschau (08.10.2024): Hype um Brottrunk: Was bringt das Getränk für die Gesundheit?
- REWE Lexikon: Brottrunk
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Methodik & Quellen