Blutzuckerwerte: Tabelle nüchtern, nach dem Essen, HbA1c

Redaktion kohlenhydrate.de · · Noch nicht fachlich geprüft

Normale Blutzuckerwerte liegen laut Deutscher Diabetes Gesellschaft (DDG) nüchtern unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l) und zwei Stunden nach einem Zuckerbelastungstest unter 140 mg/dl (7,8 mmol/l). Ab einem Nüchternblutzucker von 126 mg/dl oder einem HbA1c von 6,5 Prozent spricht man von Diabetes. Eine Unterzuckerung beginnt unter 70 mg/dl.

Blutzuckerwerte-Tabelle

Werte im venösen Blutplasma laut DDG-Praxisempfehlung (Nauck et al. 2018):

Messung normal Graubereich / Prädiabetes Diabetes
Nüchternblutzucker unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l) 100–125 mg/dl (5,6–6,9 mmol/l) ab 126 mg/dl (7,0 mmol/l)
2 Stunden nach 75 g Traubenzucker (oGTT) unter 140 mg/dl (7,8 mmol/l) 140–199 mg/dl (7,8–11,0 mmol/l) ab 200 mg/dl (11,1 mmol/l)
Gelegenheitsblutzucker – – ab 200 mg/dl (11,1 mmol/l)
HbA1c unter 5,7 % (39 mmol/mol) 5,7 bis unter 6,5 % ab 6,5 % (48 mmol/mol)

Werte nahe an den Grenzen sollten laut DDG bestätigt werden – meist durch eine zweite Messung desselben Werts innerhalb von etwa 14 Tagen oder durch einen anderen Wert. Grenzwertige Ergebnisse werden nach drei bis sechs Monaten kontrolliert.

Nüchtern Blutzucker

Für den Nüchternblutzucker wird nach mindestens 8 Stunden ohne Essen gemessen, meist morgens (Gesundheitsportal Österreich). Liegt er zwischen 100 und 125 mg/dl, spricht man von abnormer Nüchternglukose – einer Form von Prädiabetes. Ab 126 mg/dl, bestätigt an einem zweiten Tag, liegt ein Diabetes vor.

Blutzucker nach dem Essen

Nach dem Essen steigt der Blutzucker an, wie stark, hängt unter anderem von Menge und Art der Kohlenhydrate ab – mehr dazu im Ratgeber glykämischer Index und Last. Für die Diagnose nutzen Ärztinnen und Ärzte den oralen Glukosetoleranztest (oGTT): Man trinkt 75 g Traubenzucker in 300 ml Wasser, nach zwei Stunden wird gemessen. Unter 140 mg/dl ist normal, 140 bis 199 mg/dl gelten als gestörte Glukosetoleranz, ab 200 mg/dl als Diabetes.

HbA1c: der Langzeitwert

Der HbA1c zeigt, wie hoch der Blutzucker im Durchschnitt der letzten Wochen war. Laut DDG ist ein Wert unter 5,7 Prozent normal, ab 6,5 Prozent liegt ein Diabetes vor. Dazwischen liegt ein Graubereich: Hier lässt sich ein Diabetes nur mit Blutzuckermessungen einschließlich oGTT sicher ausschließen. Was bei erhöhten Werten und Insulinresistenz hilft, erklärt Insulinresistenz.

Blutzucker messen

Die Grenzwerte oben gelten für venöses Blutplasma aus dem Labor. Messungen aus der Fingerkuppe haben laut Gesundheitsportal Österreich andere Grenzwerte – ein Messgerät für zu Hause ersetzt deshalb keine ärztliche Diagnose. Wer Diabetes hat, bespricht Zielwerte für die Selbstmessung mit der Ärztin oder dem Arzt.

Unterzuckerung: Symptome und was hilft

Eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) beginnt laut Techniker Krankenkasse, wenn der Blutzucker unter 70 mg/dl (3,9 mmol/l) fällt. Sie betrifft vor allem Menschen, die Insulin oder bestimmte Diabetes-Tabletten nehmen.

Typische Unterzuckerung Symptome: Blässe, Unruhe und Angst, Herzrasen, Schwitzen, Zittern und weiche Knie, Schwindel, Heißhunger, Kopfschmerzen sowie Verwirrtheit oder Konzentrationsprobleme. Sinkt der Blutzucker weiter, drohen Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit.

Was hilft: Schnell wirkende Kohlenhydrate wie Traubenzucker, normale (nicht zuckerfreie) Limonade oder Gummibärchen. Schokolade eignet sich laut TK schlecht, weil das Fett die Aufnahme bremst. Nach etwa 15 Minuten erneut messen. Bei Bewusstlosigkeit sofort 112 rufen, die Person in die stabile Seitenlage bringen und nichts in den Mund geben.

Häufige Auslöser sind laut TK zu viel Insulin oder bestimmte Tabletten im Verhältnis zum Bedarf, ausgelassene Mahlzeiten, Alkohol und intensiver Sport.

Fazit

Normale Blutzuckerwerte liegen nüchtern unter 100 mg/dl, zwei Stunden nach dem Zuckertest unter 140 mg/dl, der HbA1c unter 5,7 Prozent. Ab 126 mg/dl nüchtern, 200 mg/dl im Zuckertest oder 6,5 Prozent HbA1c liegt ein Diabetes vor. Unter 70 mg/dl beginnt eine Unterzuckerung. Die Diagnose stellt immer die Ärztin oder der Arzt anhand von Laborwerten.

Häufige Fragen

Welche Blutzuckerwerte sind normal?

Laut Deutscher Diabetes Gesellschaft liegt der Nüchternblutzucker normal unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l), der Wert zwei Stunden nach 75 g Traubenzucker (oGTT) unter 140 mg/dl (7,8 mmol/l) und der HbA1c unter 5,7 Prozent.

Welcher Nüchtern-Blutzucker ist zu hoch?

100 bis 125 mg/dl (5,6 bis 6,9 mmol/l) gelten als abnorme Nüchternglukose (Prädiabetes). Ab 126 mg/dl (7,0 mmol/l) spricht man von Diabetes – bestätigt durch eine zweite Messung.

Wie hoch darf der Blutzucker nach dem Essen sein?

Als Grenze gilt der Zuckerbelastungstest: Zwei Stunden nach 75 g Traubenzucker liegt der Wert normal unter 140 mg/dl. 140 bis 199 mg/dl bedeuten eine gestörte Glukosetoleranz, ab 200 mg/dl Diabetes.

Ab wann ist man unterzuckert?

Laut Techniker Krankenkasse spricht man von einer Unterzuckerung (Hypoglykämie), sobald der Blutzucker unter 70 mg/dl (3,9 mmol/l) fällt. Typische Symptome sind Zittern, Schwitzen, Herzrasen, Heißhunger und Konzentrationsprobleme.

Was ist der HbA1c-Wert?

Der HbA1c zeigt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten Wochen. Unter 5,7 Prozent gilt als normal, 5,7 bis unter 6,5 Prozent als Graubereich, ab 6,5 Prozent (48 mmol/mol) als Diabetes.

Quellen

  1. Nauck M et al. (2018): Definition, Klassifikation und Diagnostik des Diabetes mellitus. Praxisempfehlung der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Diabetologie 13 (Suppl 2): S90–S96
  2. Gesundheitsportal Österreich: Diabetes – Diagnose (Stand 12.01.2023, medizinisch geprüft)
  3. Techniker Krankenkasse: Unterzuckerungen erkennen und vermeiden (Stand 04.09.2026)

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Methodik & Quellen

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