Was darf ein Schlüsseldienst kosten?

Immer wieder geistern durch die Zeitungen Horrorberichte über unseriöse Schlüsseldienst-Abzocker oder Ganoven, die sich „Schlüsseldienst“ nennen, aber im Prinzip nur ein Abzockmodell betreiben. Die Not der Menschen, die sich ausgesperrt haben, wird dabei teilweise schamlos ausgenutzt und überhöhte Rechnungen ausgestellt, die man nach Möglichkeit sofort bezahlen soll. Bereits mehrfach haben deutsche Gerichte solche Anbieter verurteilt – u.a. wegen Wucher.

Unseriöse Schlüsseldienste werben häufig bundesweit und erwecken den Eindruck, vor Ort zu sein, obwohl sie dies nicht sind, sondern erst lange Anfahrten fällig werden. Schlüsseldienstbezeichnungen fangen dann häufig mit „AAA“ an, damit der Schlüsseldienst im Telefonbuch an erster Stelle erscheint. Ein Triple-A ist in dem Falle allerdings kein Qualitätsmerkmal, sondern sollte eher ein Warnsignal sein. Häufig dauert die Anfahrt dann lange und wird teuer berechnet, zudem sind die Gebühren dann deutlich über üblichen Sätzen. Doch was ist im Bereich Schlüsseldienst angemessen?

Angemessene Kosten Schlüsseldienst

Auch seriöse Schlüsseldienste können nicht für umsonst arbeiten, schließlich müssen Mitarbeiter und Fahrzeuge vorgehalten werden. Überdies wird regelmäßig in die Weiterbildung investiert, damit Türen auch neuester Bauart möglichst kostengünstig geöffnet werden können.

Hier ist beispielhaft aufgeführt, was ein seriöser Schlüsseldienst wie SOS Schlüsseldienst Frankfurt berechnet:

Preisliste Öffnung bei zugefallener Tür:

  • Mo-Frei, 8-17 Uhr: 59,- €
  • Mo-Frei, 17-22 Uhr: 85,- €
  • Sa, 8-22 Uhr: 85,- €
  • So + Feiertag, 8-22 Uhr: 119,- €
  • Mo-Sa, 22-8 Uhr: 119,- €

Man erkennt, dass selbst am Wochenende und in der Nacht humane Preise berechnet werden. Schwarze Schafe berechnen dort gerne für gleiche Tätigkeit 300-600 Euro.

Achten muss man auch auf überhöhte Anfahrtspauschalen unseriöser Anbieter. Regionale Anbieter haben entweder keine Anfahrtspauschale oder eine niedrige. Wer im obigen Beispiel z.B. in Frankfurt den angegebenen Schlüsseldienst in der Woche anruft und 59,- Euro zahlt, muss keine Anfahrtskosten in der Stadt übernehmen. So ist es fair.

Obergrenzen für Schlüsseldienst-Kosten

Gesetzlich sind Kostensätze für Schlüsseldienste nicht festgelegt, weswegen es sich lohnt, vor Beauftragung zu fragen, was denn der Einsatz kosten wird und wieviel für die Anfahrt anfällt.

Tagsüber an Werktagen in der Woche sollte eine einfache Türöffnung nicht mehr als 100 Euro kosten. Nachts oder am Wochenende sind für einfach Türöffnungen bis zu 150 Euro üblich.

Tipps zur Kostenreduzierung beim Schlüsseldienst:

  1. Beauftragen Sie einen lokal ansässigen Schlüsseldienst. Wer in Frankfurt wohnt, sollte einen Schlüsseldienst aus Frankfurt beauftragen. Wer in Düsseldorf wohnt, einen aus Düsseldorf. Lassen Sie sich nicht auf weite Anfahrten ein, das lohnt in der Regel nicht. Häufig täuschen Unternehmen mit einer regionalen Rufnummer oder einer 0900er-Nummer Regionalität vor, sitzen aber ganz woanders. Fragen Sie danach.
  2. Vereinbaren Sie einen Festpreis. Schildern Sie die Situation genau und fragen Sie nach einem verbindlichen Festpreis. Fragen Sie schon am Telefon, ob eine Anfahrtsgebühr hinzukommt.
  3. Definieren Sie auch genau, was gemacht werden soll: Das ganze alte Schloss zerstören und durch ein neues teures austauschen kann jeder. Im Regelfall ist das aber nicht notwendig. In den meisten Fällen gelingt es dem Schlüsseldienst, zerstörungsfrei zu arbeiten.
  4. Zahlen Sie nur, was sie auch vereinbart haben.
  5. Unterschreiben Sie nichts, was sie nicht unterschreiben wollen. Wenn Ihnen der Monteur fragwürdige Belege mit Passagen vorlegt, die sie nicht unterschreiben wollen, unterschreiben Sie das auch nicht.
  6. Lassen Sie sich nicht nötigen. Sollten Sie auf einen Betrüger hereingefallen sein, rufen Sie auch über 110 die Polizei. Bei einem seriösen Schlüsseldienst zahlen sie ein angemessenes Entgelt und Ihnen wird fachmännisch geholfen.

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